image

Dr. Anja Schemionek

Granatapfel

Pflanzenkraft für mehr Gesundheit

image

Schemionek, Dr. Anja Granatapfel, Pflanzenkraft für mehr Gesundheit

Lektorat: Agentur Spu.K

© LebensBaum Verlag in J. Kamphausen Mediengruppe GmbH, Bielefeld

Projektleitung: Susann Obermeier

Umschlaggestaltung, Innenlayout: Sabine Schiche, ad department, Bielefeld

Fotos und Abbildungen: siehe Bildverzeichnis

eBook Gesamtherstellung: Bookwire GmbH, Frankfurt a. M.

www.lebensbaum-verlag.de

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN Print 978-3-928430-58-6

Alle Rechte der Nutzung, des Nachdrucks, der Verwertung und Verbreitung

oder Verarbeitung – auch auszugsweise – vorbehalten.

Dr. Anja Schemionek ist Diplom-Biologin und Wissenschaftsredakteurin. Sie arbeitet als freie Autorin, Dozentin und Lektorin vor allem im Themenkreis Gesundheit. Aus persönlicher Überzeugung widmet sie sich ganz besonders den ganzheitlichen und natürlichen Heilmethoden.

Inhalt

1 Der Granatapfel – altbekannt und ganz modern

2 Was ist drin im roten „Apfel“ des Südens?

Der Granatapfel und seine Mikronährstoffe

Die sekundären Pflanzenstoffe im Granatapfel – lang unterschätzt und megagesund

Die Flavonoide des Granatapfels

Die Granatapfel-Stoffe der Superlative: Phenolsäuren

Die Phytoöstrogene in den Granatapfelkernen

3 Wo der Granatapfel dem Körper Gutes tut

Der Magen-Darm-Trakt

Die Leber und die Bauchspeicheldrüse

Die Lunge

Das Herz, das Blut und die Gefäße

Die Haut

Knochen und Gelenke

Infektionen aller Art

Das Gehirn und die Nerven

Übergewicht

Ein großes Thema der heutigen Zeit: Stress

Wechseljahre und Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Krebsprävention

4 Der Granatapfel im Glas und auf dem Teller

image Rezepte

5 Granatapfel-Produkte machen es leicht

Glossar

Literaturverzeichnis

Bildverzeichnis

Sachverzeichnis

Ein wichtiger Hinweis für unsere Leserinnen und Leser:

Bei der Erstellung dieses Buches haben der Verlag und die Autorin intensiv recherchiert und darauf geachtet, dass die genutzten Quellen aktuell und seriös waren. Da die Wissenschaft in ständiger Weiterentwicklung ist, können die in diesem Buch dargestellten Erkenntnisse natürlicherweise nur den Wissensstand zum Recherchezeitpunkt abbilden.

Weiterhin sind alle Angaben im Buch als Informationen und Anregungen zur Unterstützung der Gesundheit zu verstehen. Weder die Autorin noch der Verlag können Angaben machen, die eine Beratung oder Behandlung durch Ärzte oder Heilpraktiker ersetzen. Wenn sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch vorgestellten Informationen etwaige Probleme oder Schäden ergeben, können Verlag und Autorin keinerlei Haftung dafür übernehmen. Jede Leserin und jeder Leser sollten in eigener Verantwortung entscheiden, wie mit den Informationen dieser Publikation umzugehen ist. Nehmen Sie die Warnungen und Hinweise im Text ernst. Sprechen Sie, insbesondere wenn Sie erkrankt sind, mit Ihren Therapeuten über die Anwendung von Granatapfel-Extrakten, -säften oder anderen Zubereitungsformen und die hier dargestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

1

Der Granatapfel – altbekannt und ganz modern

Der Granatapfel – eine Frucht mit Geschichte! So könnte man auch titeln, denn der Granatapfel ist vermutlich eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Schon in der griechischen Sagenwelt hat er eine Bedeutung: Persephone, die Tochter der Göttin Demeter, wurde von ihrem Gemahl Hades durch den Granatapfel in die Unterwelt gelockt. Und die römische Göttin Juno trägt den Granatapfel als Zeichen der Ehe. Auch die Bibel und der Koran warten mit Geschichten rund um den Granatapfel auf. Zu Zeiten der Pharaonen war der Granatapfel eine Grabbeigabe für Personen von hohem Rang. Und die Babylonier glaubten, dass das Kauen der Granatapfelkerne unbesiegbar mache. Die rote Frucht ist vielerorts ein Symbol für Herrschaft und Macht gewesen, sogar weiter nördlich in Europa wurde sie genutzt, obwohl der Granatapfel dort nur als exotische Frucht bekannt war.

image

Persephone – von Dante Gabriel Rossetti – und der verhängnisvolle Biss in den Granatapfel

Geschichtsträchtig, symbolstark und sagenumwoben, das ist der Granatapfel. Allein die Mythen und Interpretationen rund um die rote Frucht füllen viele Bücher. Doch warum wurde ausgerechnet dem Granatapfel so viel Bedeutsames und Symbolisches zugesprochen?

Der Grund mag vielleicht im Charme des Außergewöhnlichen liegen. Denn der Granatapfel mutet nicht nur für Mittel-, Ost- und Nordeuropäer als exotische Frucht an, er hat auch ganz objektiv viele besondere Eigenschaften:

Zuerst einmal ist der Granatapfel eine recht große Frucht. Der einzelne „Apfel“ kann bis zwölf Zentimeter im Durchmesser und etwa 500 Gramm schwer werden. Dagegen macht der Baum, an dem er wächst, einen sehr zierlichen und filigranen Eindruck. Das kommt durch seine schmalen Blätter und die dünnen Zweige, die dennoch die schweren Früchte tragen. Allerdings kann die Pflanze mehrere Meter hoch, bis zu drei Meter breit und mehrere Hundert Jahre alt werden und einen kräftigen Stamm bilden – wenn man sie lässt. Beim Anbau wird sie nämlich aus praktischen Gründen durch Rückschnitt klein gehalten, so entsteht ein vielfach verzweigter Strauch. Dennoch wird meist vom Granatapfelbaum gesprochen.

image

image

Wenn man die einzelne Frucht näher betrachtet, dann fallen dabei gleich mehrere ungewöhnliche Dinge auf. Die Schale des Granatapfels zum Beispiel ist sehr fest und fühlt sich ledrig an. Der große Vorteil dieser stabilen Schale ist, dass der Granatapfel durch sie mehrere Wochen (im Kühlen) gelagert werden kann. Seine Schale trocknet zwar im Laufe der Zeit immer mehr ein, die innen liegenden Samen bleiben jedoch frisch und verlieren ihre Feuchtigkeit kaum. Ein Nachteil der festen Schale liegt andererseits auf der Hand: Ohne geeignetes Werkzeug ist es kaum möglich, die Frucht zu öffnen. Der Granatapfel ist also kein Obst zum „Nebenbei-Essen“, man muss sich schon ein wenig Mühe geben, um an sein Inneres heranzukommen.

Reif geerntet muss er sein

Der Granatapfel gehört zu den sogenannten nichtklimakterischen Früchten. Das bedeutet, dass er nach der Ernte nicht nachreift, sondern in dem Reifezustand bleibt, bei dem er gepflückt wurde. Ein Granatapfel im Supermarkt, der womöglich noch grüne Stellen hat, ist also nicht genießbar und wird es auch zuhause in der Obstschale nicht werden.

Bei Botanikern gilt der Granatapfel als – Achtung! – Beere. Denn er hat um seine Samen herum eine fleischige Samenschale, wie es für Beeren typisch ist. Und genau diese fleischige Samenschale ist das einzig Essbare an der großen Frucht Granatapfel. Am Granatapfel gibt es also auf jeden Fall mehr Abfall als Essbares.

image

Das Innere des Granatapfels muss natürlich auch erwähnt werden, wenn es darum geht, das Ungewöhnliche aufzuzählen. Wer den Granatapfel öffnet, der sieht die Kammern, die die Frucht innen aufteilen, die sogenannten Fruchthöhlen. Das Besondere daran ist, dass jede davon auf ein Fruchtblatt in der Blüte zurückgeht, die miteinander verwachsen sind. Eine solche Fruchtausbildung ist bemerkenswert.

Leider wächst diese ungewöhnliche Frucht nicht bei uns. Tropisch oder subtropisch muss es zugehen, damit pralle, rote Granatäpfel am Baum gedeihen können. Ursprünglich kommt der Granatapfelbaum aus West- und Zentralasien, doch heute wird er überall dort angepflanzt, wo die Bedingungen eine reiche Ernte erwarten lassen. Er wird daher rund um das Mittelmeer kultiviert, auch auf Madeira, den Kanaren, in Westasien, Nordindien, aber auch in Südafrika und Kalifornien findet man ihn. Viele dieser Länder, vor allem Israel und die Türkei, exportieren ihre Granatäpfel auch zu uns.

Der „Apfel“, der kein Apfel ist