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Doz. Dr. med. Bodo Kuklinski

Dr. med. Ina van Lunteren

Gesünder mit Mikronährstoffen

Schützen Sie Ihre Zellen
vor „Freien Radikalen“

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Lektorat 1. bis 5. Auflage:

Hans-Jürgen Zander, Bielefeld

Fachlektorat 6. überarbeitete Auflage:

Dr. Anja Schemionek, Buchbach im Schwarzwald

Umschlag, Typografie/Satz: Wilfried Klei

Coverfotos: fotolia

Druck & Verarbeitung Printausgabe:

Westermann Druck Zwickau GmbH

Datenkonvertierung E-Book: Bookwire GmbH

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet

über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN E-Book: 978-3-89901-658-1

ISBN Printausgabe: 978-3-89901-386-3

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten.

 

EINLEITUNG

I

WAS IST KRANKHEIT?

 

Die organische Ebene

 

Die psychische Ebene

 

Die seelische Ebene

 

Die drei Säulen der Gesundheit

 

Stand der Dinge

II

DIE CHEMISCHE FABRIK MENSCH

 

Freie Radikale

 

Die Zelle

 

Enzyme und Coenzyme

 

Radikalfänger

 

Radikale als „Heiler“

III

DER SAUERSTOFF

 

Sauerstoff und direkte Oxidationen

IV

TATORTE DER FREIEN RADIKALE

 

Was passiert an den „Tatorten“?

V

URSACHEN DES OXIDATIVEN STRESSES

 

Nahrungsschere

 

Extreme Lebensweisen

 

Wasser

 

Genussgifte

 

Umweltgifte

 

Aldehyde

 

Schwermetalle

 

Stickstoffhaltige Verbindungen

 

Halogenierte / chlorierte Kohlenwasserstoffe

 

Strahlung

 

Elektrosmog

 

Krankheiten

 

„Der Schwindel mit den Vitaminen“

 

Darm

 

Der ganz alltägliche oxidative Stress

VI

KRANKHEITEN

 

Arteriosklerose

 

Arthrose und Arthritis

 

Krebs

 

AIDS

 

Umwelterkrankungen

 

Extrembelastungen

 

Altern

VII

MAKRONÄHRSTOFFE

VIII

SCHADSTOFFE

IX

MIKRONÄHRSTOFFE

X

VITAMINE

 

Vitamin A

 

Carotinoide

 

Vitamin E

 

Vitamin C

 

Vitamine der B-Gruppe

 

Vitamin B1 (Thiamin)

 

Vitamin B2 (Riboflavin)

 

Vitamin B3 (Niacin)

 

Vitamin B6 (Pyridoxin)

 

Vitamin B12 (Cobalamin)

 

Folsäure

 

Pantothensäure (Vitamin B5)

 

Biotin (Vitamin H)

 

Coenzyme

 

Coenzym Q10 (Ubichinon)

 

Alpha-Liponsäure (Thioctsäure)

XI

MINERALSTOFFE UND SPURENELEMENTE

 

Magnesium

 

Zink

 

Selen

XII

PROTEINE UND AMINOSÄUREN

 

Glutathion

 

Cystein

 

Methionin

 

Taurin

 

Carnitin

XIII

DIVERSE SUBSTANZEN

 

Fette und Fettsäuren

 

Phospholipide

 

Cholin

 

Heilpflanzen und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe

 

Ginkgo biloba

 

Algen

XIV

VITAMINE & CO. IM KREUZFEUER

 

Zugelassene Medikamente

 

Anerkannte Therapien

 

Mikronährstoffe

 

Vitamin D

 

Ein Blick über die Grenzen

 

Das Gesundheitswesen als Krankmacher

XV

HINWEISE ZUR BESCHAFFUNG

 

Der Arzt

 

Do-it-yourself

 

Network-Firmen

 

Plagiat-Produkte

 

Supermärkte

 

Apotheke

 

US-Produkte

 

Vereine

 

Hi-Life e.V.

 

Allgemeines

XVI

WAS SONST NOCH WICHTIG IST

 

Kosten-Nutzen-Vergleiche

 

Nachweismethoden

 

Dosierung / Rezepturen

 

SCHLUSSBEMERKUNG

 

Literatur

 

Erklärung der Fachausdrücke

 

Register

Einleitung

Jährlich verabschieden sich schweigend und kaum beachtet zahlreiche Pflanzen- und Tierspezies unwiderruflich aus unserer Umwelt, und auch der kranke Wald hält uns einen Spiegel vor. Lebensfeindliche Faktoren, die der Mensch selbst geschaffen hat, wirken immer bedrohlicher. In einem weitaus tiefer greifenden Maß, als ihm dies gegenwärtig ist, lebt der Mensch nicht nur als Teil des globalen Biotops, sondern ist selbst ein solches. Er wäre töricht anzunehmen, dass die Zerstörungen der Umwelt ihn nur mittelbar träfen.

In der gleichen Art und Weise, wie Schadstoffe die Basis des Lebens für andere Lebewesen irreversibel zugrunde richten, attackieren sie auch elementare Vorgänge im menschlichen Organismus. Im Gegensatz zu den Zeiten unserer Väter und Vorväter sind Ungleichgewichte sichtbar geworden, die die Existenz der Spezies Mensch bedrohen. Jedes dritte Neugeborene leidet heute an Allergien. Fast 20% der Ehepaare bleiben ungewollt kinderlos. Die Spermienzahlen der Männer verringerten sich in den letzten 50 Jahren um mehr als die Hälfte. Krebserkrankungen der Schleimhautwege und der Lymphdrüsen nehmen zu und treffen immer mehr Jüngere. Allein 25 Millionen Deutsche leiden unter Allergien. Alterungserscheinungen haben sich innerhalb der letzten 20 Jahre in Richtung Jugend verschoben. Der Mensch stirbt wegen der modernen Apparatemedizin zwar später, aber er altert früher. Und mit dieser Alterung verbundene Krankheiten setzen immer eher ein. Ein Drittel unserer Bevölkerung erreicht das Pensionsalter überhaupt nicht, ein Drittel leidet unter vielfältigen Krankheiten und nur ein Drittel erlebt das Alter in Gesundheit.

Ob wir es nun mit Erkrankungen der Haut, der Schleimwege, mit Allergien, chronischen Entzündungen oder Krebs zu tun haben – immer handelt es sich um Krankheiten, die darauf zurückzuführen sind, dass die erste Barriere unseres Immunsystems überrannt worden ist und die weiteren Abwehrsysteme des Organismus den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. Die Ärzte werden in zunehmendem Maß mit Krankheitsbildern konfrontiert, die sie nicht mehr einordnen und kaum noch exakt beschreiben können. Immer häufiger ist von sogenannten Syndromen die Rede, einem Konglomerat aus neben- und nacheinander auftretenden Symptomen. Patienten mit „Umwelterkrankungen“ passen in kein heute bekanntes Diagnosemuster und werden von Spezialist zu Spezialist weitergereicht. Am Ende riskiert der Betroffene, als Hypochonder oder psychisch krank eingestuft zu werden, denn nach herkömmlicher Anschauung gilt er als gesund. Für den Patienten ist all dies kaum zufriedenstellend, denn er sieht durchaus, dass die Grippe, die er früher in ein paar Tagen hinter sich brachte, heute drei Monate dauert. Je nach Charakter resignieren die Leidenden, oder sie wehren sich und werden als „Chefkiller“ zum Schrecken der Ärzte.

Ursache der umweltbedingten Krankheiten sind Schadstoffüberflutungen, deren Tragweite man lange Zeit nicht wahrhaben wollte und auch heute noch zu bagatellisieren versucht. Ihr Schädigungsmuster lässt sich indes auf ein einheitliches Prinzip zurückführen, bei dem sogenannte „freie Radikale“ die Hauptrolle spielen. Deren Zerstörungsmechanismus setzt schon am frühesten Punkt des Stoffwechsels an, und dies in einem Umfang, der jahrzehntelang für undenkbar gehalten wurde. Vielfältig und weitreichend sind jedoch die sich in der Folge entwickelnden Krankheiten. Der Ursprung aller ist eine recht stereotyp ablaufende biochemische Entgleisung, die durch ein Übermaß an Schadstoffen eingeleitet wird. Am Ende stehen „Syndrome“, vor deren Vielfalt und Hartnäckigkeit die Schulmedizin bisher kapitulieren musste. An der therapeutischen Hilflosigkeit ist allerdings auch der medizinische Apparat selbst schuld. Überholte universitäre Ausbildungsinhalte und -strukturen, monokausales Denken, ein Kassensystem, das effektive Vorsorge und alternative Therapien nicht honoriert, und vor allem die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Pharmaindustrie und dem „Gesundheitswesen“ halten ein unseliges System am Leben, bei dem an Krankheiten mehr verdient wird als an der Vorsorge, die die Gesundheit erhält.

Der Einzelne kann an der Schadstoffüberflutung wenig ändern. Dennoch ist er ihr nicht völlig wehrlos ausgeliefert. In den letzten Jahrzehnten spürte die Wissenschaft mehr und mehr auf, wie sich der Organismus zur Wehr setzt und vor allem, wie man diese Abwehr effektiv unterstützen kann. Vereinfacht ausgedrückt, steht dem „Zuviel“ an Schadstoffen ein „Zuwenig“ an bestimmten Mikronährstoffen, also hochwertiger Nahrung, gegenüber. Damit eröffnen sich neue therapeutische Wege, und hier liegt auch die Möglichkeit für das Individuum, aktiv zu werden und sich zu wappnen.

Etliche der hier erwähnten Untersuchungen entstammen dem Erfahrungsschatz des Autors aus seiner Zeit im Südstadt-Klinikum, Rostock, und natürlich aus seiner aktuellen Tätigkeit als niedergelassener Internist und Umweltmediziner sowie als Ausbilder. Bereits seit Jahren werden von ihm und von den durch ihn ausgebildeten Therapeuten gezielt Antioxidantien, Spurenelemente und andere Mikronährstoffe eingesetzt. Die Kontroverse über den Nutzen dieser Stoffe ist vor allem dadurch bedingt, dass in Deutschland zu wenig gut gemachte Studien vorlagen. Hochwertige und aussagekräftige Studien liefen und laufen als Promotionsarbeiten unter Betreuung des Autors. Deren Zwischen- oder Endergebnisse werden ständig publiziert und sind in das vorliegende Buch eingeflossen.

Ausgangspunkt der Überlegungen für den Einsatz von Mikronährstoffen war und ist die unumstößliche Tatsache, dass Krankheiten nicht durch fehlende Medikamente ausgelöst werden, sondern durch krankhafte biochemische Abläufe im Organismus, die es zu erkennen und zu korrigieren gilt. Diese Forderung setzt natürlich gute Kenntnisse der Biochemie des menschlichen Lebens voraus.

Befragungen bei Medizinstudenten und jungen Ärzten über biochemische Grundlagen ergeben unverändert eine unzureichende Ausbildung in diesem Fach. Sie beklagen den fehlenden Praxisbezug. Biochemische Abläufe, wie sie zum Beispiel in Mitochondrien (Zellatmung) oder beim Abbau von Glukose (Zitronensäurezyklus) ablaufen, werden gepaukt. Die Lehrbücher werden nach bestandenem Examen in die unterste Schublade des Schreibtisches verbannt und möglichst nie wieder herausgeholt. Gestandene Ärzte in der Aus- und Weiterbildung erklären dem Autor auf Fortbildungsveranstaltungen immer wieder, dass sie die biochemischen Grundlagen von Krankheiten nicht gelernt hätten. Ihnen fehle jetzt die Zeit, sich erneut in die tiefgehende Problematik einzuarbeiten, und ohnehin würden Krankenkassen Diagnostik- und Therapiekosten mit Mikronährstoffen nicht bezahlen. Dies betrifft sowohl die deutsche als auch die österreichische medizinische Ausbildung.

Biochemiker können bestens qualifizierte Experten auf ihrem Gebiet sein, doch fehlen ihnen die Kenntnisse über Krankheiten, mit denen der Arzt täglich konfrontiert wird. Der Arzt wiederum hat keine Ahnung von Biochemie. Folglich lesen Ärzte biochemisch bedeutsame Publikationen nicht, weil ihnen das Verständnis fehlt. Biochemiker andererseits lesen kaum klinische Arbeiten, um den Praxisbezug ihres Wissens zu erkennen. Sie behalten ihren fachspezifischen Tunnelblick.

Am 15. Juni 1992 verfasste eine internationale Expertengruppe von Ärzten und Biochemikern, zu denen auch der Autor dieses Buches gehörte, die Deklaration von Saas-Fee. Die Deklaration wurde in verschiedenen Sprachen abgefasst und an zahlreiche Massenmedien gesandt. Es wurde auf die Bedeutung von Mikronährstoffen in der Prävention und Therapie von Krankheiten hingewiesen und die Notwendigkeit betont, sie sowohl in der Forschung als auch in der Therapie zu beachten.

Geändert hat diese Deklaration nicht viel, im Gegenteil. In den letzten Jahren wurden über Printmedien und auch Fernsehen immer wieder falsche Informationen verbreitet, die über die „Gefährlichkeit“ von Vitamin-Einnahmen, den „Schwindel mit Vitaminen“, „Krebsgefährdung“ durch Vitamine, „die Nutzlosigkeit“ und „Geldschneiderei“ berichteten. Zahlreiche Wissenschaftler wie auch der Autor stellten bei exakter Durchsicht der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Publikationen eklatante Fehler und wissenschaftlich nicht haltbare Schlussfolgerungen fest. Gegendarstellungen wurden jedoch nie von der Presse und anderen Massenmedien wiedergegeben (1). Damit trat durch diese Medien-Aktionen eine zunehmende Verunsicherung bei interessierten Menschen, Patienten und auch Ärzten ein. Teilweise wurde die ablehnende Haltung von Ärzten gegenüber Mikronährstoffen noch verstärkt. Sie sehen nach wie vor das Allheilmittel in der Therapie mit Pharmazeutika – entsprechend ihrer ärztlichen Ausbildung. Medikamente haben ihre Berechtigung bei Akutkrankheiten und sind nicht aus der Praxis wegzudenken. Bei chronischen Krankheiten versagen sie jedoch, insbesondere bei den Volkskrankheiten.

Ärzten ist meist nicht bewusst, dass Medikamente nur Symptome lindern und die allermeisten als Fremdstoffe (Xenobiotika) Nebenwirkungen auslösen, die bei Unkenntnis der biochemischen Auswirkungen neue Krankheitsbilder und Symptome auslösen und verstärken können bis hin zur vitalen Bedrohung. Über diese Nebenwirkungen und die Ursachen fehlen wesentliche Grundkenntnisse, sodass in Deutschland jährlich Abertausende Patienten aufgrund ihrer Medikamente stationär behandelt werden müssen – allerdings auch wieder nur pharmakotherapeutisch, obwohl es hierzu auch praxisrelevante Informationen über andere Therapiemöglichkeiten gibt (2, 3).

Ab Ende der 1990er Jahre und zu Beginn des neuen Jahrhunderts haben sich zusätzliche wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung angehäuft, die darauf hinwiesen, den Menschen ganzheitlich zu sehen. Jede chronische Krankheit ist letztendlich stets eine Multiorgankrankheit. Der Arzt spricht von sogenannten „Komorbiditäten“. Ob Migräne, Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom, metabolisches Syndrom, Zuckerkrankheit, degenerative Nervenkrankheiten, rheumatische Erkrankungen des Bewegungsapparates, sie alle sind letztendlich Ausdruck mitochondrialer Funktionsstörungen, ausgelöst durch sogenannten nitrosativen Stress, einer Dauerbelastung durch Stickstoffmonoxid (NO) und seine Folgen. Werden diese nicht erkannt, breiten sie sich wie ein unerkannter unterirdischer Schwelbrand aus. Betroffene Patienten leben so gesund, dass es schon fast unanständig ist, und trotzdem entwickeln sie eine Krankheit nach der anderen, zum Teil wider alle Regeln der Wissenschaft. Folgen der Multimorbidität sind die Behandlung durch zahlreiche Fachärzte, die mit ihrem fachspezifischen Tunnelblick evidenzbasiert Diagnostik und Therapie betreiben. Hierbei überwiegen lineares, reduktives Denken und Arbeiten. Die komplexen Wechselwirkungen in der Biochemie des Menschen sind ihnen unbekannt und werden daher nicht berücksichtigt.

Die heutige hochspezialisierte Medizin zerlegt Patienten in ihre Teilfunktionen und vernachlässigt nach wie vor, dass das Individuum ein unteilbares Ganzes ist und Multimorbiditäten letztendlich meist „nur“ Ausdruck von mitochondrialen Funktionsstörungen sind. Sie stellen das Bindeglied dieser äußerlich sichtbaren Krankheitsprozesse dar.

Doz. Dr. sc. med. Bodo Kuklinski

Facharzt für Innere Medizin

Rostock, 10. Juni 2010

I

Was ist Krankheit?

Lange galt, dass der Mensch, wenn er nicht krank ist, gesund sei. Neuere Ansätze drehen den Spieß um und beziehen das allgemeine Wohlbefinden des Menschen mit ein. Danach ist der Mensch krank, wenn er sich subjektiv krank fühlt; gleichgültig, ob dies objektiv bestätigt werden kann oder nicht. Lässt man alle Heilmethoden dieser Welt vor seinem geistigen Auge Revue passieren, scheint es egal zu sein, ob man Kopfschmerzen mit Aspirin, Handauflegen, Hypnose, Akupunktur, Beschwörungen, Rasseln oder Geistertänzen behandelt. Irgendwie hilft zur gegebenen Zeit alles. Manchmal hilft auch alles nichts. Dennoch lassen sich zwei, möglicherweise sogar drei Ebenen von Gesundheit und Krankheit unterscheiden: die organische, die psychische und die seelische Ebene.

Die organische Ebene

Die westliche Medizin sieht den Menschen als eine Ansammlung einzelner Organe, die asiatische geht vom Menschen als Ganzes aus. Beide Ansichten haben Vor- und Nachteile. Insofern ist es erfreulich, dass die westliche Medizin zunehmend Anleihen beim Osten macht und umgekehrt. Leider sind wir noch weit davon entfernt, den fundamentalen Grundpfeiler des östlichen Gesundheitswesens zu übernehmen: die konsequente Vorsorge bzw. Gesunderhaltung.

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Vereint man beide Grundideen, dann ist Gesundheit einerseits das Funktionieren aller Organe und andererseits die Harmonie des Ganzen. Erst wenn alle Komponenten im Gleichgewicht sind, stellt sich Wohlbefinden ein. Gemäß dieser Definition hat es demnach wenig Sinn, nur die Symptome einer Krankheit oder eines „Unwohlseins“ zu kurieren – es gilt gleichzeitig vor allem, die Ursachen anzugehen.

Die psychische Ebene

Obwohl Psyche vom Ursprung des Wortes her „Seele“ heißt, erhielt der Begriff im Lauf der Zeit eine andere Bedeutung – andernfalls müssten Psychologen und Theologen im gleichen Boot sitzen. Heute umschreibt man mit „Psyche“ emotional gefärbte Zustände aller Art. Genaugenommen weiß man nicht einmal, was Psyche ist und wo sie ihren Sitz hat. Sie wird im Gehirn vermutet, aber da man über dieses Organ auch noch nicht genug weiß, tauscht man lediglich unklare Begriffe gegeneinander aus. Immerhin hat man elektrochemische und andere Entsprechungen für bestimmte Emotionen und Hirnleistungen gefunden. Klar ist auch, dass die Psyche einen weitaus größeren Einfluss auf das Wohlbefinden hat, als man lange Zeit wahrhaben wollte. Sie kann ernsthafte, sogar tödliche Krankheiten auslösen.

Die seelische Ebene

Einige Krankheitslehren, unter anderem die anthroposophische, sehen noch eine dritte, allem übergeordnete Ebene. Je nach Lehre gibt es viele Namen für diese höchste Instanz, die vermutlich alle dasselbe bedeuten: die „Seele“. Wenn die Psyche dem Organischen übergeordnet ist und einen Menschen töten kann, was kann dann erst die „Seele“? Man weiß praktisch nichts über sie, und wir sind dennoch (fast) alle von ihrer Existenz überzeugt. Sie gilt als unsterblich und ist doch mit uns zu Lebzeiten unausweichlich verbunden. Sie scheint höheren Zwecken zu dienen und eigene Ziele zu verfolgen. Beeinflusst sie die Psyche, wenn der Träger der Seele von ihren Zielen abweicht? Warnt die Psyche den Menschen mittels Vorboten vor einer Krankheit?

Unabhängig von diesem kaum durchschaubaren Geflecht aus Ursache und Wirkung manifestieren sich wenig fassbare Erscheinungen schließlich als Krankheit im körperlichen Bereich. Und nach neueren Erkenntnissen scheinen viele, vielleicht sogar alle Erkrankungen aus einer gemeinsamen Quelle gespeist zu werden.

Die drei Säulen der Gesundheit

Ähnlich wie ein geschwächter Baum kaum noch in der Lage ist, weiteren Belastungen standzuhalten, kann auch ein angeschlagener Organismus kaum noch organische, psychische oder seelische Krisen bewältigen. Das primäre Ziel sollte daher die optimale Erhaltung der organischen Grundlage sein. Die drei wesentlichen Säulen, auf denen unsere organische Gesundheit ruht, sind Ernährung, Bewegung und Körpergewicht. Das scheint zwar selbstverständlich, doch es überrascht, in welchem Umfang der Mensch dies ignoriert.

1. Ernährung

Jeder weiß, dass unser Körper Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Ballaststoffe usw. in einem ausgewogenen Verhältnis braucht. Gemessen am alltäglichen Umgang damit scheint vielen Menschen der Stellenwert gesunder Ernährung dennoch nicht in voller Tragweite gegenwärtig. Die menschliche Nahrung entspricht, vereinfacht gesehen, dem Kraftstoff für unsere Autos. Hier leuchtet sofort ein, dass minderwertige Qualität zu entsprechenden Leistungseinbußen und schlimmstenfalls zum Totalausfall führt. Auch wenn dies vielen Zeitgenossen nicht „schmeckt“: Die Qualität der Nahrung definiert sich weder über ihren guten Geschmack noch über die Kalorien, sondern einzig und allein über ihren Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und anderem. Um beim Auto-Vergleich zu bleiben: Was beim Kraftstoff die Oktanzahlen, sind in den Lebensmitteln diese sogenannten Mikronährstoffe.

Was der Mensch mit seinem Nahrungskraftstoff treibt, ist vor diesem Hintergrund geradezu makaber. Auf der einen Seite hat er sein Treibstoffangebot über den Bedarf hinaus erhöht, auf der anderen Seite die Qualität verringert. Beim Wagen würde man von einem zu fetten Gemisch bei gleichzeitiger Verwendung von minderwertigem Sprit sprechen. Ein Autobesitzer wäre nicht im Geringsten erstaunt, wenn sein Fahrzeug unter diesen Umständen nicht mehr fährt. Reagiert der Körper analog, versteht er hingegen die Welt nicht mehr.

2. Bewegung

Körperliche Leistungsfähigkeit hängt eng mit dem Zusammenspiel von Muskeln, Gefäßen und Atmungsorganen zusammen und trägt auch viel zur geistigen Fitness bei. Hier gilt der Vergleich zum Auto nur begrenzt, weil die menschliche „Maschine“ eine regelmäßige Beanspruchung dringend braucht. Dabei geht es um Trainingseffekte, die umfassender sind als die Entwicklung von Bizeps oder Trizeps. Generell profitieren alle Organe von einem kräftigen Bluttransport durch das Herz. Entscheidend für diesen Kreislauf sind intakte Blutgefäße. Hier fangen die Probleme meist an. Es ist die berüchtigte Arteriosklerose, die mit zunehmendem Alter oft den Anfang des Niedergangs bildet.

3. Körpergewicht

Wahrscheinlich käme keiner auf die Idee, sein Auto einfach so sinnlos mit Steinen zu beladen, um auf diese Art und Weise die Leistungsfähigkeit zu verringern und gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch zu erhöhen. Damit endet der Vergleich mit dem Auto, denn die Konsequenzen eines zu hohen Körpergewichtes für den menschlichen Organismus sind sehr viel weitreichender als das.

Stand der Dinge

Betrachtet man die Lebensgewohnheiten des modernen Menschen, so scheint er nichts unversucht zu lassen, sich selbst zu zerstören. Er stopft zu viel Nahrung in sich hinein, die kaum noch Nährstoffe enthält. Durch die Quantität ist er über- und dennoch aufgrund der schlechten Qualität mangelernährt. Gleichzeitig sind berufliche und allgemeine Belastungen gestiegen. Dafür genießt er seine Bequemlichkeiten im privaten Bereich und nimmt ungern zur Kenntnis, dass nur Bewegung den Organismus in Gang hält.

In gewisser Weise ist es verständlich, dass der Mensch nur mühsam die Konsequenzen zieht, denn der Zusammenhang von Ursache und Wirkung ist selten offenkundig spürbar und geht manchmal recht verschlungene Wege. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Mensch einem „Puffer“ gleicht, der mal mehr, mal weniger Belastungen verarbeiten kann. So ist ein jahrzehntelanges Versteckspiel zwischen unerkannter Ursache und sichtbaren Effekten möglich. Krebs bekommt man meistens erst spät, die Auslöser liegen vielfach bereits in den Jugendjahren. In der Zwischenzeit gewährleistete der Puffermechanismus den Aufschub der „Exekution“. Kausalitäten sind für die Betroffenen meist kaum zu erkennen.

Obwohl viele Krankheiten in keinem offensichtlichen Zusammenhang zu stehen scheinen, enden sie alle früher oder später in einem gemeinsamen „Strickmuster“. Fehlende Nährstoffe und Schadstoffe stehen jedoch immer an zentraler Stelle. Sie sind die wichtigsten „Gegenspieler“ in den komplexen Prozessen des gesunden Stoffwechsels. Jede Krankheit hat demnach ihre Analogie im Stoffwechsel des Organismus. Gleichgültig, ob der Mensch erkrankt, weil Ärger und Stress ihm übermäßig zusetzten, eine Infektion ihn überrollte, Schadstoffe das Abwehrsystem schwächten, Allergien ihn heimsuchten oder elektromagnetische Felder das Gleichgewicht störten – immer reagiert der Körper mit Veränderungen auf biochemischer Ebene. Die Tatsache, dass man dies nicht immer nachweisen kann, beruht vermutlich eher auf unseren unzulänglichen Messmethoden als auf einer Abweichung vom Prinzip. Viele Krankheiten äußern sich, vor allem im Anfangsstadium, so subtil oder diffus, dass sie mit heutigen Methoden (noch) nicht nachweisbar sind.

Die Heilkunde, egal welcher Fakultät, kann an den auslösenden Faktoren selten etwas ändern. Sie kann weder den psychischen Stress noch die Schadstoffe völlig eliminieren. Das ist sozusagen Privatsache. Aber sie versucht, das damit verbundene Ungleichgewicht im System Mensch wieder ins Lot zu bringen. Hierfür gibt es sicherlich viele sehr unterschiedliche therapeutische Ansätze, die mal mehr, mal weniger Erfolg haben. Letztendlich aber können auch die phantasievollsten Heilmethoden kaum die Ursachen kurieren, weil wir darüber zu wenig wissen – bisher.

Im Krankheitsfall benennt man im Allgemeinen die Symptome oder genauer das Organ. Man hat Schmerzen, hat es an der Leber, an den Nieren. Im Grunde sind es jedoch die Zellen der einzelnen Organe, die krank sind, denn Organe sind nichts anderes als Anhäufungen spezialisierter Zellen. Diese sind der kleinste ursächliche Faktor, die chemischen Werkstätten des Körpers. Und von hier aus nehmen krankhafte Prozesse ihren Lauf.

II

Die chemische Fabrik Mensch

Man kann unseren Organismus in seiner Komplexität noch am ehesten mit einem Chemiekonzern vergleichen, der eine Unzahl von kleineren und größeren Organ-Betrieben dirigiert. Sie alle arbeiten prinzipiell autonom, sind aber untereinander eng verzahnt. Diese Betriebe gliedern sich wieder in immer kleinere, aber weiterhin autonome regionale Werke. Am Ende der Kette stehen schließlich die Arbeiter: die Zellen mit ihren Zellorganen (Organellen), wie Mitochondrien, Ribosomen usw. Zellorganellen setzen sich aus Molekülen und Atomen zusammen, womit wir bei den eigentlichen chemischen Abläufen in unserem Körper angekommen wären.

Auf der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner von Krankheiten und den mit ihnen Hand in Hand gehenden Stoffwechselveränderungen landen wir früher oder später also bei der Biochemie der Zelle. Näher heran an den Ursprung der Ereignisse geht es nicht mehr. Weil die moderne Medizin in diesem Bereich zwar jede Menge Detailwissen anhäufen konnte, aber ein „Prinzip Krankheit“ nicht zu definieren vermochte, sind Zweifel am Sinn dieser Wissenschaft immer lauter geäußert worden. Inzwischen hat sich die Lage geändert, und man ist Prozessen auf der Spur, in die eine ungeahnte Vielzahl von Krankheiten einmündet bzw. aus denen sie entsteht. Möglicherweise hat man dabei sogar das gemeinsame Entstehungsmuster aller Krankheiten entdeckt.

Stoffwechselprozesse sind nichts anderes als komplexe biochemische Reaktionsabläufe. Und wie in jedem anderen chemischen Betrieb kann es zu Unregelmäßigkeiten bzw. Betriebsunfällen kommen. Erst in den letzten Jahrzehnten erkannte man, dass das grundsätzliche Muster dieser chemischen Unfälle immer gleich ist. Die Ursachen und Krankheitsbilder mochten dabei noch so unterschiedlich sein, sie alle entstanden nach einem einheitlichen Prinzip aus biochemischen Entgleisungen. In sehr vielen Fällen sind die Verursacher dieser Betriebsunfälle sehr aggressive Substanzen, die sogenannten freien Radikale.

Freie Radikale

Um die Wirkungsweise dieser Substanzen nachvollziehen zu können, muss man seine chemischen Grundkenntnisse etwas strapazieren. Tröstlich ist, dass dies auch für Ärzte ein trockenes Thema ist, dem sie gern aus dem Wege gehen. Wer sich hier nicht mit den Details auseinandersetzen möchte, kann sich auf das Lesen der Resümees am Ende der Kapitel beschränken (bis zum Kapitel Sauerstoff).

Atome bestehen aus einem Kern mit positiv geladenen Teilchen (Protonen) und einer Hülle aus ebenso vielen negativ geladenen Teilchen (Elektronen). Die gleichfalls im Kern vorhandenen neutralen Teilchen (Neutronen) können hier unberücksichtigt bleiben. Die Elektronen befinden sich auf unterschiedlichen Energiestufen im Kraftfeld des Atomkerns. Modellhaft stellt man sich eine Anordnung der Elektronen auf unterschiedlichen Schalen (sogenannte K-, L-, M-Schale usw.) vor. Entscheidend für die Bindungseigenschaften eines Atoms ist, ob die äußerste Schale vollständig mit Elektronen aufgefüllt ist oder nicht. Dabei kann die äußerste Schale nie mehr als acht Elektronen fassen, die jeweils paarweise geordnet sind. Bei den Atomen der Edelgase sind die äußersten Elektronenschalen stets mit vier Elektronenpaaren besetzt, also komplett – die Schale ist voll. Man spricht von einer Edelgaskonfiguration. Die Atome der Edelgase nehmen deshalb weder Elektronen auf, noch geben sie welche ab. Derartige Stoffe sind chemisch sehr stabil und reagieren kaum mit anderen.

Bei den Atomen aller anderen Elemente ist die äußerste Schale mit weniger als acht Elektronen besetzt und daher nicht stabil. Diesen instabilen Zustand versuchen die Atome in eine Art Edelgaskonfiguration zu verändern, denn das ist, energetisch gesehen, die ökonomischste Form für Atome. Sie versuchen das auf zweierlei Weisen, die nichts anderes sind als der Hintergrund für alle chemischen Reaktionen:

1. Elektronenaustausch

Bei einem Elektronenaustausch nehmen Atome entweder Elektronen in ihre äußerste Schale auf, bis sie voll ist, oder sie geben ihre äußeren Elektronen ab, sodass die darunter liegende volle Schale die äußerste wird. So entsteht eine „Ionenbindung“. Diese Bindung ist charakteristisch für Salze.

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Abb. 1a: Ionenbindung bei Natriumchlorid (NaCl, Speisesalz)

Das überschüssige Elektron auf der Außenschale des Natriums wird von einem Chloratom aufgenommen, dem ein Elektron fehlt. Weil sich der Natriumkern in der Ladung nicht ändert, aus der Hülle jedoch ein elektrisch negatives Elektron abgegeben wurde, ändert sich die Gesamtladung des Atoms ins Positive. Man spricht jetzt von einem positiv geladenen Natrium-Ion. Das Chloratom nimmt hingegen ein zusätzliches Elektron auf, ändert seine Gesamtladung damit ins Negative und wird zum negativ geladenen Chlor-Ion. Da sich entgegengesetzte Ladungen bekanntlich anziehen, entsteht zwischen den beiden Ionen eine elektrostatische Verbindung, die wiederum als Ganzes elektrisch neutral ist.

2. Gemeinsame Nutzung der Elektronen

Die zweite Bindungsmöglichkeit ergibt sich durch eine gemeinsame Nutzung eines Elektronenpaars. Diese Bindungsform nennt man Atombindung.

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Abb. 1b: Atombindung bei elementarem Chlor (Cl2)

Im Gegensatz zur Ionenbindung werden bei dieser Verbindung Elektronen nicht ausgetauscht, sondern von beiden Atomen gemeinsam benutzt. Das Elektronenpaar gehört dann nicht nur zu einem Kern, sondern zu beiden.

Nun können Ereignisse eintreten, bei denen die vorliegenden Verbindungen wieder gespalten werden. Bei Trennung einer Ionenbindung erhält man je ein positiv und ein negativ geladenes Ion. Ionen haben – vergleichsweise – kein allzu großes Bestreben, eine neue Bindung einzugehen. Wird hingegen das Chlormolekül gespalten, dann nehmen dessen Atome ihr einzelnes Elektron wieder an sich. Das jetzt vorliegende Atom ist wegen der Elektronenlücke in seiner äußeren Elektronenschale äußerst reaktionsfreudig: Es wird zum freien Radikal. Während das vereinsamte, negativ geladene Chlor-Ion mit seiner vollen Außenschale quasi geduldig und gesittet auf einen geeigneten neuen Bindungspartner wartet, benimmt sich das Chlor-Atom mit der „Elektronenlücke“ wie ein Räuber und holt sich von dem nächstbesten Atom oder Molekül ein Elektron. Es ist diesem freien Radikal völlig egal, ob es sich dabei um ein Protein oder eine Fettsäure handelt und ob die Reaktion irgendeinen biologischen Sinn hat. Das „bestohlene“ Atom bzw. Molekül wird dadurch selbst zu einem freien Radikal und geht seinerseits auf Jagd nach einem Elektron, wobei es sich oft nicht minder beutegierig benimmt. So entsteht eine Kettenreaktion und jedes betroffene Teilchen wird dadurch zum chemischen „Krüppel“. Es wird ohne jedweden Sinn in seiner Struktur geändert und ist damit in aller Regel für seine eigentliche Aufgabe unbrauchbar geworden.

Die freien Radikalen sind so etwas wie die Raubritter im Staat der Moleküle, und sie verursachen bei ihrer Elektronensuche viel Unruhe. Man kann sie – im weitesten Sinn – als Schadstoffe ansehen, die mit ihren blinden Attacken sinnvoll geordnete, großmolekulare Strukturen mit vielen Atomen wie zum Beispiel Eiweiße, Fette und Nukleinsäuren (genetisches Material) zerstören.

Raffiniert nutzt unser Abwehrsystem die gleichen Radikalen, um die ebenso empfindlichen Strukturen der Bakterien und Viren zu zerstören. Demzufolge können freie Radikale, im Immunsystem gezielt eingesetzt, Krankheiten bekämpfen. Sind sie aber ohne Kontrolle, dann können sie Krankheiten auslösen. Ob ihr Nutzen oder ihr Schaden überwiegt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Resümee

Was unserem Körper schadet, sind aggressive, hochreaktive Stoffe, die biologisch nicht vorgesehene chemische Verbindungen eingehen. Solche Substanzen nennt man freie Radikale. Sie schwimmen wie weiße Haie im biochemischen Meer unserer organischen Kleinbetriebe, den Zellen, und gehen dabei blitzschnell irreversible Verbindungen ein, attackieren empfindliche Aminosäuren, Fette, Zellmembranen und machen auch vor der Erbsubstanz nicht Halt. Sie provozieren Kettenreaktionen und bilden Zwischen- und Abbauprodukte sowie „Molekülkonglomerate“, die ohne biologischen Nutzen sind. Am Ende derartiger Reaktionen verbleiben Substanzen, mit denen der Körper nichts anfangen kann, oder gar völlig zerstörte Zellen. Sukzessive füllen sie die Deponien in unserem Organismus und behindern dessen Funktionen – bis eines Tages nichts mehr geht.

Die Zelle

Alle chemischen Prozesse finden innerhalb der Zellen statt. Es lohnt sich also, diese kleinen Gebilde etwas näher anzuschauen. In ihnen werden alle notwendigen biochemischen Leistungen in hochspezialisierten „Zellorganen“, den sogenannten Zellorganellen erbracht. Diese kleinen Chemiebetriebe grenzen sich durch Membranen voneinander ab, andernfalls gäbe es ein chemisches Tohuwabohu. Da alle Arbeit in den Zellen geleistet wird, fällt ihnen bzw. ihrer inneren Chemie eine lebenswichtige Rolle zu.

Die Zellmembran ist keine funktionslose Hülle, um die Zelle zusammenzuhalten, sondern Teil der Zellorgane. Sie besteht aus einer Doppelmembran, einem zähflüssigen Gebilde, das ständig in Bewegung ist. Wäre sie ein statisches System, wie zum Beispiel eine Plastiktüte, so würde die Zelle sterben, weil dann jeder sinnvolle Stoffaustausch über die Membran unterbunden wäre. Wie im wirklichen Leben muss das kleine „Staatsgebilde“ Zelle nämlich ständig irgendwelche Substanzen importieren und andere Stoffe exportieren. Damit kommen dem „Grenzübergang“ Zellmembran mehrere Funktionen gleichzeitig zu. Die Membran muss zum einen erkennen, welche Produkte herein und welche hinaus sollen, zum anderen ist sie für die Erhaltung des inneren Zellmilieus zuständig. Letzteres ist Grundlage der mannigfaltigen Zellfunktionen und entscheidend für die einwandfreie Zellfunktion.

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Abb. 2: Der Aufbau der Zelle

Die kleine Fabrik Zelle ist von der Zellmembran umschlossen und gefüllt mit einer speziellen Flüssigkeit, dem Cytoplasma. Etwa in der Mitte unseres chemischen Kleinstbetriebs residiert die Firmenleitung, der Zellkern (Nucleus). Hier werden alle Baupläne in Form des Erbmoleküls DNA verwahrt und zu gegebener Zeit kopiert, um eine neue Zelleinheit zu bilden (Zellteilung). Das kleine Mitochondrium ist mit einem Miniaturkraftwerk zu vergleichen, es liefert alle Energie. Eine einzige Zelle kann bis zu mehreren Tausend Mitochondrien enthalten. Die Lysosomen dienen der intrazellulären Verdauung. Das endoplasmatische Retikulum ist zuständig für die Eiweißsynthese.

Zu den wichtigsten und zugleich gefährlichsten Aufgaben der Zelle gehört die Lieferung von Energie aus Sauerstoff. Dieser Vorgang ist recht komplex und bei genauerer Betrachtung ein wahres Wunder der Biologie. Alle Energieerzeugung ist mit einem „Feuerchen“ verbunden. Wenn man außerhalb des Körpers Energie aus Fetten, Kohlenhydraten oder Eiweiß gewinnen will, so entstehen dabei sehr hohe Temperaturen. In unserem Körper laufen prinzipiell die gleichen Verbrennungsvorgänge ab, allerdings bei einer konstanten Temperatur von etwa 37°C. Diese erstaunliche Leistung wird von den Enzymen, auch Biokatalysatoren genannt, bewerkstelligt.

Es leuchtet ein, dass solche chemischen Vorgänge außerordentlich diffizil sind und als Voraussetzung ganz spezielle Arbeitsbedingungen brauchen: eben ein konstantes inneres Milieu. Kommt dieses innere Gleichgewicht – aus welchem Grund auch immer – aus der Balance, wird die Zelle krank, im schlimmsten Fall stirbt sie ab.

Resümee

Die biologische Membran (der Zelle, der Mitochondrien) ist eine lebenswichtige Struktur, die für den aktiven Stofftransport sorgt und ein ganz bestimmtes inneres Milieu innerhalb ihres Bereichs aufbaut. Das Gleichgewicht dieses Milieus ist unabdingbare Voraussetzung für chemische Abläufe. Gefahr droht ihnen durch die unseligen Machenschaften der freien Radikale, welche auch die Membranen der Mitochondrien und Zellen zum Angriffsziel haben.

Enzyme und Coenzyme

Bei den bisherigen Erklärungen wurden der Einfachheit halber die Enzyme zunächst außer Acht gelassen. Ohne sie würde jedoch gar nichts ablaufen. Dass eine Verbrennung organischer Substanzen bei unserer relativ niedrigen Körpertemperatur überhaupt möglich ist, verdanken wir nämlich diesen Biokatalysatoren, von denen es rund 700 Typen gibt.

Es handelt sich dabei um Eiweißverbindungen (Proteine), die sich aus 25 verschiedenen Biobausteinen – den Aminosäuren – zusammensetzen. Die Zelle baut aus Aminosäuren alle notwendigen Proteine auf, die zum Teil exportiert werden, zum größten Teil aber in der Zelle verbleiben. Letztere unterteilt man in funktionelle und strukturelle Proteine, wobei zu den funktionellen die Enzyme zählen. Bei der strukturellen Gruppe handelt es sich um Baumaterialien, zum Beispiel für die Zellmembran. Die Zellproduktion konzentriert sich dabei eindeutig auf die Enzyme: Auf ein strukturelles Protein kommen zweihundert funktionelle. Etwa 20.000 Enzymproteine befinden sich in nur einer Zelle!

Enzyme sind Katalysatoren, das heißt sie bewirken chemische Vorgänge, die sonst gar nicht oder nur unter anderen Umständen, wie zum Beispiel unter höheren Temperaturen, ablaufen würden. Ein Katalysator aktiviert zwar eine chemische Reaktion, wird aber selbst dadurch nicht verändert.

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Bei ihrer Arbeit sind Enzyme häufig von einem kleinen Partner abhängig, dem sogenannten Coenzym. Und dieses benötigt für seine Tätigkeit Vitamine, fast ausschließlich B-Vitamine und bestimmte Spurenelemente. Für eine reibungslose Funktion sind Enzym und Coenzym demnach auf einen essenziellen Bestandteil angewiesen: das Vitamin. Als „essenziell“ bezeichnet man Substanzen, die lebenswichtig sind und mit der Nahrung aufgenommen werden, da der Körper sie nicht selbst bilden kann. Vitamine und Spurenelemente sind solche essenziellen Substanzen. Wir müssen sie also in ausreichender Menge zu uns nehmen, um unseren chemischen Betrieb Organismus nicht in Bedrängnis zu bringen. Wie wir noch sehen werden, ist dies nicht immer leicht: Unsere Ernährung ist oft zu einseitig, sodass der tatsächliche Nährstoffbedarf nicht gedeckt wird.

Resümee

Stoffwechselprozesse laufen nicht von allein in geordneten Bahnen. Es sind die Enzyme, die die einzelnen Reaktionsschritte nach Plan und moderat ablaufen lassen. Eine ihrer Aufgaben besteht darin, freie Radikale unschädlich zu machen. Dazu verwenden sie unter anderem Vitamine, die freie Radikale an sich binden und damit entschärfen können.

Radikalfänger

Wie im Zusammenhang mit den Enzymen bereits erwähnt, verfügt der Mensch über körpereigene, natürliche Abwehrmechanismen. Substanzen, die ihre Elektronen opfern, werden genutzt, um freie Radikale unschädlich zu machen. Man nennt sie ganz allgemein Radikalfänger. So unterschiedlich die vielen Schadstoffe sind, so mannigfach differenzierte Radikalfänger werden benötigt. Zu ihnen gehören Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren, bestimmte Enzyme und viele sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe.

Unsere Abwehrstrategie ist im Prinzip immer gleich: Ein freies Radikal entreißt einem anderen Atom oder Molekül ein Elektron. Das so verminderte Teilchen wird oxidiert – so der elektrochemische Fachausdruck – und selbst zum freien Radikal. Das „hungrige“ Radikal hingegen wird reduziert – so sagt der Chemiker – und benimmt sich jetzt wieder „gesittet“. Reduktion und Oxidation halten sich demnach im Prinzip die Waage. Allerdings würde diese Kettenreaktion immer weiterlaufen und in kürzester Zeit den gesamten Organismus durch Oxidation zerstören, wenn sie nicht gestoppt werden könnte. Hier schlägt die Stunde der Radikalfänger. Sie geben ein eigenes Elektron ab und unterbrechen damit die verhängnisvolle Kette.

Da die Radikalfänger dabei selbst oxidiert werden, müssten sie eigentlich ebenfalls zu freien Radikalen werden. Aber Radikalfänger verhalten sich anders: Sie bleiben trotz fehlendem Elektron entweder stabil oder können vom Organismus in einem gesonderten Vorgang neutralisiert, regeneriert oder ausgeschieden werden. Vitamin C bleibt zum Beispiel, wenn es ein Radikal abgefangen hat, stabil und kann auf normalem Weg den Körper verlassen.

In der Konsequenz bedeutet dies, dass radikalfangende Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren einerseits „Ex-und-hopp-Stoffe“ sind und ständig im Körper verbraucht werden. Darum ist ein ausreichender Nachschub für uns so wichtig. Würden wir andererseits für jedes freie Radikal einen Radikalfänger zu uns nehmen müssen, kämen wir aus dem Essen nicht mehr heraus, zumal wir uns mit der Nahrung erneut freie Radikale einverleiben. Hier setzt die Ökonomie des Organismus ein.

Fängt beispielsweise Vitamin E ein Radikal ab, kann es durch Coenzym Q10 regeneriert werden und erneut auf Radikalfang gehen. Das Coenzym Q10 wiederum wird vom Vitamin C, dieses von Selen-Enzymen usw. regeneriert. So sorgt eine raffinierte Recyclingkette für eine äußerst wirtschaftliche Wiederverwertung. Dieses Recyclingprinzip gilt jedoch nicht für alle Radikalfänger. Und auch das Recycling ist irgendwann am Ende angelangt. Die verbrauchten Radikalfänger müssen ersetzt werden. Vitamine und andere Substanzen – kurz Mikronährstoffe – in unserer Nahrung sind ursächlich dafür entscheidend, ob der Organismus genügend Radikalfänger erhält oder nicht.

Es liegt auf der Hand, dass nur eine ausreichende Menge von Radikalfängern die destruktiven Prozesse von freien Radikalen bereits im Keim ersticken kann. Ein Mangel an Nährstoffen hat zur Folge, dass schädliche Kettenreaktionen zu lange andauern können, ehe sie auf Radikalfänger stoßen. Je später die Kette aber unterbrochen wird, desto größer sind die bis dahin angerichteten Schäden. Und die sind Ursache für Alterungsprozesse und Krankheiten aller Art.

Radikale als „Heiler“

Bisher haben wir die freien Radikale ausschließlich als „böse Buben“ dargestellt. In Wahrheit sind sie wie ein Messer mit doppelter Klinge. Ihre zerstörerische Potenz wird nämlich auch vom Abwehrsystem eingesetzt, um gegen Bakterien, Viren und defekte Zellen vorzugehen. Das Wirkprinzip ist allerdings exakt das Gleiche: Die Zellen unseres Immunsystems spüren bei einer Infektion Bakterien oder Viren auf und beschießen sie gewissermaßen mit freien Radikalen. Die Folgen sind identisch mit denen einer Attacke auf unsere eigenen lebenswichtigen Bausteine: Die Angreifer werden (durch Oxidationen) zerstört. Denn im Gegensatz zu uns verfügen die kleinen Eindringlinge über keine antioxidantiv wirkenden Radikalfänger. Sie sind diesen Oxidationsangriffen hilflos ausgeliefert und gehen zugrunde.

Was der Organismus im Fall einer Infektion vollbringen muss, gleicht einem wahren Drahtseilakt. Er muss eine Unmenge von freien Sauerstoffradikalen mobilisieren, um die Invasoren zu zerstören, und gleichzeitig vermeiden, dass eigene Strukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb werden zum Selbstschutz von der Zelle vermehrt Radikalfänger benötigt und verbraucht.

Eine weitere Leistung der freien Radikalen, auf die wir nicht verzichten können, ist die Eliminierung defekter Zellen. Solche Zelldefekte können der Anfang krankhafter (mutagener) oder gar krebsfördernder (kanzerogener) Veränderungen sein. Vor allem, wenn es sich um Krebszellen handelt, ist dieser Zerstörungsmechanismus von unschätzbarem Wert. So oder so muss eine kranke Zelle beseitigt werden, um einer neuen, gesunden Platz zu machen. Insofern tragen die aggressiven freien Radikale tatsächlich zur ständigen Regeneration des gesunden Organismus bei.

Ob der Körper nun eine Infektion, defekte Zellen oder gar Krebszellen bekämpft, die Vorgehensweise ähnelt immer einem heftigen Artilleriebeschuss, bei dem auch die eigenen Truppen etwas abbekommen können. Chemisch gesehen ist es eine Gratwanderung zwischen Oxidation feindlicher und Reduktion eigener Linien, ein heikles Bemühen um Gleichgewicht zwischen Radikalbildung und Radikalfang.

Nun läuft dieses Geschehen auf einer Ebene ab, die wir nicht direkt beobachten können. Zur besseren Beurteilung von krankhaften Prozessen wäre es jedoch sehr nützlich, wenn wir im Einzelfall wüssten, ob Reduktionen durch Radikalfänger oder Oxidationen durch freie Radikale überwiegen. Man behilft sich hier mit einem kleinen Umweg: Systeme, in denen sowohl Reduktionen als auch Oxidationen stattfinden, nennt man Redoxsysteme. Deren Aktivität kann auf der einen oder anderen Seite überwiegen. Entweder finden vermehrt Reduktionen (Radikalfang) oder Oxidationen (Radikalbildung) statt. Da es sich letztendlich um sehr kleine Elektronenladungen handelt, entstehen winzige Spannungsfelder, sogenannte Potenziale. Diese Redoxpotenziale kann man messen und damit zu einer Aussage gelangen, ob der Radikalfang oder die Radikalbildung stärker ist. In einem ausgeglichenen Körper halten sich Oxidationen und Reduktionen im Gleichgewicht, das heißt, das Redoxpotenzial liegt bei Null.

Diese Messungen dienen keineswegs nur akademischer Wissensanhäufung, sondern haben einen sehr praktischen Wert. So wurde inzwischen festgestellt, dass bestimmte Faktoren zur Verschiebung des Redoxpotenzials führen können, Faktoren, von denen wir lange nicht wussten, dass und wie sie das Gleichgewicht so nachhaltig zu unseren Ungunsten, also in Richtung Radikalbildung, verschieben können.

Zu diesen Faktoren gehören:

Image falsche Ernährung

Image Genussmittel

Image extreme Lebensbelastungen (Stress, Sonnenbäder)

Image chronische Schadstoffbelastungen

Image Erkrankungen

Image Medikamente und vieles andere mehr.

Bedauerlichweise wird bis heute der therapeutische Nutzen dieser Erkenntnisse geradezu sträflich vernachlässigt. Mit dramatischen Folgen: So setzt man bei der Therapie Medikamente ein, deren Hauptwirkung mit einer unangenehmen Nebenwirkung erkauft werden muss, einer gesteigerten Radikalbildung. Nun gehen Erkrankungen ohnehin schon mit einem enormen Anstieg der Radikalbildung, also der Oxidationen, einher und der Organismus braucht eigentlich dringend Radikalfänger, um das Gleichgewicht wieder herstellen zu können. Stattdessen heizt der Arzt durch ein Medikament die schädigende Radikalbildung oftmals noch weiter an.

Freie Radikale haben also eine Doppelwirkung: Zum einen sind sie heilend, zum anderen destruktiv. Ohne freie Radikale ist Leben nicht möglich, durch sie wird es aber auch zerstört. Ein scheinbar unauflöslicher Widerspruch!?

Nicht ganz, die Lösung des Problems liegt in einem Sowohl-alsauch. Freie Radikale stehen im Zusammenhang mit Oxidationen und diese wiederum bewirken eine Energiegewinnung. Auf der anderen Seite sorgen Radikalfang und damit Reduktion für eine Energiespeicherung. Die Natur reagiert wie immer sinnvoll, indem sie sicherstellt, dass – vereinfacht ausgedrückt – ein oxidativer Vorgang immer von vielen reduzierenden Faktoren umgeben ist. Der Mensch braucht freie Radikale, aber vor allem ausreichend Radikalfänger, um die heiklen Nebeneffekte dieser Prozesse im Zaum zu halten. Es ist schon fast makaber, dass wir uns dabei in einer immer weiter auseinanderklaffenden Schere befinden. Während sich die freien Radikalen durch eine Vielzahl von Ursachen (von Stress bis Smog) allgemein drastisch vermehrt haben, ist zugleich das Angebot an Radikalfängern (Mikronährstoffen) gesunken. Die Auswirkungen sind verheerend und führen auf lange Sicht zu Verfall und vorzeitigem Siechtum. Würde man rechtzeitig seine Mikronährstoffaufnahme erhöhen und die Anhäufung von freien Radikalen reduzieren, bliebe einem Vieles erspart, was heute fatalistisch als unumgänglich hingenommen wird. Nach aktuellem Kenntnisstand müssten Alterungsprozesse und Krankheiten keineswegs so gravierend unser Leben behindern, wie es augenblicklich noch der Fall ist. Beides ließe sich bis auf ein (wahrscheinlich) unvermeidbares Maß reduzieren.

Resümee

Freie Radikale spielen in unserem Organismus eine zentrale Rolle. Sie zerstören lebenswichtige Strukturen. Gleichzeitig nutzt der Organismus diese aggressiven Substanzen jedoch, um Bakterien, Viren und krankhafte Zellen (Krebs) zu eliminieren. Die Erhaltung des diffizilen Gleichgewichts zwischen beabsichtigter und unbeabsichtigter Zerstörung durch freie Radikale entscheidet darüber, ob Krankheits- bzw. Alterungsprozesse unter Kontrolle gehalten werden können oder nicht.

Literaturvorschläge:

Böhles, H.: „Radikalerkrankungen – Die Bedeutung von Sauerstoffradikalen für die klinische Medizin“ Z. Geriatrie 4 (1991), 358 – 372

Kuklinski, B., A. Pietschmann: „Oxidativer Stress und Altern“ Z. Geriatrie 4 (1991), 515 – 521

Prävention mit Vitaminen. Münch. Med. Wschr. 134 (1992), 8 – 10.

Müller, K.: „Freie Radikale – Bedeutung in Pathophysiologie und Therapie“ Deutsche Apotheker Z. 28 (1992), 1473 – 1482.

III

Der Sauerstoff