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Endlich wieder frei atmen!

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Alle Angaben in diesem Buch sind von Verlag und Autoren sorgfältig geprüft.

Vollständige E-Book-Ausgabe der bei J.Kamphausen Verlag & Distribution GmbH erschienenen Printausgabe

Torsten Hartmeier / Anja Schemionek:

www.weltinnenraum.de

1. Auflage 2012

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese

ISBN Printausgabe: 978-3-89901-585-0

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten.

Bildnachweis Umschlag:

Torsten Hartmeier     Anja Schemionek

Endlich wieder

frei atmen!

Natürliche Hilfen bei COPD*
und Raucherhusten

* engl.: Chronic Obstructive Pulmonary Disease
dt.: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
      oder Raucherlunge

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Wichtiger Hinweis für Leserinnen und Leser

Die Informationen in diesem Ratgeber über Raucherhusten und COPD repräsentieren die Ansicht der Autoren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Dieser Ratgeber dient ausschließlich Ihrer Information. Er vermittelt keine Ferndiagnosen oder Therapievorschläge. Die Autoren haben für die Erstellung des Textes gewissenhaft recherchiert, nur seriöse Quellen ausgewählt und eigene Erfahrungen dokumentiert. Dennoch können weder Verlag noch Autoren Fehler oder Ungenauigkeiten restlos ausschließen. Die in diesem Ratgeber zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer eigenständigen Auswahl und Anwendung bzw. Veränderung oder Absetzung von Medikamenten, sonstigen Gesundheitsprodukten oder Heilungsverfahren verwendet werden. Bitte sprechen Sie darüber immer mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker! Gehen Sie mit den Informationen in diesem Ratgeber verantwortungsbewusst und angemessen um. Weder Verlag noch Autoren übernehmen Verantwortung für Schäden, die Ihnen entstehen könnten, wenn Sie die Informationen dieses Ratgebers allein umsetzen. Bitte prüfen Sie sorgfältig und entscheiden Sie erst nach der Konsultation eines Spezialisten, ob die gegebenen Empfehlungen in Ihrem konkreten Fall geeignet sind.

Die Autoren

Torsten Hartmeier ist Heilpraktiker und bereits seit 20 Jahren ausschließlich in der eigenen Praxis tätig. Seit zehn Jahren beschäftigt er sich intensiv mit chronischen Erkrankungen der Atemwege. Dabei trennt er nicht in Schulmedizin und Naturheilkunde, vielmehr ist es sein Ziel, ganzheitliche und naturheilkundliche Methoden in die schulmedizinischen Behandlungskonzepte mit einfließen zu lassen. Herr Hartmeier leidet schon seit seiner Kindheit selbst an Asthma und kann daher auf einen besonders vielfältigen und reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Dr. Anja Schemionek ist Diplom-Biologin und Wissenschaftsredakteurin. Sie arbeitet schon seit vielen Jahren als Fach-Lektorin mit naturheilkundlichen Themen und hat viele Gesundheitsratgeber bearbeitet oder als Autorin selbst verfasst. Ihre Spezialgebiete sind die gesunde Ernährung und Nahrungsergänzungen.

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Vorwort von Dr. med. Reinhard Lubbe

Ein Patientenbericht

Was, wenn ich Recht habe? Ein einführendes Vorwort

Raucherhusten und COPD – Jetzt wollen Sie selbst etwas tun

Zehn Methoden für eine bessere Gesundheit

Die Suche nach Ihren persönlichen (Mit-)Ursachen

Allergien

Die Darmflora

Bakterien, Viren und Pilze – Feinde, die sich keiner wünscht

Die Nasennebenhöhlen

Traumata

Störfelder und -herde

Tägliche Gifte

Refluxösophagitis

Belastungen durch Erdstrahlen

Rauchen – na klar!

Ihre (Mit-)Ursachen selbst bekämpfen

Geben Sie das Rauchen auf!

Die bessere Ernährung

Die Sanierung der Darmflora

Entgiften bei COPD

Naturheilkundliche Medikamente

Energetische Verfahren

Haustiere und COPD

Guter Schlaf ist Gold wert

Mehr Gesundheit mit therapeutischer Hilfe

Naturheilkundliche Medikamente

Manuelle Therapieformen

Energetische Therapien

Geräte, die Ihnen helfen können

Spezielles Wissen über COPD

Begleiterkrankungen bei Raucherlunge

COPD, Partnerschaft und Familie

Meine COPD-Positivliste

ANHANG

Gesundes Essen – hilfreiche Listen

Schulmedizinische Diagnose der COPD

Quellen

Ein Schlusswort

Sachregister

Vorwort von Dr. med. Reinhard Lubbe

Ein Ratgeber für Patienten mit COPD und Raucherhusten? Ist so etwas denn nötig, bei den vielen Büchern, Internetseiten und anderen Informationen, die es zu diesem Thema schon gibt?

Für mich als Allgemeinmediziner sind es Patienten mit chronischen Erkrankungen, die meist langwierig therapiert werden müssen, wobei die Ergebnisse leider oft unbefriedigend bleiben. COPD- und Raucherhusten-Patienten gehören auf jeden Fall zu diesen schwer behandelbaren Erkrankten.

Daher ist der vorliegende Ratgeber trotz aller schon vorhandenen Informationen eine große Bereicherung. Er ist nicht nur nah am täglichen Leben, sondern spiegelt außerdem die Vielfalt der Methoden wider und – das ist besonders wichtig – hat einen ganzheitlichen Ansatz. Nicht „die Lunge“ oder „die Luftnot“ wird behandelt, nein, der Mensch als Ganzes wird in die Therapie einbezogen. Und was mir ganz besonders daran gefällt: Der Patient wird direkt eingebunden und muss (und darf!) mitarbeiten. „Pilleneinwerfen“ allein führt nicht zum Ziel, Verantwortung abschieben gilt nicht!

Einige der hier genannten Therapieverfahren sind aus ärztlicher Sicht sehr umstritten. Hier ist eine intensive Beratung des hilfesuchenden Patienten notwendig. Und es gilt dabei ganz besonders der Hinweis, der auch im Impressum des Ratgebers schon anklingt: Jeder Therapeut wende nur die Methode an, die er beherrscht, deren Möglichkeiten, Grenzen und mögliche Gefahren er kennt.

Möge dieser Ratgeber vielen leidenden Menschen helfen, einen Weg zur Besserung, vielleicht zur Gesundung zu finden.

Dr. med. Reinhard Lubbe

Arzt für Allgemeinmedizin

Arzt für Öffentliches Gesundheitswesen

32479 Hille

Ein Patientenbericht

Der Heilpraktiker Torsten Hartmeier hat mich gebeten, einen Bericht über meine Krankengeschichte für seinen Ratgeber zu schreiben. Diesem Wunsch komme ich gerne nach.

Mein Name ist Peter M., ich bin 47 Jahre alt und arbeite als Lehrer. Schon als Baby hatte ich schwerstes Asthma, das unmittelbar nach einer Pockenimpfung erstmalig aufgetreten ist. Im Alter von zwölf Jahren habe ich aufgrund der vielen Cortisonspritzen ausgesehen wie ein Fesselballon.

Bis zu meinem 21. Lebensjahr habe ich mehrmals so starke Anfälle gehabt, dass es schon ganz schön knapp war. Mein Asthma hat sich dann kontinuierlich gebessert, sodass ich mein Asthmaspray nur noch als Alibifunktion dabei hatte. Lediglich im Hochsommer musste ich alle paar Tage mal einen Hub nehmen.

So kam ich auch dazu, zu rauchen, was meine Lungen erst einmal nicht beeinträchtigt hat. Selbst mein Arzt hatte mir das Asthmaspray mit der niedrigsten Dosierung aufgeschrieben. Beim Sport (Kung-Fu) hatte ich ebenfalls keine Einschränkungen und da geht es schon ganz schön zur Sache.

Einmal musste ich miterleben, wie eine Dame mittleren Alters mitten in der Stadt einen Asthmaanfall bekam und fast daran gestorben wäre. So dunkelblau habe ich noch nie einen Menschen gesehen. Dazu zappelte sie unentwegt herum, schrie so gut es ging um Hilfe, und keiner konnte etwas tun. Selbst als der Notarzt vor Ort und sie mittlerweile völlig verkabelt war, ging es ihr nicht wesentlich besser. Na, das hat gesessen. Prompt hatte ich zwei Tage später das Gefühl, irgendwie nicht so gut Luft zu kriegen. Aber das legte sich wieder. Trotzdem hatte ich immer wieder das Bild dieser hilflosen Frau vor Augen.

Im Sommer 2010 haben wir dann mein Arbeitszimmer zuhause renoviert. Also, alte Tapeten runter, die Holzwände bearbeiten und neue Tapeten anbringen. Hierbei hatte ich unheimlich viel mit Staub zu tun und das habe ich auch gemerkt. Auch jetzt war meine Luft wieder irgendwie anders. Mal das Rauchen einzustellen – kein Gedanke daran. Man ist ja wirklich so ein bisschen bescheuert.

Im November 2010 ging es dann los. Ein paar Tage lang lief es aus meiner Nase wie Wasser. Das nervte mich zwar, belastete aber nicht weiter. Dann saß ich in einer Konferenz. Ich wollte was sagen, doch mir fehlte die Luft. Ich konnte mich zusammenreißen und das Ganze zu Ende bringen. Auf dem Weg nach Hause war es immer noch sehr bescheiden, obwohl ich mittlerweile drei- oder viermal mein Asthmaspray genommen hatte. Abends im Bett wurde es besser, auf jeden Fall habe ich durchgeschlafen.

Am nächsten Morgen mussten meine Frau und ich wegen eines Termins nach Hannover fahren. Die Fahrt war für mich eine einzige Katastrophe. Es fühlte sich wie Asthma an, ließ sich aber durch mein Spray nicht verbessern. Abends bin ich dann zum Notarzt. Ich habe ihm alles geschildert und dann eine Cortisonspritze bekommen. Der Arzt verabschiedete mich mit den Worten, dass es kein ernst zu nehmender Befund sein. Die Lungen würden sich nicht so schlimm anhören. Besser wurde es aber nicht!

Am darauffolgenden Morgen bin ich mit unseren Hunden rausgegangen und merkte schon nach ein paar Metern, dass etwas nicht stimmte. Irgendwie konnte ich nicht einatmen. Die Luft blieb einfach nach der Hälfte stecken. Stoppte einfach. Ich bin dann trotzdem weitergegangen. Nach etwa 400 Metern habe ich umgedreht, weil es immer komischer wurde. Und dann passierte es: Ich musste mich auf einmal wie ein Torwart hinstellen und hecheln wie ein Hund, ich konnte es nicht steuern. Vor Angst habe ich mir fast in die Hose gemacht. „Ist das das Ende? Muss ich jetzt sterben oder was passiert hier mit mir?“ Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte es wieder auf, ich atmete so gut ich konnte und schleppte mich nach Hause, kaum noch fähig einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn die Hunde richtig zu führen. Ich legte mich nur noch aufs Sofa. Meine Frau rief unseren Hausarzt an und um 14 Uhr konnte ich vorstellig werden. Ich schilderte ihm die Lage und er sagte, das könne auch ein Pneumothorax sein, wenn gleichzeitig der Puls hochgeht. Was bitte ist ein Pneumothorax? Das interessierte mich aber nicht wirklich, ich wollte einfach nur wieder atmen können. Er legte mir ein Cortisonspray auf den Tisch und empfahl mir, einen Lungenarzt aufzusuchen und das Rauchen einzustellen. Auf mein Bitten hin hörte er mich ab und erzählte was von „Silent Lung“ und „COPD“. Konnte ich nichts mit anfangen. Zuhause recherchierte ich dann im Internet. Das waren ja tolle Aussichten! Realisiert habe ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Irgendwie habe ich es dann geschafft, schnell einen Termin beim Lungenarzt zu bekommen. Ich weiß, Sie werden mich jetzt steinigen, aber zu diesem Zeitpunkt habe ich immer noch geraucht.

Beim Lungenarzt musste ich in einer Glaskabine mehrmals in einen Schlauch ausatmen nach Anweisung der Helferin. Sie gab mir dann ein Asthmaspray und nach 15 Minuten musste ich nochmals in die Kabine. Anschließend wurde die Lunge geröntgt. Dann folgte das Gespräch mit dem Arzt, der sehr nett und zuvorkommend war. Er sagte mir, dass ich ihm Rätsel aufgeben würde. Er wüsste nicht genau, was ich hätte. Mein Lungenvolumen sei generell sehr klein und im Moment würden mir zwei Liter Sauerstoff fehlen. Mit einem Rezept für ein anderes Cortisonspray und Cortisontabletten verließ ich die Praxis.

Die Nebenwirkungen der Medikamente machten mir echt zu schaffen. Ich konnte kaum noch sprechen, so heiser war ich. Auch mein Bauch rebellierte und schmerzte. Mein Hausarzt verordnete mir zusätzlich einen Säureblocker, den ich überhaupt nicht vertrug. Ich fühlte mich ausgestopft wie eine Mastgans. Mein Bauch war aufgebläht wie ein Ballon. Mittlerweile war eine Woche vergangen und mein Zustand nach wie vor schlecht. Meine Frau empfahl mir dann, Herrn Hartmeier aufzusuchen. Sie hatte auf seiner Internetseite gelesen, dass er COPD behandelt. Also habe ich erst einmal das kostenlose Beratungsgespräch in Anspruch genommen, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Er erklärte mir alles in Ruhe und erläuterte die verschiedenen Möglichkeiten des Heilpraktikers. Daraufhin habe ich einen richtigen Termin vereinbart und mich testen lassen. Das wurde mit einem Tensor gemacht, einem Griff mit einem biegsamen Stab mit einer Kugel am Ende. Sieht ein wenig putzig aus, scheint aber bei vielen Heilpraktikern als Diagnosemittel verwendet zu werden. Bei mir stellte er vorrangig eine starke Schimmelpilzbelastung fest. Aspergillus fumigatus hieß mein Erreger. Auch ein Trauma wurde festgestellt. Wo ich mir das geholt habe, wissen Sie bereits: Das war die Dame mit dem Asthmaanfall.

Die Behandlung, die folgte, waren tägliche Injektionen von Schlangengiften, eine homöopathische Löschung mit „meinem“ Schimmelpilz, eine Basisversorgung mit Vitaminen, Katzenklaue – und ich musste Tropfen einnehmen, die das Trauma auflösen sollten. Außerdem musste ich an einem Gerät inhalieren. Schon nach dem ersten Inhalieren spürte ich eine Verbesserung. Nach drei Wochen wurde ich wieder beim Lungenarzt untersucht. Er war erfreut über meine Ergebnisse und machte mir einen erneuten Termin in vier Wochen. In dieser Zeit habe ich die Naturtherapie weiter fortgeführt und mir ging es auch spürbar besser.

Einen ziemlichen „Klopper“ habe ich noch gebracht. Auf Anraten des Heilpraktikers bin ich zu einer Lungenreinigung bei einer Heilpraktikerin gefahren. Das habe ich nicht nur als angenehm empfunden, vielmehr fühlten sich meine Lungen wie neugeboren an. Und was mache ich Depp? Stecke mir genüsslich eine Zigarette an. Da habe ich gedacht, mich haut es um. Gemerkt habe ich die Zigarette bis in das kleinste Lungenbläschen. Da hieß es dann, eine Woche warten und die ganze Lungenreinigung nochmal.

Die nächste Untersuchung beim Lungenarzt fiel noch besser aus und auch diesmal war der Arzt im Gespräch mit mir hocherfreut. Selbst die Gaswerte hatten sich deutlich gebessert. Ich habe ihm dann offenbart, dass ich seinen vorgeschlagenen Weg nicht gegangen bin, sondern Naturmittel eingenommen habe. Ich dachte, er rastet aus. Meine frisch erstellten Untersuchungsergebnisse habe ich nicht erhalten und er war schneller aus dem Behandlungszimmer verschwunden, als ich Piep sagen konnte. Dabei war er doch erst so nett und zugänglich gewesen. Seine Worte beim Verlassen des Zimmers waren: „Wenn Sie meinen, sich mit solchen Quacksalbermethoden behandeln zu lassen, dann bitte. Dann brauchen Sie mich ja nicht mehr.“ Ich fühlte mich so, wie ein geprügelter Hund aussieht – ziemlich schlecht. Irgendwie bin ich dann aber auch wütend geworden. Sollte er sich nicht mit mir über die Erfolge freuen? Ist es nicht egal, was dem Patienten hilft?

Meine Naturmedizin nehme ich immer noch ein und werde es noch eine ganze Weile machen müssen. Meine Ernährung habe ich umgestellt und ein bisschen abgenommen habe ich dabei auch. Im Moment lasse ich mich zusätzlich mit Prana-Heilung behandeln und auch hierbei immer eine Lungenreinigung durchführen. Dabei merke ich, wie die Lunge zunehmend entlastet wird. Dass ich meine abendliche Nasenspülung durchführe, nun, darauf achtet meine Frau. Ich werde mir einen anderen Lungenarzt suchen und mich regelmäßig untersuchen lassen.

Ihnen wünsche ich, dass dieser Ratgeber eine Hilfe für Sie ist.

Peter M., Bielefeld

Was, wenn ich Recht habe? Ein einführendes Vorwort

Vor Ihnen liegt ein neuer und andersartiger Ratgeber für Menschen, die unter Raucherhusten oder chronisch obstruktiver Bronchitis bzw. COPD leiden, sowie auch für ihre Angehörigen und Pflegenden. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Ratgeber veröffentlichen soll. Einerseits wird es viele Menschen geben, die diesen Ratgeber mit Erstaunen und Begeisterung lesen und die Anregungen und Hilfen gerne nutzen werden. Andererseits werden manche Leser den Kopf über diese Hilfen schütteln, wieder andere werden die hier enthaltenen Informationen schlicht ablehnen. Fest steht jedoch, dass jeder Mensch ein Recht auf Informationen hat. Und in diesem Ratgeber sind Informationen enthalten, die vielen interessierten Menschen sonst vielleicht vorenthalten würden.

Ich habe auch darüber nachgedacht, dass ich wegen dieses Ratgebers vermutlich von verschiedenen Seiten angegriffen werde: Da wird es Selbsthilfegruppen geben, die laut aufschreien werden, wie ich es wagen kann, Menschen mit COPD Hoffnung zu machen. Lungenfachärzte werden mich per se als Scharlatan abstempeln. Diese Überlegungen haben mir am Anfang Angst gemacht. Doch je länger ich an diesem Ratgeber gearbeitet habe, umso mehr war ich bereit, ihn zu veröffentlichen. Die teilweise großartigen Erfolge, die ich mit naturheilkundlichen Maßnahmen bei der COPD beobachten konnte, dürfen nicht einfach in einer Kiste verschwinden und für niemanden erreichbar sein! Deshalb stelle ich in diesem Ratgeber meinen reichen Erfahrungsschatz bei der Behandlung der COPD all jenen zur Verfügung, die daran Interesse haben. Ich berichte in diesem Ratgeber ausschließlich über Verfahren, die ich selber einsetze und von deren Wirkung ich mich überzeugt habe. Vielleicht werden Sie sich wundern, dass ich manche bekannte Naturheilverfahren, wie zum Beispiel die gut etablierte Akupunktur, Akupressur, Eigenbluttherapie, Ozontherapie oder andere, in diesem Ratgeber nicht erwähne. Auf keinen Fall geschieht dies, weil ich jene Therapien für unwirksam halte. Vielmehr habe ich persönlich keine Erfahrungen damit und kann daher nicht darüber berichten.

Ich behaupte, dass noch nie in der Weltgeschichte so viel Geld in die Erforschung und Behandlung von Krankheiten investiert wurde wie zur heutigen Zeit. Dennoch müssen COPD-Patienten hilflos ihre ständig zunehmende Atemnot und ihren körperlichen Verfall hinnehmen, und niemand ist in der Lage, konkrete Hilfen gegen dieses Fortschreiten anzubieten. Die riesige Maschinerie der aktuellen konventionellen und hochtechnisierten Medizin jedenfalls kann ihnen keine Heilung bringen. In den meisten Fällen gelingt es, der COPD durch eine massive schulmedizinische Therapie die Spitzen zu nehmen. Was natürlich auch absolut sinnvoll ist. Parallel schreitet jedoch die Chronifizierung der COPD stetig weiter fort und wird dadurch leider immer schwerer zu behandeln. Eine ganzheitliche Sichtweise der konventionellen Medizin im Sinne des Patienten fehlt, es wird halt hochwissenschaftlich und evidenzbasiert das Organ Lunge betrachtet. Eine biologische, ganzheitliche Behandlung der COPD erfordert eine zum Teil völlig andere Sicht- und Denkweise. Aber was zählt denn letztendlich mehr? Der Erfolg am Patienten durch vielleicht nicht wissenschaftlich anerkannte Therapien oder das Festhalten an wissenschaftlich etablierten Dogmen?

Die meisten der in diesem Buch vorgestellten Therapiemöglichkeiten sind entweder in der Schulmedizin völlig unbekannt oder werden als Quacksalberei abgetan. Sie scheinen somit jeglicher Wissenschaftlichkeit zu widersprechen. Diese Situation wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern, unabhängig davon, dass immer wieder Erfolge mit der Naturheilkunde erzielt werden.

Ich bin Heilpraktiker, kein Arzt. Insofern wird den „schulmedizinischen“ Verordnungen bei Lungenkrankheiten in diesem Ratgeber kaum Raum gegeben. Das bedeutet nicht, dass ich sie nicht für sinnvoll halte, vielmehr beschäftige ich mich nicht mit ihnen, weil ich sie gar nicht verordnen darf und auch nicht möchte. Dennoch ist dieser Ratgeber NICHT als Aufruf zu verstehen, der sogenannten Schulmedizin den Rücken zu kehren. Das wäre nicht nur dumm, es könnte unter Umständen sogar lebensgefährlich werden. (Sie finden im Anhang eine Übersicht über die möglichen Untersuchungen, die ein Hausarzt oder ein Pneumologe mit Ihnen durchführen kann, um eine sichere Diagnose Ihrer Lungenprobleme erstellen zu können.) Die gewissenhafte Diagnose der COPD durch einen Lungenfacharzt ist genauso unabdingbar wie eine entsprechende fachmedizinische Therapie. Doch ein Lungenfacharzt behandelt ausschließlich das Organ Lunge – und das sicherlich mit bestem Wissen und Gewissen. Weiteres findet daneben in der heutigen Medizin kaum Berücksichtigung. Der Mensch wird nicht als Ganzes gesehen; vielmehr wird er, je nach Spezialist, auf ein Organ reduziert und das muss nach speziellen, einheitlichen Leitlinien behandelt werden. Aus Sicht der Naturheilkunde gleicht jedoch keine Krankheit der anderen, wie auch kein Mensch dem anderen gleicht. Daher unterscheidet sich Ihr Raucherhusten vom dem des Nachbarn und Ihre COPD ist anders als die von einem anderen Erkrankten. Auch kein Lungenemphysem entwickelt sich bei jedem Patienten genau nach demselben Schema. Jede Erkrankung hat ihre ganz eigene Geschichte, wie auch jeder Erkrankte seine persönliche Geschichte hat. Und so muss der Betroffene auch behandelt werden: mit einer individuellen und genau auf ihn zugeschnittenen Therapie. Man muss also nicht auf der Stufe der Schulmedizin stehen bleiben, sondern kann sich weitere Hilfen in der Naturheilkunde holen.

Zu wissen, dass das möglich ist und dass es Hilfen gibt, ist überaus wichtig für alle, die sich mit ihrer COPD nicht einfach abfinden wollen. Auch wenn es überall zu hören und zu lesen ist, dass COPD unaufhaltsam sei, stetig fortschreitet, der Sauerstoff und die Lungentransplantation schon warten und es keinen Ausweg gibt: Glauben Sie mir, es gibt doch einen anderen Weg. Ich habe es viele Male bei meinen Patienten erlebt und erlebe es immer wieder: Es gibt sie, die Möglichkeit einer Verbesserung bei COPD! Auch diese schreckliche Erkrankung ist keine Einbahnstraße. Allerdings muss der Betroffene dafür etwas tun, jedoch – wer tut nicht gerne etwas für sich, wenn sonst das langsame, aber sichere chronische Siechtum droht?

Drei Hinweise habe ich noch an dieser Stelle:

Erstens möchte ich nochmals ausdrücklich betonen, dass die in diesem Ratgeber vorgestellten Therapieoptionen keinesfalls als Alternative zu Ihren vom Facharzt verordneten Medikamenten anzusehen sind. Ebenso sollten Sie Ihre Medikamente niemals eigenständig reduzieren oder gar ganz absetzen. Patienten, die durch naturheilkundliche Maßnahmen eine deutliche Besserung erfahren und der Meinung sind, dass ihre Medikamentenmengen verringert werden könnten, sollten dies nur nach Absprache mit dem Arzt und genau nach dessen Angaben durchführen.

Zweitens möchte ich darauf hinweisen, dass die im Buch vorgestellten Hinweise zum Teil widersprüchlich erscheinen können. Das kommt daher, dass COPD-Patienten und Menschen mit Raucherhusten sehr unterschiedlich sein können: Die einen sind noch in einem frühen Stadium und können zum Beispiel noch gut etwas Sport treiben, die anderen sind dazu jedoch körperlich nicht mehr in der Lage. Ganz im Gegenteil, sie müssen mit ihren Kräften haushalten und sie für das Wesentliche des Tages aufsparen. Da ich jedoch allen Patientengruppen passende Hinweise liefern möchte, kommt es dazu, dass sich nicht jeder Leser überall wiederfinden kann.

Und noch der dritte und sehr wichtige Hinweis: Wenn Sie während der Therapie Ihres Raucherhustens oder Ihrer COPD weiter rauchen, dann nehmen Sie sich bis zu 90% der möglichen Wirksamkeit der hier dargestellten Therapiemöglichkeiten. Sie werden deutlich weniger davon profitieren, Ihre Verbesserungen werden minimal statt deutlich spürbar ausfallen, und Sie werden Ihre Lungen und Ihren Körper weiter mit Giften quälen, statt ihm Erleichterung zu verschaffen. Denken Sie darüber nach und entscheiden Sie, was Sie wollen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie durch das Lesen dieses Ratgebers viele neue Erkenntnisse gewinnen, die Sie weiterbringen. Und natürlich wünsche ich Ihnen, dass Sie mit dieser Hilfe eine bessere Gesundheit finden können.

Ihr

Torsten Hartmeier

 

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Raucherhusten und COPD – Jetzt wollen Sie selbst etwas tun

Sie sind schon lange Raucher und leiden jeden Tag unter Ihrem Raucherhusten? Oder haben Sie sogar schon von Ihrem Arzt die Diagnose COPD bekommen? Auf jeden Fall sind Sie der Ansicht, dass Sie selbst etwas für sich tun können, zusätzlich zu Ihrer bisherigen Behandlung. Und nun sind Sie auf der Suche nach Möglichkeiten für eine Verbesserung Ihrer Gesundheit und haben zu diesem Ratgeber gegriffen. Ich gratuliere Ihnen dazu, Sie haben sich auf einen guten Weg begeben! Ihr Arzt hat Ihnen da vielleicht nicht viel Hoffnung gemacht. Und die Bücher oder Internetinformationen, die Sie zu Raucherhusten und COPD bisher gefunden haben, waren auch nicht sehr ermutigend. Und doch gibt es vieles, das Sie tun können! Auf den folgenden Seiten finden Sie jede Menge Hinweise dazu. Doch informieren Sie sich vielleicht zuerst darüber, was Raucherhusten und COPD genau bedeuten.

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Zehn Methoden für eine bessere Gesundheit

In diesem ersten Kapitel habe ich solche Maßnahmen für Sie zusammengestellt, die Sie schnell und relativ einfach durchführen können. Sie können sofort damit anfangen. Vielleicht werden manche meiner Empfehlungen Sie erschrecken oder gar empören oder Sie können einfach nichts damit anfangen. Versuchen Sie es trotzdem einmal. Alle hier beschriebenen Methoden haben meinen Patienten Erleichterung verschafft und zu mehr Lebensqualität verholfen. Allerdings müssen Sie nicht alles dauerhaft machen, um Erfolg zu haben. Probieren Sie aber alles aus und nutzen Sie dann die Methoden, die Sie mögen und die Ihnen guttun.

Methode 1: Wasser

Wie viel trinken Sie am Tag? Mir fällt in meiner Praxis immer wieder auf, dass viele Menschen zu wenig trinken. Insbesondere Wasser scheint ein Getränk zu sein, das eher abgelehnt wird. Ich denke, die Gründe dafür liegen zum Teil sehr tief in unserem Inneren verborgen: Wenn Sie zum Beispiel an Ihre Kindheit zurückdenken, erinnern Sie sich dann auch an Sätze wie „Es gibt gleich Mittagessen, trink jetzt nicht!“, „Du hast gerade einen Apfel gegessen, trink jetzt nicht!“, „Wir müssen gleich aus dem Haus, trink jetzt nicht!“ oder Ähnliches? Vielen von uns wurde systematisch das natürliche Bedürfnis zu trinken abtrainiert.

Und dann gibt es Menschen, die schaffen es sogar, einen ganzen Vor- oder Nachmittag nichts zu trinken, zum Beispiel, weil sie unterwegs sind. Denn es ist vielleicht schwierig, unterwegs eine Toilette zu finden, oder man möchte öffentliche Toiletten lieber nicht benutzen müssen. Oder bei wichtigen Terminen ist es manchen peinlich, zwischendurch „raus“ zu müssen. In beiden Fällen wird das wichtige Grundbedürfnis dann eben vermieden, indem man stundenlang nichts trinkt.

Ein weiterer Grund kann auch ein intuitiver Schutz des Körpers vor qualitativ schlechtem Wasser sein. Denn leider ist nicht jedes Wasser gut und richtig für uns.

Dabei ist (sauberes) Wasser so wichtig für unsere Gesundheit – auch und vor allem für die Gesundheit unserer Atmungsorgane! Wasser ist die wichtigste chemische Komponente unseres Körpers und macht bei einem Erwachsenen die Hälfte bis zwei Drittel des Körpergewichts aus. Es kühlt den Körper über den Schweiß auf der Haut, es hält alle Schleimhäute feucht (Atemwege, Harn- und Verdauungstrakt, Augen) und hilft, die Haut gesund zu erhalten, den Blutdruck zu regulieren, das Gehirn fit zu halten, die Verdauung zu regeln und Nährstoffe zu transportieren. Ohne Wasser läuft nichts in unserem Körper!

Darüber hinaus fördert Wasser Ihren Heilungsprozess, denn es reinigt Ihren Körper, indem es hilft, Stoffwechselendprodukte aus Ihrem Körper heraus zu transportieren. So kann Wasser sogar helfen, bestehende Kopfschmerzen oder Schwindel zu reduzieren. Wasser steigert außerdem unsere geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und unterstützt uns bei einem vielleicht gewünschten Gewichtsverlust.

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Jeden Tag verlieren wir Wasser durch unsere Atmung, den Schweiß, den Urin und den Stuhl. Wir können nicht für längere Zeit auf Vorrat trinken und davon zehren.

Gerade für Sie als Mensch mit einer geschwächten Lunge oder einer Lungenerkrankung ist es essenziell, genug Wasser zu trinken. Sie benötigen Wasser dringend für die Schleimverflüssigung in den Bronchien. Wenn Sie jetzt argumentieren, dass Sie gar keinen Schleim mehr haben, möchte ich Ihnen vehement widersprechen: Entweder ist er durch Ihre Cortison-Therapie so unterdrückt, dass Sie ihn nicht mehr spüren, oder er sitzt so fest, dass er nicht abgehen kann. In der Regel finden sich bei COPD-Erkrankten dicke, ausgetrocknete und festsitzende Schleimbrocken in den Atemwegen, die Sie beim Luftholen zusätzlich behindern. Um diese zu beseitigen, brauchen Sie Wasser, das Ihre Lungen und Schleimhäute bei der Selbstreinigung unterstützen kann. Nutzen Sie Wasser als das billigste Medikament der Welt und Sie werden erstaunt sein, was für Ihre Gesundheit allein durch ausreichendes Trinken Positives passiert.

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Entscheidend für Ihren Gesundheitszustand ist die Menge und die Art und Weise, in der Sie Wasser zu sich nehmen. Entgegen landläufiger Meinung ist es nicht richtig, dass zu viel Wasser den Körper aufschwemmt oder Ödeme (Wassereinlagerungen in die Haut/Wassersucht) verursacht, wenn Herz und Nieren gesund sind (siehe Kasten). Nimmt ein gesunder Mensch mehr Wasser zu sich, als sein Körper benötigt, so wird der Überschuss schnell ausgeschieden. Es ist nicht möglich, dass Sie „sich selbst ertränken“, indem Sie zu viel Wasser trinken.

1,5 bis 2 Liter am Tag reine Trinkmenge ist ausreichend. Sollten Sie sich allerdings häufig in sehr warmen oder sehr kalten Umgebungen aufhalten, reicht diese Menge nicht aus. Auch wenn Sie – vielleicht aufgrund einer Infektion – viel durch den Mund atmen müssen oder aus irgendwelchen Gründen Durchfall haben oder sehr viel schwitzen, sollte es mehr sein.

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Beobachten Sie sich ein paar Tage lang: Wie viel trinken Sie in 24 Stunden und welche Getränke sind es, die Sie zu sich nehmen? Je mehr klares Wasser dabei ist, desto besser.

Ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der richtigen Trinkmenge ist der Urin. Ein sehr heller und fast klarer Urin zeigt an, dass Sie Ihre individuell benötigte Trinkmenge erreicht haben.

Tipps, wie Sie Ihre tägliche Wasser-Trinkmenge erhöhen können:

1. Nehmen Sie immer eine kleine Flasche Wasser mit und halten Sie stets ein Glas oder eine Tasse Wasser bereit, wenn Sie sich für längere Zeit an einer Stelle aufhalten. Trinken Sie immer mal wieder ein paar kleine Schlucke daraus. Und sorgen Sie sofort für Nachschub, wenn Ihr Wasservorrat zur Neige geht.

2. Bitten Sie, wenn Ihnen eine Tasse Kaffee angeboten wird, entweder alternativ oder zusätzlich um ein Glas Wasser.

3. Nutzen Sie, wenn Sie mögen, kleine Zitronen-, Orangen- oder Ingwerstücke, um Ihrem Wasser etwas Geschmack zu geben. Natürlich zählen auch Kräutertees oder mit viel Wasser verdünnte Frucht- oder Gemüsesäfte mit zur täglichen Trinkmenge.

4. Lassen Sie sich von der Technik stündlich an das Wassertrinken erinnern: Stellen Sie sich einen Wecker – vielleicht auf Ihrem Handy, das Sie sowieso immer dabei haben, oder auf dem PC, vor dem Sie stundenlang sitzen – und greifen Sie sofort zum Glas Wasser, wenn es Sie erinnert.

5. Trinken Sie häufig kleinere Mengen, nicht einen halben Liter auf einmal. Denn Letzteres ist vergleichbar mit einem Platzregen, der auf einen vertrockneten, rissigen Wüstenboden niedergeht: Das Wasser fließt ungenutzt ab, die Erde (also im Vergleich Ihr Körper) hat keine Chance, es aufzunehmen. Bei mehreren kleinen Trinkmengen nutzen Sie das Prinzip der feinen Gießkanne und Ihre Organe haben viel mehr vom Wasser.

6. Steigern Sie Ihren Wasserkonsum langsam, aber stetig. Sie müssen sich nicht von heute auf morgen zwingen, zwei Liter Wasser zu trinken. Machen Sie es langsam, damit Ihr Körper sich gut an die nun bessere Versorgung anpassen kann. Wenn Sie nach einem Monat regelmäßig mindestens einen und nach zwei Monaten immer 1,5 Liter jeden Tag trinken, sind Sie am Ziel und haben sich und Ihrem Körper nicht zu viel zugemutet.

7. Auch das Essen von viel wasserreichen Lebensmitteln, zum Beispiel Wassermelonen, Äpfeln, Gurken oder Tomaten, erhöht Ihre Wasserversorgung. Nutzen Sie solche Lebensmittel insbesondere dann, wenn es mit dem Trinken gerade aus irgendwelchen Gründen nicht so gut klappt.

8. Ich empfehle Ihnen, wann immer möglich, Wasser mit sehr guter Qualität zu trinken. Ich persönlich habe an meinem Körper deutlich bessere Wirkungen auf meine Gesundheit gespürt, wenn ich normales Leitungswasser trinke, das eine Filteranlage durchlaufen hat. Allerdings gehen hier die Meinungen vieler Fachleute weit auseinander. Tatsache ist: Mineralwasser, insbesondere mit Kohlensäure versetztes, ist dem offiziell häufig kontrollierten Leitungswasser in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht vorzuziehen. Quellwasser ist nicht immer das Beste, da es selten kontrolliert wird und Verunreinigungen enthalten kann. Abgefülltes stilles Wasser hat ebenso Schwächen (Letzteres bitte unbedingt in Glasflaschen kaufen und die Marke immer wieder wechseln!).

Wasser ist auch in anderer Hinsicht wichtig für Sie: Beobachten Sie unbedingt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, in denen Sie sich viel aufhalten (Schlafzimmer, Wohnzimmer etc.). Trockene Luft lässt schon Gesunde schlechter atmen, für Menschen mit Atemproblemen ist eine ausreichende Luftfeuchte unbedingt erforderlich. Besorgen Sie sich ein Hygrometer und schauen Sie am Tag häufiger drauf. Eine gesunde Luft enthält zwischen 35 und 55% relative Luftfeuchte. Sollten die in Ihren Räumen gemessenen Werte darunter liegen, was vor allem im Winter durch das Heizen der Fall sein kann, dann tun Sie etwas dagegen: Legen Sie feuchte Handtücher über die Heizungen oder stellen Sie Gefäße mit Wasser darauf. Sie können sich auch Geräte besorgen, die Sie an die Heizungen hängen oder die durch die Vernebelung von Wasser Ihre Raumluft befeuchten. Bei allen Methoden gilt allerdings, dass Sie unbedingt darauf achten müssen, dass die Gefäße oder Geräte nicht von Bakterien oder Schimmelpilzen verkeimt werden. Reinigen Sie daher diese Geräte mindestens einmal pro Woche gründlich und desinfizieren Sie sie. Lesen Sie zum Thema Luftfeuchte auch die Hinweise auf Seite 231.

Methode 2: Infektionen vermeiden

Ich sprach schon davon: Wasser ist ein wunderbares Reinigungsmittel, das gilt natürlich auch für das Körperäußere. Was Ihre Hände angeht, so sollten Sie beim Waschen nicht nur Wasser, sondern zusätzlich eine milde, vielleicht rückfettende Seife oder ein verträgliches Desinfektionsmittel benutzen. Denn eine häufige Ursache für eine COPD-Exazerbation (Verschlechterung, siehe Kasten Seite 27) oder auch für deren (subjektiv plötzlichen) Ausbruch kann eine Infektion der Atemwege oder der Lunge sein. Daher gilt es, solche Infektionen bestmöglich zu vermeiden. Eine der wichtigsten Strategien dabei ist das Händewaschen, denn infizierende Viren und Bakterien kommen sehr häufig durch den Kontakt der eigenen Hände mit Mund oder Nase in die Atemwege. Daher lautet die allererste Regel zum Infektionsschutz: Lernen Sie, Ihre (ungewaschenen) Hände nicht in Kontakt mit Ihrem Gesicht und insbesondere nicht mit Nase und Mund kommen zu lassen. Ganz besonders wichtig ist diese Maßnahme, wenn Sie unterwegs sind, viele Hände schütteln müssen, Türklinken oder Treppengeländer, Aufzugknöpfe, Einkaufswagen, Computertastaturen, Touchscreens oder Ähnliches berühren und sich nicht die Hände waschen können. Machen Sie sich einmal bewusst, ob und wie oft Sie sich ins Gesicht fassen, zum Beispiel als Gesten beim Reden, um Ihre Haare aus dem Gesicht zu streichen, weil die Nase juckt, weil Sie viel unterwegs essen. (Tun Sie das am besten ausschließlich mit Messer und Gabel.) Diese und ähnliche Situationen verleiten sehr dazu. Machen Sie sich das bewusst und versuchen Sie, es in Zukunft bestmöglich zu vermeiden.

Die zweite Regel ist das richtige Händewaschen. Bauen Sie es konsequent nach bestimmten Tätigkeiten in Ihren Alltag ein: Denken Sie immer daran, sobald Ihre Hände sichtbar verschmutzt sind und bevor und nachdem Sie Lebensmittel angefasst haben. Waschen Sie sich die Hände, wenn Sie mit Tieren, deren Futternäpfen oder Hinterlassenschaften zu tun hatten, aber auch, wenn Sie Hautkontakt mit anderen Menschen hatten, nachdem Sie selbst gehustet oder geniest haben sowie vor und nach jedem Toilettengang (auch in Ihrem eigenen Haus).

Richtiges Händewaschen geht so:

1. Zuerst Ihre Hände mit warmem, fließendem Wasser nass machen,

2. dann die Seife bzw. das Desinfektionsmittel mindestens 20 Sekunden (zählen Sie dabei die Sekunden!) in Ihren Händen verteilen, inkl. Handrücken, Handinnenflächen, Handgelenken, Fingerspitzen, -zwischenräumen und -nägel (vielleicht hin und wieder und bei Bedarf zusätzlich mit einer kleinen Nagelbürste),

3. spülen Sie anschließend Ihre Hände unter laufendem Wasser vollständig ab und

4. trocknen Sie sie mit einem Einweg-Handtuch. (Benutzen Sie niemals auf öffentlichen Toiletten Stoffhandtücher und auch die Heißlufttrockner sind keine gute Idee.)

5. Schließen Sie den Wasserhahn, falls er keine Stopp-Funktion hat, indem Sie mit dem Einweg-Handtuch den Wasserzufluss abdrehen oder zudrücken.

6. Verwenden Sie anschließend zur Hautpflege eine Feuchtigkeitscreme – am besten aus einem Spender oder einer Metalltube. In eine Cremedose können leicht beim Hineingreifen Keime eingetragen werden, und eine Plastiktube, die nach dem Herausdrücken der Creme wieder in ihre ursprüngliche Form zurückgeht, kann dabei Keime einsaugen.

Allerdings: Bleiben Sie gelassen, wenn Sie sich einmal nicht die Hände waschen können. Achten Sie dann besonders gut darauf, den Kontakt der Finger mit Ihrem Gesicht, Mund und Nase zu vermeiden. Sie können sich behelfsweise für unterwegs auch ein verträgliches Desinfektionsspray oder -gel besorgen, das Sie für solche Fälle in der Tasche haben und das Ihnen hilft, die Zeit bis zum nächsten Waschbecken zu überbrücken. Auf diese Weise halten Sie viele Infektionsmöglichkeiten von sich ab. Allerdings ist es ganz natürlich, dass wir immer wieder infektiösen Keimen ausgesetzt sind. Unser Körper ist eigentlich darauf eingerichtet, nur Ihre Lunge ist ein Schwachpunkt in Ihrer Gesundheit und braucht mehr Schutz als bei anderen Menschen. Lassen Sie diesen Schutz jedoch nicht zum Waschzwang oder zur Angst vor Menschenkontakt auswachsen, denn das ist nicht förderlich für Ihre Lebensqualität.

An dieser Stelle möchte ich noch zwei Hilfsmittel zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionen vorstellen, denen ich persönlich eher skeptisch gegenüberstehe. Einige meiner Patienten haben damit sehr gute Erfolge erzielt, daher möchte ich sie nicht unerwähnt lassen: erstens kolloidales Silber (das in der Fachwelt sehr kontrovers diskutiert wird) und zweitens reduziertes Glutathion (ein sehr potenter Radikalenfänger, siehe auch Seite 157). Manche meiner Patienten nutzen kolloidales Silber oder reduziertes Glutathion in einem Vernebler und inhalieren es mit gutem Erfolg bei drohenden Infekten.

Methode 3: Die Nasenspülung

Eine Nasenspülung wird mit lauwarmem Salzwasser und einer sogenannten Nasendusche durchgeführt. Eine solche Vorrichtung und auch fertig abgepacktes Salz können Sie in Apotheken, Drogerien oder auch im Internet bekommen. Es ist eine einfache und sehr schonende Art, Krusten und Fremdkörper aus der Nase ohne irgendwelche schädlichen Nebenwirkungen zu lösen und zu entfernen. Mit einer Spülung der Nase befeuchten Sie Ihre Schleimhäute und können langfristig Ihre Nasennebenhöhlen wieder besser belüften. Eine täglich ein- oder zweimal durchgeführte Nasenspülung ist eine hervorragende vorbeugende Maßnahme gegen Nasennebenhöhlenentzündungen. Auch Beschwerden, die durch Pollen und Staub verursacht werden, können in den meisten Fällen deutlich reduziert werden. Insgesamt erleichtert die Nasenspülung Ihnen kurz- und langfristig die Atmung. Besonders Asthma- und Bronchitis-Patienten bemerken diese Erleichterung schnell, doch auch bei Raucherhusten und schon diagnostizierter COPD kann die Nasenspülung Ihnen Hilfe beim Atmen bringen. Damit jedoch nicht genug: Sollten Sie mit trockenen Augen zu kämpfen haben, können Sie mit einer Nasenspülung auch Ihre Tränensekretion günstig beeinflussen, und nicht zuletzt gewinnt Ihr Geruchssinn: Ihre Geruchsnerven werden wieder besser ansprechbar, was sich nicht nur durch besseres Riechen, sondern auch durch stärkeres Schmecken zeigt.

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So führen Sie eine Nasenspülung durch:

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