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Maria Holl: Wege aus der Wutfalle

Lektorat: Ursula Kollritsch

Projektmanagement: Marianne Nentwig

Umschlaggestaltung: Uwe Müller

© Lüchow in J.Kamphausen

Umschlag-Motiv: Thinkstock/©insima

Mediengruppe GmbH,

Illustrationen: Agentur Holl / Marcus Lacave

Bielefeld 2016

Layout/Satz: Wilfried Klei

info@j-kamphausen.de

E-Book Gesamtherstellung:

www.weltinnenraum.de

Bookwire GmbH, Frankfurt a. M.

1. Auflage 2016

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN Printausgabe: 978-3-95883-097-4
ISBN E-Book: 978-3-95883-098-1

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten.

MARIA HOLL

Wege aus der
Wutfalle

Ein image-Minuten-Fitness-
Programm für Ihre Leber

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Vorwort

Aufgaben der Leber

Ursachen von Leberstörungen

Ernährungsfehler

Suchtverhalten

Toxine

Infektionen

Hilfe für die Leber

Gesunde Ernährung

Heilfasten

Leberwickel

Die Beziehung von Ärger, Zorn und Wut und der Leber

Auslöser für Ärger, Zorn und Wut

Der Umgang und die Unterdrückung von Wut und Zorn

Einfache Hilfen bei Wut und Zorn

Hinterfragen Sie Ihre Ansprüche

Tun Sie sich etwas Gutes

Integrieren Sie Sport in Ihren Alltag

Gönnen Sie sich guten Sex

Die Maria-Holl-Methode für die Regeneration Ihrer Leber

Das Tagebuch

Der Übungsvertrag mit mir selbst

Die Bestandsaufnahme

Formulieren Sie Ihr Ziel

Ein Coach für Ihre Motivation

Die Tabelle Ihrer Erfolge

Vorsätze für ein leichtes und gesundes Leben

Die Maria-Holl-Methode in Ihr Leben integrieren

Wann soll ich üben?

Wo soll ich üben?

Wie lange soll ich üben?

Ihr Übungsplan auf einen Blick

Die Übungen der Maria-Holl-Methode

Lektion 1
Mit der Erde verbinden und den Atem entdecken

Die Überkreuzübung

Massage der Füße mit Hilfe des Fußbodens

Massage der Füße mit der Hand

Übung mit dem Leberpunkt

See der Emotionen

Ausatmen mit der Handschale

Lektion 2
Die Gallenkräfte harmonisieren und den Starrsinn auflösen

Klopfen des Gallenblasenmeridians

Massage der Knie

Die Kniekehlen sinken lassen

Wut loslassen durch Handmassage

Druck ablassen auf die Schnelle

Mit „Gibberisch“ den Frust ausdrücken

Altes loslassen, versöhnen, verzeihen

Lektion 3
Wut ausdrücken

Becken lockern, Lust erleben

Ausdruck von Wut mit dem Wutball

Schließmuskelübung für die Leber

Ins Jetzt kommen

Lektion 4
Verbindung von Kopf und Körper

Übung für Nichtfühler

Leberübung von Meister Li

Rücken öffnen an der Tür

Die Leber regenerieren durch Arm- und Schulterübungen

Paddeln mit den Schultern

Lektion 5
Freude statt Verbissenheit

„Der doofe Blick“

Die Zähne wachsen lassen

Ich beiße mal richtig zu!

Übertriebene Ansprüche loslassen

Lektion 6
Schlaf und die gesunde Leber

Schlafstörungen zwischen ein und drei Uhr nachts

Die Organ-Uhr

Einfache Schlafübung zur Erholung der Leber

Massage der Hände

Die Hände als Diagnose-Organ

Das Öffnen des Zwerchfells

Lektion 7
Belohnung und Wandel

Entspannung für den gesamten Körper

Die Sonne- und Mond-Übung

Alltagsroutinen auf einen Blick

Schlusswort

Anhang

- Adressen und Informationen

- Quellen und Literaturverzeichnis

- Statt einer Vita

Vorwort

Dieses Buch und dieses Programm habe ich für Sie als Menschen mit einer Leberproblematik entwickelt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin spricht man von Lebertypen. Sie gehen mit viel Energie an eine neue Sache heran und sind stets voller neuer Ideen. Sie sind meist lautstarke Menschen mit ausgeprägter Mimik. Es fehlt ihnen nicht an neuen Ideen, die sie am liebsten alle sofort umsetzen würden.

Sie lieben es, spontan zu sein. Sie sind ein gern gesehener Gast auf jeder Party. Diese Sonnenseite hat jedoch auch einen Schatten. Sie haben es schwer, wenn ein anderer der Chef ist, weil Sie es meist besser wissen. Es fällt Ihnen nicht leicht, um Verzeihung zu bitten, wenn Sie einen Fehler gemacht haben. Leider können Sie auch anderen nicht verzeihen und erinnern noch nach Jahren die Fehler und Missgriffe, die Sie ertragen mussten. Sie haben eine aktive Seite, können aber auch in den eigenen vier Wänden zur Untätigkeit neigen. Als Lebertyp haben Sie die Tendenz, sich in Projekte oder Tätigkeiten zu verbeißen. Sie sind oft ehrgeizig und getrieben und sind nicht nur mit anderen, sondern auch mit sich selbst selten zufrieden. Erkennen Sie sich in dieser Beschreibung?

Leberstörungen führen oft zu plötzlichen Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, trockenen und brennenden Augen, Magenschmerzen und Sodbrennen, Herzrasen, hohem Blutdruck, chronischer Verstopfung, Tinnitus und nicht zuletzt zu Schlafstörungen.

Durch meine Erfahrungen in der Praxisarbeit, in der ich die schmerzhafte innere Zerrissenheit gepaart mit gesundheitlichen, körperlichen Problemen der Menschen mit Leberstörungen oft miterlebe, entstand bei mir der Wunsch, für Sie ein heilendes und leicht durchführbares Programm zu entwickeln. Vorab möchte ich Ihnen etwas zu meinem Hintergrund und zu der Maria-Holl-Methode erzählen.

1982 lernte ich die damals sechzigjährige Heilerin und Meditationslehrerin Hetty Draayer kennen und wurde für mehr als zehn Jahre ihre Schülerin. Ich arbeitete schon einige Jahre in einer großen Kaufhauskette als Sozialarbeiterin und war sehr betrübt über die vielfältigen Krankheiten der Mitarbeiter. Vor allem viele junge Frauen galten bereits oft als chronisch krank. Sie hatten vielfältige Beschwerden im Unterleib, mit der Atmung, mit dem Stoffwechsel, mit Migräne und Autoimmunerkrankungen. Ich war sicher, dass die einfachen taoistischen Gesundheitsübungen, die ich bei Hetty Draayer gelernt hatte, den Frauen in vielen Fällen helfen könnten, ihre chronischen Erkrankungen zu bewältigen.

Bei Hetty übten wir damals jeden Tag zweimal ca. 45 Minuten. So viel Zeit würde eine junge Frau mit Kindern, Haushalt und einem 30-Stunden-Job im Verkauf nicht für Meditationsübungen aufbringen können.

Ich wollte die Übungen daher so zusammenstellen, dass man sie in einer Viertelstunde effektiv durchführen kann und dadurch gesund wird.

Zuerst gelang mir das mit einem Buch für Menschen mit Tinnitus. Dann entwickelte ich ein Buch für gesunden Schlaf, später folgten Therapien für Migränepatienten, für Reizdarmpatienten, für Hörsturz und Bluthochdruck.

Heute ist es so weit, dass Sie mit meiner Therapie bei einer Leberstörung beginnen können.

Arbeiten Sie täglich 15 Minuten konzentriert mit dem Programm!

Die Maria-Holl-Methode ist so aufgebaut, dass Sie Ihre Störung mit 15 Minuten täglichem Üben erfolgreich bewältigen können. 15 Minuten sind meine Empfehlung. Es kann sein, dass Sie so erschöpft sind, dass dies bereits eine große Herausforderung für Sie darstellt. Dann üben Sie so lange wie möglich und steigern Sie die Übungseinheiten nach und nach. Falls Sie genügend Kraft haben, ist es gut für Sie, täglich mindestens 15 Minuten, wenn Sie mögen auch länger, zu üben.

Oft werde ich gefragt: „Muss ich denn alle diese Übungen machen, damit ich gesund werde?“ Nein. Die meisten Menschen erzielen eine wesentliche Verbesserung ihrer Gesundheit schon mit einem Drittel der Übungen im Buch. Manchmal stehen die für Sie passenden Übungen jedoch in verschiedenen Kapiteln eines Buchs. Deshalb ist es wichtig, die Übungen durchzuführen und neue Kapitel zu erarbeiten, bis Sie eine wirkliche Verbesserung erreicht haben.

Üben Sie jeden Tag! Dies ist wichtig. Ob Sie ein halbes Jahr mit der ersten Lektion verbringen oder durch das ganze Buch gehen und alle Übungen erarbeiten, entscheiden Sie. Sie können das Buch nach den ersten sechs Übungen der Maria-Holl-Methode auch wie ein Orakel nutzen und nach dem Zufallsprinzip die nächste Übung aussuchen; das bleibt Ihnen überlassen. Wichtig ist, dass das Üben auf Dauer ein Teil Ihres Alltags wird. Um Ihren Erfolg zu sichern, lernen Sie noch zusätzlich einige einfache Übungen, die ich Alltagsroutinen nenne. Dafür brauchen Sie keine weitere Übungszeit, da Sie sie während alltäglicher Tätigkeiten wie dem Sitzen, Telefonieren oder Zähneputzen erledigen können.

Ich arbeite seit 40 Jahren mit Menschen und wenn ich eines wirklich verstanden habe, dann dieses: Kein Mensch ist wie der andere. Auch Sie sind ein absolutes Unikat. Der einzige Mensch, der so ist wie Sie, sind Sie. Geben Sie sich die Gelegenheit, herauszufinden, welche die richtigen Übungen und die richtigen Techniken für Sie sind, und finden Sie heraus, wie Sie wieder gesund werden. Dieses Buch ist der Wegweiser für einen neuen Weg, den ich Ihnen anbiete. Sie finden heraus, was das Beste für Sie ist. Die Methode hat sich in den letzten 20 Jahren tausendfach bewährt. Meine Strukturen und Übungen der Selbstheilung helfen über 80 Prozent der Übenden.

Die Leber und Ihr Leben sind durch kleine Änderungen Ihrer Lebensgewohnheiten leicht zu beeinflussen. Mit der Maria- Holl-Methode lernen Sie, die Leber durch tägliche einfache Übungen und Nahrungsumstellung zu entspannen, zu regenerieren und zu kräftigen. Die Maria-Holl-Methode ist eine Synthese aus achtsamkeitsbasierter Atmung, inneren Übungen, die ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin haben, einer speziellen Selbstmassage sowie ausgewählten Bewegungen aus der körperorientierten Psychotherapie.

Meine Übungsprogramme sind einfach, praktikabel und erprobt. Beginnen Sie heute!

Ich wünsche Ihnen viel Freude. Werden Sie fit und gesund.

Ihre Maria Holl

Aufgaben der Leber

Zuerst schauen wir uns die Aufgaben der Leber an. Wir lernen, was sie schädigt und was sie in ihrer Funktion unterstützt. Was macht eine gesunde Leber aus?

Die Leber ist ein zentrales Organ unseres Stoffwechsels. Sie reguliert den Eiweiß-, Fett- und Zuckerstoffwechsel sowie den Mineral-, Vitamin- und Hormonhaushalt unseres Körpers. Sie ist neben dem Herzen das einzige Organ, das an beide Blutkreisläufe angeschlossen ist.

Sie können Kontakt mit Ihrer Leber aufnehmen: Tasten Sie unter dem rechten Rippenbogen Ihren Oberbauch ab, wie es Ihr Arzt bei jeder Untersuchung Ihres Allgemeinzustandes macht. Gibt Ihr Bauch unter der Berührung leicht nach und fühlt sich unter der Haut alles weich an? Da ist sie, Ihre Leber.

Bei einem gesunden, erwachsenen Menschen wiegt die Leber zwischen anderthalb und zwei Kilogramm. Sie hat eine dreieckige Form und befindet sich direkt unter dem Zwerchfell. Elastische Bänder halten Ihre Leber im Bauchraum fest.

Die Aufgaben der Leber sind vielfältig.

Die Leber lässt sich in zwei Hauptbereiche unterteilen, die ihrer Form nach als linker und rechter Leberlappen bezeichnet werden. Die Leberpforte stellt über eine Arterie die Verbindung der Leber mit dem Herzen her und über die Pfortader die Kommunikation mit Milz und Bauchspeicheldrüse.

Die wichtigsten Aufgaben der Leber bestehen darin, unsere Nahrung in Energie umzusetzen, gegebenenfalls zugeführte Schadstoffe zu neutralisieren und Spurenelemente zu speichern. Der Magen nimmt die Nahrung auf, für die Umwandlung in Energie allerdings ist die Leber zuständig. Wenn wir uns richtig ernähren, erhalten wir im Idealfall Kraft und Lebensfreude. Wenn das so ist, verdanken wir diesen Umstand zum Teil auch unserer gesunden Leber. Eine schlecht funktionierende Leber wirkt sich massiv auf unsere Gemütslage aus. Heilen wir die Leber, hellt sich unsere Stimmung auf. Sie kennen sicher die Redewendung: „Was ist Dir denn über die Leber gelaufen?“

Wertvolles speichern, Schadstoffe abbauen.

Sie speichert nicht nur Wertvolles und entsorgt Schädliches, sondern liefert mit Cholesterin die Basis für die Herstellung lebenswichtiger Hormone. Auch Gallensäure, für die Zersetzung von Fetten, ist ein Produkt der Leber. Außerdem regelt die Leber den Zuckerhaushalt und kontrolliert die Blutgerinnung.

Die Leber entgiftet und wandelt alle chemischen Stoffe, die über die Nahrung aufgenommen werden, um. Neben Kohlenhydraten und Eiweiß nehmen wir allerdings im Laufe unseres Lebens zunehmend Fette und Gifte wie z.B. Alkohol auf, deren Entsorgung auf Dauer die Leber überfordern kann. Auch Medikamente, Schimmelpilze und Schwermetalle können die Leber schädigen. Dabei ist die Leber ein Naturtalent auf dem Gebiet der Regeneration! Kein anderes Organ kann, was die Leber schafft: entnommenes oder geschädigtes Gewebe neu aufbauen. Diese Fähigkeit zur Erneuerung ist auch hilfreich bei der Organspende: Ein gesunder Mensch könnte bedenkenlos bis zu zwei Drittel seiner Leber spenden.

Die Leber ist ein robuster, überlebenswichtiger Bestandteil unseres Körpers. Aber warum merken wir so wenig davon? Die meisten Körperteile warnen uns mit Schmerzen, wenn sie überanstrengt oder geschädigt werden. Wenn wir unseren Magen überlasten, dann drückt und zwickt es. Wir wissen also schnell, ob wir uns übernommen haben. Diese wichtige Kontrollfunktion ist bei der Leber nicht vorhanden. Die Leber sendet keine Warnsignale. Meist merken wir erst sehr spät, wenn die Leber nicht mehr richtig arbeitet. Selbst wenn die ersten Symptome auftreten, ist es auch für erfahrene Ärzte schwierig, diese direkt dem richtigen Organ zuzuordnen. Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder ein unangenehmes Völlegefühl nach dem Essen können erste Anzeichen sein. Aber auch Nasen- oder Zahnfleischbluten sowie übermäßiges Schwitzen oder Frieren können Hinweise sein.

Sie merken, wie vielfältig und unterschiedlich die Warnhinweise Ihrer Leber sein können. Gerade deswegen schadet es nicht, ihr hin und wieder Aufmerksamkeit zu schenken. Nach einer Schätzung der Deutschen Leberstiftung leiden in Deutschland mindestens fünf Millionen Menschen an einer nicht diagnostizierten Lebererkrankung. Fünf Millionen Menschen haben eine Fettleber, eine Million Menschen leiden an Leberzirrhose, zu denen jedes Jahr 200.000 neue Fälle hinzukommen.

Ursachen von Leberstörungen

Ernährungsfehler

Die am meisten verbreitete Leberschädigung ist die Fettleber. Bei einer zu einseitigen und zu fetthaltigen Ernährung kommt es nicht nur äußerlich zu einer Gewichtszunahme, sondern auch die Leber schwillt an. Die Leber vergrößert sich krankhaft und lagert immer mehr Fett in ihren Zellen an. Es wird zwischen drei Schweregraden der Fettleber unterschieden: Bei einer leichten Form sind noch weniger als ein Drittel der Zellen verfettet, bei einer mäßigen mehr als ein Drittel der Leberzellen betroffen. Von einer schweren Fettleber sprechen Mediziner, wenn mehr als zwei Drittel des Organs verfettet sind.