image

Dr. Anja Schemionek

Cranberry

Die Powerfrucht für mehr Gesundheit

image

Dr. Anja Schemionek: Cranberry – Die Powerfrucht für mehr Gesundheit Lektorat: Agentur Spu.k, Bonn

Dr. Anja Schemionek ist Diplom-Biologin und Wissenschaftsredakteurin. Sie arbeitet als freie Autorin, Dozentin und Lektorin vor allem im Themenkreis Gesundheit. Aus persönlicher Überzeugung widmet sie sich ganz besonders den ganzheitlichen und natürlichen Heilmethoden.

Inhalt

1 Cranberrys – die jungen, prallen „Rothäute“ aus Amerika

2 Sauer macht lustig? Die roten Früchtchen haben es in sich!

image Exkurs: Achtung, die Radikalen sind los!

Die Cranberry hat noch mehr zu bieten

PACs – die wahren Könner der Cranberry-Rothäute

3 Gib ihr Saures – die Blase liebt Cranberrys!

image Exkurs: Die Blase – ein Hohlorgan zum Sammeln von Urin

Zehn einfache Tipps für eine gesunde Blase

4 Cranberrys für Mund, Magen und mehr

5 Cranberrys – frisch, getrocknet, Saft oder Extrakt?

Rezepte

Glossar

Sachregister

Literaturzeichnis

Bildverzeichnis

Ein wichtiger Hinweis für unsere Leserinnen und Leser:

Bei der Erstellung dieses Buches haben der Verlag und die Autorin intensiv recherchiert und darauf geachtet, dass die genutzten Quellen aktuell und seriös waren. Da die Wissenschaft in ständiger Weiterentwicklung ist, können die in diesem Buch dargestellten Erkenntnisse natürlicherweise nur den Wissensstand zum Recherchezeitpunkt abbilden.

Weiterhin sind alle Angaben im Buch als Informationen und Anregungen zur Unterstützung der Gesundheit zu verstehen. Weder die Autorin noch der Verlag können Angaben machen, die eine Beratung oder Behandlung durch Ärzte oder Heilpraktiker ersetzen. Wenn sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch vorgestellten Informationen etwaige Probleme oder Schäden ergeben, können Verlag und Autorin keinerlei Haftung dafür übernehmen. Jede Leserin und jeder Leser sollten in eigener Verantwortung entscheiden, wie mit den Informationen dieser Publikation umzugehen ist.

Nehmen Sie die Warnungen und Hinweise im Text ernst. Sprechen Sie, insbesondere wenn Sie erkrankt sind, mit Ihren Therapeuten über die Anwendung von Cranberry-Produkten und die hier dargestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

1

Cranberrys – die jungen, prallen „Rothäute“ aus Amerika

Cranberry – das klingt doch recht ungewöhnlich, ein wenig nach Kindergarten, Amerika und viel bunter Beerenfrucht. Tatsächlich sind Cranberrys knallrot, ungefähr so groß wie kleine Kirschen, und – man glaubt es kaum – sie können „hüpfen“ (mehr dazu auf Seite 10), da passen diese Assoziationen wirklich gut. Doch man kann auch an etwas ganz anderes denken, nämlich an den Kran, der Leitungswasser ins Waschbecken laufen lässt. Und vom Kran sind wir dann nicht mehr weit weg vom Kranich, der wohl tatsächlich Pate stand für diesen Pflanzennamen. Denn Cranberrys heißen vermutlich so, weil die frühen amerikanischen Siedler, die Pilgrim Fathers, die im 17. Jahrhundert aus Europa in die „Neue Welt“ aufgebrochen waren, von den Blüten der Pflanzen an Kraniche erinnert wurden und sie „crane berry“ (Kranichbeere) nannten. Diese zwei Worte verschmolzen mit der Zeit miteinander und heraus kam die heutige Cranberry – so wird es zumindest in Amerika erzählt. Doch es kann schon stimmen, denn die Blüten haben durchaus eine Form, die an die gebogene Kopf- und Halshaltung der Kraniche erinnern kann.

image

Wie die Pflanze sonst aussieht und wächst, darüber verrät diese amerikanische Bezeichnung nichts. Auch die deutsche Bezeichnung Kranbeere, die genauso auf den Vogel verweist, hilft nicht weiter. Anders jedoch der alternative deutsche Name „Großfrüchtige Moosbeere“, er sagt schon viel mehr aus: Ihre Beeren sind demnach groß und die Pflanzen sehen ein bisschen aus wie ein dichter Moosteppich, weil sie mit ihren bis zu zwei Meter langen Zweigen kriechend wachsen und den Boden mit einem grünen Teppich überziehen. Daher werden sie auch nur 15 bis maximal 25 cm hoch.

image

Die Cranberry-Pflanzen lieben und brauchen sauren, humosen und nährstoffarmen Boden, um sich wohl zu fühlen und viele Beeren zu bilden. Manche wachsen daher in oder nahe bei Mooren und anderen Feuchtgebieten, meist im US-amerikanischen Norden in den Bundesstaaten Minnesota, Wisconsin, Michigan, Massachusetts, New Jersey, Connecticut, Oregon und Washington. Cranberrys sind zwar winterhart, dennoch können sie sich Frostschäden zuziehen. Auffallend ist, dass sie mit sinkenden Temperaturen ihre grüne Blätterfarbe ins Rötliche wechseln, und auch die Beeren werden erst richtig rot, wenn sie etwas Frost abbekommen haben. Die Pflanze ist also auch im Winter ein echter Hingucker. Wer sie in seinem Garten auf saurem Boden anbauen kann, der wird viel Freude an ihr haben, wenn er denn trotzdem für ein bisschen Winterschutz sorgt.

Die botanische Bezeichnung der Cranberry ist Vaccinium macrocarpon. Sie zeigt uns mit ihrem ersten Namensteil ihre direkte Verwandtschaft zu unseren heimischen Beeren, zum Beispiel der Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und der Letzteren zum Verwechseln ähnlichen Rauschbeere (Vaccinium uliginosum). Der bei allen gleiche erste Namensteil besagt, dass sie alle zu ein und derselben Pflanzengattung gehören. Daher rührt sicher auch die häufig auf frischen Cranberrys zu findende Bezeichnung „Kulturpreiselbeere“, die eine reine Erfindung von Werbe- und Verkaufsstrategen ist. Die ist botanisch schlicht falsch und irreführend für die Verbraucher, denn die Cranberry ist keine hochgezüchtete Form der Preiselbeere mit besonders großen Früchten, wie damit suggeriert wird. Die Cranberry ist eine eigene Art, die ursprünglich aus Amerika kommt und in den letzten Jahren auch bei uns immer häufiger als frisches Obst im Supermarkt anzutreffen ist. Dass es sich bei den Cranberrys eben nicht um Preiselbeeren handeln kann, das merkt man ganz deutlich an den sehr unterschiedlichen Geschmacksausrichtungen der beiden Beerenarten – Preiselbeeren sind im Vergleich deutlich süßer als Kranbeeren. Und nicht zuletzt kann man den Unterschied auch sehen: Die Cranberry ist dreimal so groß wie ihre europäische Verwandte. Und wenn man die Beeren aufschneidet und von innen betrachtet, dann fällt auf, dass die Cranberrys „Luftkammern“ in ihren Früchten haben, die man bei den viel kleineren Preiselbeeren nicht findet.

image

Die Luftkammern der roten Früchte sind für die Ernte der Cranberrys von entscheidendem Vorteil. Da, wo unsere heimischen Beeren mühsam gepflückt werden müssen, können die in Amerika großflächig angebauten Cranberrys durch ihre Luftkammern ganz anders geerntet werden: Dafürwerden