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Über die Autorin

Ulrike Amann ist als Autorin und Redakteurin für Verlage und Hersteller von Naturheilmitteln tätig. Sie befasst sich mit gesunder, vollwertiger Ernährung und ganzheitlichen Behandlungsmethoden körperlicher Beschwerden auf Basis der Naturmedizin. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die sanfte und gesundheitsfördernde Wirkkraft von Heilkräutern.

Hinweis

Die Inhalte des Buchs wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autorin noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen. Die Informationen dieses Buchs ersetzen in keinem Fall den Rat oder die Hilfe eines Arztes oder Heilpraktikers.

Darmreinigungs- und Sanierungstherapien sollten unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Von einer Eigenbehandlung ist in jedem Fall abzuraten.

 

 

 

Amann, Ulrike
Gesunder Darm – Gesunder Mensch
Mit natürlicher Hilfe zu mehr Wohlbefinden
Lektorat: Claudia Maas
© LebensBaum Verlag
in J. Kamphausen Mediengruppe GmbH,
Bielefeld 2016

Projektleitung: Nicole Engels
Umschlaggestaltung, Innenlayout:
Sabine Schiche, ad department,
Bielefeld Fotos und Abbildungen:
siehe Bildverzeichnis S.96
E-Book Gesamtherstellung: Bookwire
GmbH, Frankfurt a. M.

www.lebensbaum-verlag.de

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese
Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet
über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

1. Auflage - 2016

ISBN Print 978-3-928430-77-7
ISBN E-Book 978-3-928430-78-4

Alle Rechte der Nutzung, des Nachdrucks, der Verwertung und Verbreitung oder Verarbeitung – auch auszugsweise – vorbehalten.
Alle Angaben in diesem Buch wurden von der Autorin sorgfältig geprüft.
Jegliche Haftung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist jedoch ausgeschlossen.

Ulrike Amann

Gesunder Darm –
Gesunder Mensch

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Mit natürlicher Hilfe zu mehr Wohlbefinden

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Inhalt

Vorwort

1. Was Sie über den Darm wissen sollten

Im Darm steckt Gesundheit

Das Bauchhirn

Die Darmflora: Spiegel der Lebensumstände

Entgiften, reinigen, sanieren

2. Störungen des Darms

Verdauungs-Check

Bauchschmerzen

Blähungen

Chronischer Reizdarm (Reizdarmsyndrom)

Colitis ulcerosa

Darminfektionen

Dickdarmpolypen

Divertikel und Divertikulitis

Durchfall (Diarrhoe)

Dysbiose

Morbus Crohn

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Verstopfung (Obstipation)

3. Den Darm durch Fasten entgiften

Buchinger-Heilfasten

Fastenkur nach F. X. Mayr

Die Schroth-Kur

4. Den Darm reinigen

Einläufe

Die Colon-Hydro-Therapie

Darmreinigung nach Robert Gray

5. Die Darmflora regenerieren

Probiotika

Präbiotische Ernährung

6. Die Heilkraft der Natur

Gesunde Bitterstoffe

Heilkräutertees für Magen und Darm

Ausleiten mit Frischpflanzensäften

Natürliche Hilfe durch Schüßler-Salze

7. Die Verdauung unterstützen

10 Regeln für eine gesunde Ernährung

Wirkungsvolle Verdauungshelfer

8. So pflegen Sie Ihren Darm

10 Tipps für die Darmpflege

Die Detox-Darmpflegekur

Weiterführende Literatur

Register

Vorwort

Für Gesundheit und Wohlbefinden ist ein gesunder und gut funktionierender Darm eine wichtige Voraussetzung. Oft ist unser Darm aber überfordert, denn die modernen Lebensgewohnheiten bringen es mit sich, dass er seine wichtigen Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen kann – mit oftmals unangenehmen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Wie sehr eine gute Verdauung unser körperliches Wohlbefinden bestimmt, merken wir erst, wenn sie nicht mehr richtig funktioniert. Darmerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. In Deutschland sind etwa 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen von Verstopfung betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, die meist mit unserem Lebensstil zusammenhängen: zu fette Nahrung, mangelnde Bewegung, hastiges Essen, Alkohol und Zigaretten. Aber auch Dauerstress, Überforderung und seelische Anspannung können das Verdauungssystem stark belasten. Umweltgifte, Schwermetalle, Medikamente, Chemikalien und künstliche Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Kosmetik sind weitere Faktoren, die zu Darmproblemen führen können.

Die in diesem Buch vorgestellten Methoden zur Darmreinigung bzw. -sanierung können Ihnen dabei helfen, Ihre Darmgesundheit zu erhalten bzw. sie positiv zu beeinflussen. Außerdem fördert ein achtsames Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein – die Auswahl der Lebensmittel, eine angemessene Flüssigkeitsaufnahme sowie ausreichend Bewegung – ein intaktes und funktionierendes Verdauungssystem. So können Sie Ihren Darm und die Darmflora wirksam und nachhaltig unterstützen.

1. Was Sie über den Darm wissen sollten

Der Magen-Darm-Trakt umfasst eine Einheit von Organen, die von der Mundhöhle über den Magen, Dünndarm und Dickdarm bis zum Darmausgang (After) reicht. Im Verdauungssystem wird Nahrung aufgenommen, zerkleinert, verflüssigt und in Nährstoffe aufgespalten, die der Körper für Wachstum, Heilung und Regeneration benötigt.

Der Darm ist bis zu acht Meter lang und durch Millionen von Ausstülpungen (Darmzotten) auf eine Oberfläche von etwa 400 Quadratmetern aufgefaltet. Vor allem im Dickdarm leben Billionen von „guten“ Mikroorganismen. Sie bilden die lebenswichtige Darmflora, die wie eine Barriere die Darmschleimhaut vor Infektionen schützt und verhindert, dass Krankheitserreger in den Körper eindringen können.

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Die Darmbakterien schließen unverdauliche Ballaststoffe der Nahrung auf und produzieren wichtige Vitamine. Auf diese Weise versorgt uns der Darm mit der lebensnotwendigen Energie, die wir für unsere Leistungsfähigkeit brauchen.

Unverdauliches, nicht zu verwertende Abfallprodukte und Schadstoffe werden ausgeschieden. Der regelmäßige Stuhlgang trägt zur Entgiftung des Körpers bei, indem Abbaustoffe, die sich im Dickdarm bei Fäulnis- und Gärungsprozessen bilden, mit dem Stuhl abtransportiert werden.

Im Darm steckt Gesundheit

Der Darm ist das größte Organ unseres Immunsystems. Etwa drei Viertel aller Abwehrzellen des Körpers befinden sich in der Darmschleimhaut. Diese nützlichen Mikroorganismen im Darm sind das „Alarmsystem“ des Körpers, denn sie signalisieren den Immunzellen, wenn Krankheitserreger und Keime mit der Nahrung in den Körper gelangt sind. In der Folge bildet der Darm als Immunorgan Abwehrstoffe.

Tipp

Omega-3-Fettsäuren sorgen für einen gesunden Darm. Die hochwertigen Inhaltsstoffe von Lachs, Thunfisch, Hering, Makrele, Sardinen sowie von Pflanzenölen wie Leinöl, Rapsöl, Hanföl und Walnussöl pflegen die Darmschleimhaut und wirken entzündungshemmend.

Ein belasteter Darm schwächt das Immunsystem. Umgekehrt kann es zu Störungen im Verdauungstrakt kommen, wenn die Abwehrkraft des Immunsystems beeinträchtigt ist.

Das Bauchhirn

Der Darm hat ein eigenes Nervensystem, das sogenannte Bauchhirn, das dem zentralen Nervensystem im Gehirn und Rückenmark gleicht. Über 100 Millionen Nervenzellen dieses Bauchhirns unterstützen die Stoffwechselvorgänge: Sie erkennen die Nahrungszusammensetzung, steuern die Produktion von Magen- und Gallensäften, aktivieren das Immunsystem und kontrollieren Enzyme und Hormone. Darüber hinaus „wissen“ sie, wann der Darm voll ist und entleert werden muss. Im Darm werden außerdem wichtige Nervenbotenstoffe produziert, wie z. B. Dopamin und das „Glückshormon“ Serotonin.

Das Darmnervensystem und das zentrale Nervensystem kommunizieren über Nervensignale miteinander (Darm-Hirn-Achse). Wie unsere Schaltzentrale im Kopf scheint auch das Bauchhirn Informationen zu speichern und auf vergleichbare oder wiederkehrende Situationen mit identischen Reaktionen zu reagieren (z. B. bei Stress mit Durchfall).

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) betrachtet den Bauch seit Jahrtausenden als Verbindung zwischen Gefühl und Verstand. So ist das „Bauchgefühl“ bei vielen Menschen ausschlaggebend bei Entscheidungen, z. B. bei der Wahl der neuen Wohnung („hier fühl ich mich wohl“). „Aus dem Bauch heraus“ handeln viele intuitiv, hören also auf eine Art innere Stimme. Im Bauchraum nehmen wir auch Emotionen wahr: Besonders schön sind die „Schmetterlinge im Bauch“, aber jeder kennt auch die „Wut im Bauch“ oder „Bauchweh“ bei schwierigen Situationen.

Weil die Nerven der Verdauungsorgane mit den Nerven des Gehirns verbunden sind, reagieren sie wie Sensoren auf ängstliche Anspannungszustände, z. B. mit Durchfall vor Prüfungen („Schiss haben“) oder Druck im Magen („das liegt mir im Magen“).

Störungen und Erkrankungen des Verdauungssystems sind häufig psychosomatisch bedingt, z. B. durch ungelöste Spannungssituationen und starke seelische Belastungen. Bei leichterer Ausprägung nehmen wir Anspannungen von Darm und Magen als diffuses, im Bauch lokalisiertes Unwohlsein wahr und registrieren ein wohliges Auflösen, wenn sich durch die Änderung einer Situation auch die Gefühle ändern.

Die Darmflora: Spiegel der Lebensumstände

Der Zustand der Darmflora spiegelt unsere Lebensumstände wider: Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung und entzündliche Beschwerden entstehen, wenn das Verdauungssystem etwa durch Allergien, Stress oder falsche Ernährung gestört ist. So kann eine einseitige, zuckerreiche und ballaststoffarme Ernährung, zu viel Alkohol und Kaffee und zu wenig Bewegung die Zusammensetzung der Darmflora und die Funktion des Darms stark beeinträchtigen.

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Bauchschmerzen und Blähungen sind oft die ersten Anzeichen dafür.

Die Darmflora kann sich auch durch die Einnahme von Medikamenten verändern, vor allem durch Cortison und Antibiotika. Ihre Wirkstoffe zerstören nicht nur die Krankheitskeime, sondern schädigen auf Dauer auch die Darmflora. Deshalb sollte nach einer Antibiotika-Behandlung die Darmflora mit Probiotika (Nahrungsergänzung in Form von Tropfen oder Kapseln) und präbiotischer Ernährung gepflegt und unterstützt werden (siehe Kapitel 5). Die darin enthaltenen Bakterienstämme fördern das Wachstum und die Ausbreitung nützlicher Darmbakterien.

Nicht zu unterschätzen ist auch der negative Einfluss von dauernder Überlastung. Die Grenze zwischen Alltagsstress und Burn-out ist fließend. Warnsignale wie Müdigkeit und depressive Verstimmungen werden häufig nicht ernst genommen.

Zu den möglichen Folgen der Dauerüberlastung zählen Magen-Darm-Beschwerden und ein geschwächtes Immunsystem (erhöhte Infektanfälligkeit).