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LEHRBUCH

der

KABBALA

Grundlagentexte zur Vorbereitung auf das Studium
der authentischen Kabbala

Erste Auflage

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Titel der hebräischen Originalausgabe:
Kabbala le Matchil

©2009 by Michael Laitman
Bnei Baruch/Laitman Kabbalah Publishers

Michael Laitman
Lehrbuch der Kabbala

Vollständige E-Book-Ausgabe der bei
J. Kamphausen Verlag & Distribution GmbH
erschienenen Printausgabe

Cover Design:

Morian & Bayer-Eynck

Layout & Satz:

Rami Yaniv

Editor:

Eduard Yusupov

Diagramme:

Valerij Baratheli, Ilya Ivanenko,
Elisabeth Prelog-Igler

Druck:

Westermann Druck Zwickau

Übersetzung & Lektorat:

Esther Barsley, Birgit Bär, Matthias Bornefeld,
Sonja Durski, Christian Friedl, Antonio Hernandez,
Elisabeth Prelog-Igler, Christiane Reinstrom,
Maureen Schön, Eti Shani, Masha Shayovich,
Oskar Speth, Astrid Wildenauer, Eduard Yusupov

©Edition Laitman in J. Kamphausen Verlag, Bielefeld 2011
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation
in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten
sind im Internet über abrufbar.

ISBN Printausgabe 978-3-89901-418-1
ISBN eBook 978-3-89901-601-7

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und
sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte
Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten.

INHALTSVERZEICHNIS

VORWORT

Warum bin ich hier? Was erwartet mich in der Zukunft? Wie können wir Leid vermeiden und uns ruhig und sicher fühlen? Dies sind die Fragen, auf die wir alle gerne eine Antwort hätten. Die Weisheit der Kabbala hat Antworten auf diese Fragen und auf viele andere mehr. Sie erlaubt uns, jegliche Fragen zu stellen und die vertraute, tiefe Erfüllung zu erfahren, die durch die Antworten zu uns kommt. Daher wird sie auch „verborgene Weisheit“ genannt.

Die Kabbala lehrt uns, dass wir alle nach Genuss streben. Kabbalisten nennen diesen Wunsch „das Verlangen, Genuss und Freude zu empfangen“, oder einfach „Verlangen zu empfangen“. Dieses Verlangen steuert all unsere Handlungen, Gedanken und Gefühle. Die Kabbala zeigt uns, wie wir unsere Wünsche erkennen und erfüllen können.

Obwohl die Weisheit der Kabbala oft technisch oder verworren erscheint, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass es sich um eine sehr praktisch orientierte Wissenschaft handelt. Die Menschen, die sie gemeistert und darüber geschrieben haben, waren Leute wie Sie und ich. Sie suchten nach Antworten auf dieselben Fragen, die wir alle haben: „Warum wurden wir geboren?“, „Was geschieht, nachdem wir sterben?“, „Warum gibt es Leid?“ und „Kann ich anhaltenden Genuss bekommen, und wenn ja – wie?“ Und nachdem sie die Antworten gefunden und sie in ihrem eigenen Leben umgesetzt hatten, verfassten sie die Texte dieses Buches für die Nachwelt.

In dieser Sammlung werden Sie genaue Erklärungen finden, wie Sie dieses feine Gespür für unendliche Freude und völlige Kontrolle über Ihr Leben erwerben können.

Die Kabbala lehrt, wie wir unser Leben hier und jetzt genießen können. Sie erklärt Konzepte wie „nächste Welt“, „Seelen“, „Reinkarnation“ und „Leben und Tod“.

Wie können wir Anfänger solche Wahrnehmungen erfahren? Wie können wir das wahre Bild der Wirklichkeit erkennen?

Jeder von uns setzt Prioritäten in seinem Leben. manches ist für uns wichtiger, manches weniger wichtig und Manches brauchen wir gar nicht. Doch egal welche Wichtigkeit etwas hat, wir setzen unsere Prioritäten entsprechend einer einzigen Größe: dem Sinn unseres Lebens.

Manche Menschen suchen unermüdlich nach Liebe, andere streben nach Geld und wieder andere sehnen sich nach Ehre und Wissen. Doch die meisten Menschen ziehen es vor, nicht alles auf ein Pferd zu setzen, um ihre Verlangen zu erfüllen. Sie investieren überall ein wenig und unterdrücken jeglichen starken Wunsch, der in ihnen entsteht und möglicherweise zuviel Aufmerksamkeit fordern könnte.

Die Kabbalisten, welche die Texte, die Sie hier lesen werden, geschrieben haben, sind kompromisslos. Sie setzten sich ein klares Ziel: der Menschheit zu zeigen, wie man ewiges Leben erreicht – erfüllt von Freude und grenzenlosem Glück. Um dies zu erreichen, studierten sie das „Verlangen zu empfangen“, das in jedem von uns existiert.

Die größten Kabbalisten unserer Zeit erklärten die Regeln der Weisheit der Kabbala auf klare und einfache Weise. Die beiden wichtigsten Kabbalisten, deren Schriften in diesem Buch zusammengefasst wurden, sind Rav Yehuda Ashlag, bekannt als Baal HaSulam wegen seines Sulam-Kommentars zum Buch Sohar und sein Sohn Rav Baruch Ashlag, der die Erklärungen seines Vaters weiter ausführte und interpretierte.

Ihre Schriften handeln vom spirituellen Aufstieg des Menschen; sie erläutern uns erhabene spirituelle Konzepte abseits materieller Begrifflichkeit:

Die Tora beispielsweise ist ein Synonym für das Höhere Licht, das ein Mensch durch das Studium kabbalistischer Texte und den Wunsch nach persönlicher Veränderung auf sich zieht. Dieses Licht erhebt den Menschen auf eine höhere Stufe der Wahrnehmung.

Gebote haben nichts mit weltlichen Handlungen zu tun, sondern beziehen sich auf spirituelle Handlungen, die mithilfe des Massach, einer Widerstandskraft gegen das Empfangen, ausgeführt werden.

Israel und die Völker der Welt beschreiben Eigenschaften und innere Wünsche des Menschen, wobei Israel dem Streben nach der Offenbarung des verborgenen Schöpfers entspricht und die Völker der Welt für egoistische Verlangen stehen.

Die nachfolgenden Texte sind wortgetreue Übersetzungen der authentischen Texte aus dem Hebräischen.

Ich wünsche Ihnen Freude und Erfüllung in Ihrem Studium und ein schnelles spirituelles Wachstum.

Rav. Dr. Michael Laitman

DER BAUM DES LEBENS - EIN GEDICHT

Wisse, bevor die Emanationen emanierten und die Geschöpfe erschaffen wurden,

Gab es nur das Einfache Höhere Licht, welches die ganze Wirklichkeit ausfüllte.

Und es gab keinen leeren Raum und keine unausgefüllte Atmosphäre,

Sondern es war alles mit diesem unendlichen Einfachen Licht erfüllt.

Und es gab weder Anfang noch Ende,

Und alles war eins: Einfaches, vollkommen gleichmäßiges Licht,

Und dieses hieß „Licht von Ejn Sof (Unendlichkeit)“.

Und als in Seinem einfachen Willen der Wunsch erwachte, die Welten zu erschaffen

Und die Emanationen auszuströmen und die Vollkommenheit Seiner Taten,

Seiner Namen und Bezeichnungen ans Licht zu bringen,

Was der Grund für die Erschaffung der Welten war,

Schränkte sich Ejn Sof in seinem zentralen Punkt ein, exakt im Zentrum,

Und Er begrenzte jenes Licht und entfernte sich nach außerhalb der Ränder dieses Mittelpunkts,

Und es blieb ein leerer Raum, leere Luft, ein Vakuum, an diesem mittleren Punkt zurück.

Und siehe, diese Einschränkung war vollkommen gleichmäßig

Um diesen leeren mittleren Punkt herum.

So, dass jener leere Raum von allen Seiten in vollkommener Gleichmäßigkeit kreisförmig wurde.

Und siehe, nach der Einschränkung, nachdem der leere Raum und das Vakuum entstanden,

Im exakten Zentrum des Lichts Ejn Sof,

Formte sich ein Raum, in dem Geschöpfe und Emanationen und Kreaturen existieren konnten.

Dann kam aus dem Licht von Ejn Sof ein einziger Lichtstrahl,

Und stieg herab ins Innere jenes Raumes.

Und entlang dieses Strahls erschuf, formte und kreierte Er alle Welten.

Vor diesen vier Welten gab es nur das Licht von Ejn Sof, dessen Name Eins ist,

In einer herrlichen und verborgenen Einheit,

Dass sogar den Engeln, die Ihm am nächsten stehen,

Die Kraft zur Erkenntnis der Unendlichkeit fehlt,

Und es gibt keinen Verstand, der Ihn erfassen könnte,

Denn Er hat keinen Ort, keine Grenzen, keinen Namen.

Der ARI, Baum des Lebens – Ez Chaim, Teil 1, Tor 1

ZEIT ZUR SPIRITUELLEN ERKENNTNIS

ZEIT ZU HANDELN

Rav Yehuda Ashlag

Seit langer Zeit belastet mich mein Gewissen mit der Forderung, aus meiner Verborgenheit herauszutreten und ein grundlegendes Werk über das Wesen des Judentums, der Religion und der Weisheit der Kabbala zu erstellen, und dieses im Volk zu verbreiten, damit die Menschen dieses erhabene Thema in seiner wahren Bedeutung kennen lernen und richtig verstehen können.

Vor der Revolution im Buchdruck gab es keine trügerischen Bücher bezüglich des Wesens des Judentums, da es unter uns fast keinen Schriftsteller gab, der nicht hinter seinen Worten stehen konnte, weil solch unverantwortlich handelnde Autoren in den meisten Fällen unbekannt waren.

Und selbst wenn es einer zufällig gewagt hätte, ein solches Werk zu schreiben, hätte kein Abschreiber es vervielfältigt, da sich der sicherlich erhebliche Aufwand ganz einfach nicht gelohnt hätte. Daher wäre ein solches Unterfangen von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen.

Zur damaligen Zeit hatten die Kabbalisten kein Interesse daran, ein solches Buch zu schreiben, da die Menschen jener Zeit dieses Wissen nicht benötigten. Das Gegenteil war der Fall; die Kabbalisten hatten ein Interesse daran, es hinter verschlossenen Türen versteckt zu halten, weil „die Herrlichkeit Gottes verborgen werden muss“. Das Gebot damals lautete, die Seele der Kabbala vor denjenigen zu verbergen, die sie nicht brauchen, und auch vor solchen, die ihrer unwürdig sind, um diese Weisheit nicht zu erniedrigen, indem wir sie wie eine Perle vor die Säue werfen. Das gebietet die Herrlichkeit des Schöpfers.

Nachdem jedoch die handschriftliche Abschrift durch den billigeren Buchdruck unnötig geworden war, eröffnete sich für verantwortungslose Autoren die Möglichkeit, Bücher nach ihrem eigenen Gutdünken für Geld und Ruhm zu veröffentlichen. Sie haben jedoch ihre eigenen Handlungen nicht hinterfragt und die Folgen ihrer Arbeit nicht bedacht.

Von da an nahm die Zahl an Veröffentlichungen derartiger, unglaubwürdiger Bücher immer mehr zu – ohne Unterricht, ohne mündliche Überlieferung eines dazu befähigten Lehrers und selbst ohne das Wissen aus früheren Werken. Diese Autoren fabrizierten Theorien, die nur ihren eigenen leeren Hüllen entsprachen, und sie kombinierten ihre eigenen Thesen mit den erhabensten Themen. Sie meinten auf diese Art den Anspruch erheben zu können, den Kern und wunderbaren Schatz unseres Volkes zu beschreiben. Diese Narren haben keine Ahnung von einem sorgfältigen Umgang [mit der Kabbala], und sie durchdringen ganze Generationen mit fehlerhaften Sichtweisen. Jedoch fällt ihre banale Machtgier auf sie zurück, und die Folge ihres Handelns ist Verfehlung, und kommende Generationen der Völker werden durch sie zur Verfehlung verführt.

Da sie ihre Krallen in die Weisheit der Kabbala versenkten, stieg ihr Gestank zum Himmel auf, denn sie beachteten nicht, dass diese Weisheit bis in unsere Tage hinein hinter Tausenden von Türen verschlossen gewesen war, sodass Uneingeweihte die wahre Bedeutung selbst eines einzigen Wortes nicht verstehen, geschweige denn einen Zusammenhang der Worte herstellen können. Dies kommt daher, dass in den wenigen bis heute existierenden Quellen nur Hinweise gegeben werden, die nur knapp ausreichen, einen klugen Schüler die wahre Bedeutung dessen, was aus dem Mund eines weisen und vertrauenswürdigen Kabbalisten kommt, verstehen zu lehren. Zudem hat sich die Zahl der unwürdigen Autoren, die sich einen Spaß aus dem Schreiben machen, vervielfacht, sodass es diejenigen anekelt, die dessen ansichtig werden.

Einige von ihnen erdreisteten sich sogar, die Führungsrolle innerhalb ihrer Generation einzunehmen, und gaben vor zu wissen, welche der für uns verfügbaren Bücher es wert seien, studiert zu werden. Dies ist frustrierend und auch ärgerlich, da bis heute die Gabe des Unterscheidungsvermögens von Wert und Unwert auf eine von zehn Führungspersönlichkeiten innerhalb einer Generation beschränkt ist. Heutzutage geben sich Unwissende als Weise aus.

Daher wurden die Vorstellungen über die Kabbala in der Öffentlichkeit stark verzerrt. Zudem ist eine Atmosphäre der Oberflächlichkeit entstanden, und die Leute meinen, dass dem Studium von solch Erhabenem mit einem kurzen Überfliegen in der Freizeit Genüge getan sei. Nachlässig streifen sie mit einem kurzen Blick über die gewaltigen Tiefen der Weisheit und über die Essenz des Judentums, und je nach momentaner Laune ziehen sie ihre Schlussfolgerungen. Die angeführten Gründe veranlassten mich, von meiner bisherigen Verschwiegenheit abzugehen, und ich habe entschieden, dass es nun an der Zeit sei, „für den Ewigen“ zu retten, was noch zu retten ist. So habe ich es auf mich genommen, bestimmte Aspekte dieser wahren Essenz des oben behandelten Themas zu enthüllen und sie im Volk zu verbreiten.

ENTHÜLLUNG VON EINEM TEIL UND VERHÜLLUNG VON ZWEI TEILEN

Rav Yehuda Ashlag

In der Regel, wenn große und berühmte Kabbalisten beabsichtigen, etwas zu enthüllen, das über einen tiefen Sinn verfügt, beginnen sie den Artikel mit den Worten: „Ich enthülle einen Teil und verhülle dabei zwei Teile.“ Unsere Vorgänger haben sich sehr davor gehütet, ein Wort zu viel zu sagen, wie die Weisen uns anwiesen: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“

Das bedeutet, dass, wenn du ein teures Wort hast, dessen Wert Silber gleicht, wisse, dass die Verschwiegenheit darüber Gold gleicht. Die Rede ist von denen, die mit überflüssigen Worten um sich werfen, die keinen Sinn und keine praktische Anwendung haben, und das tun sie nur, um die Sprache für den Genuss des Lernenden zu schmücken. Wie es jedem bekannt ist, der die Werke unserer Vorgänger studiert, war das in ihren Augen strengstens verboten, was ich in den folgenden Kapiteln beweisen werde. Und daher müssen wir unsere konzentrierte Aufmerksamkeit dem Verständnis ihrer bildreichen Wortwahl schenken, die für sie üblich war.

DREI ARTEN DER VERHÜLLUNG DER WISSENSCHAFT

Die Geheimnisse der Kabbala unterteilen sich in drei Teilbereiche, und jeder der Teilbereiche hat einen besonderen Grund für die Verhüllung dessen, was sich in ihm befindet. Sie werden wie folgt bezeichnet:

1. Nicht notwendig

2. Unmöglich

3. Geheimnis des Schöpfers – für diejenigen, die Ihn fürchten

Und es gibt keinen kleinsten Teil in dieser Wissenschaft, den man nicht einem dieser drei Teilbereiche zuordnen könnte. Erklären wir sie einen nach dem anderen.

1. NICHT NOTWENDIG

Das bedeutet, dass eine Enthüllung keinerlei Nutzen bringen wird. Dabei ist klar, dass der Grund dafür nicht in der Mangelhaftigkeit, sondern in der Beibehaltung der Reinheit des Wissens besteht. Man muss sich vor solchen Handlungen hüten, die mit „und was ist schon dabei“ definiert werden, das heißt: „Was ist schon dabei, dass ich es getan habe, es richtet doch keinen Schaden an?“

Doch wisse, dass dieses „und was ist schon dabei“ in den Augen der Weisen als ein schlimmeres Werkzeug der Zerstörung gilt als alle anderen. Alle Weltzerstörer, die erschaffen wurden oder die noch in der Zukunft erschaffen werden, stellen nichts anderes als jene Sorte von Menschen dar, die glauben: „Und was ist schon dabei?“ Sie beschäftigen sich selbst mit Dingen, für die keine Notwendigkeit besteht, und zwingen ihre Nächstenebenfalls dazu. Und daher nahmen die Weisen keinen einzigen Schüler an, bevor sie nicht sicher waren, dass er in seinen Handlungen vorsichtig sein wird und nicht etwas enthüllt, was nicht notwendig ist.

2. UNMÖGLICH

Das bedeutet, dass es keine Sprache gibt, die fähig wäre, auch nur das Geringste von den Eigenschaften zum Ausdruck zu bringen – infolge ihrer ungewöhnlichen Feinheit und Spiritualität. Und dementsprechend führt jeder Versuch, sie in Worte zu hüllen, den Studierenden nur in die Irre und verwirrt ihn, indem er ihn auf den falschen Weg lenkt, was als ein ernsthaftes Vergehen gilt. Um daher den Studierenden etwas zu enthüllen, braucht man eine Erlaubnis von Oben, und das ist der zweite Grund für die Verhüllung der Wissenschaft. Doch diese Erlaubnis erfordert eine Erklärung.

ERLAUBNIS VON OBEN

Das wird in den Werken von ARI (Rabbi Izchak Luria) erklärt; in dem Teil, welcher zu den Artikeln des Rashbi (Rabbi Shimon Bar Yochai) gehört, dem Artikel „Mishpatim“ des Buches Sohar auf Seite 100: „Wisse, dass es Seelen von Gerechten gibt, die zum Aspekt des Umgebenden Lichts (Or Makif) gehören, und solche, die zum Aspekt des Inneren Lichts (Or Pnimi) gehören. Diejenigen von ihnen, die zum Umgebenden Licht gehören, verfügen über die Kraft, über das Verborgene und die Geheimnisse der Tora mittels einer großen Verhüllung und Verdeckung zu sprechen; bis zum völligen Unverständnis, damit niemand sie erkennen würde außer denen, die ihrer würdig sind.

Die Seele von Rashbi war von der Art des Umgebenden Lichts, und daher verfügte er über die Kraft, sich so auszudrücken, dass er nicht von der Masse verstanden werden würde, sondern nur von denjenigen, die es verdienen, zu verstehen.

Daher wurde die „Erlaubnis“, das Buch Sohar zu verfassen, ihm und nicht seinen Lehrern und Vorgängern gegeben, obwohl sie zweifellos über größere Kenntnisse verfügten als er, doch sie hatten nicht die Kraft, es so auszudrücken, wie er es konnte. Daraus sollst du die Größe dessen verstehen, was in dem von Rashbi verfassten Buch Sohar verborgen liegt, dass nämlich bei weitem nicht jeder fähig ist, das Gesagte zu verstehen.

Die Schlussfolgerung aus dem, was er sagte, besteht kurzgefasst darin, dass die Offenbarung der wahren Wissenschaft überhaupt nicht von der Größe oder Bedeutsamkeit eines Kabbalisten abhängt, sondern von der Erweckung einer besonderen Seele, wobei diese Erweckung der Seele die „Erlaubnis von Oben“ darstellt, die Höhere Weisheit zu offenbaren. Und denjenigen, die solch einer Erlaubnis nicht für würdig befunden wurden, ist es verboten, diese Wissenschaft zu erklären, da sie es nicht vermögen, feine Dinge mit entsprechenden Worten so zum Ausdruck zu bringen, dass es den Studierenden nicht verwirrt.

Aus diesem Grunde gab es vor dem Buch Sohar kein systematisiertes Buch zur Kabbala. Alle vorausgegangenen Bücher zur Kabbala können nicht als Erklärungen der Wissenschaft bezeichnet werden und stellen lediglich Andeutungen dar, die außerdem die Ordnung von Ursache und Folge nicht einhalten, und daher ist auch das Verständnis von dem, was in ihnen gesagt wird, entsprechend.

Und entsprechend dem, was ich aus den Büchern und von Lehrern erfahren habe, ist es notwendig hinzuzufügen, dass es seit den Zeiten von Rashbi und seinen Schülern, die das Buch Sohar verfassten, bis hin zu ARI keinen Autor gab, der das im Buch Sohar und in den dazugehörigen Korrekturen Gesagte so wie ARI verstanden hätte. Und alle, die ihm vorausgingen, erkannten lediglich Anspielungen auf die Wissenschaft der Kabbala. Im Grunde sind auch die Bücher von RAMAK (Rabbi Moshe Cordovero) dieser Art.

Und über ARI selbst wäre es richtig, dasselbe auszusagen, was über Rashbi gesagt wurde, dass nämlich seinen Vorgängern keine Erlaubnis von Oben gegeben wurde, die Deutungen der Wissenschaft zu enthüllen, während dem ARI eine solche Erlaubnis gegeben wurde. Doch das definiert überhaupt nicht die Größe oder Bedeutsamkeit von Erkenntnissen, da es durchaus möglich ist, dass die Größe der Erkenntnisse der Vorgänger in unvergleichbarer Weise jene von ARI überstieg, ihnen aber keine Erlaubnis zur Enthüllung gewährt wurde. Aus diesem Grunde hüteten sie sich davor, Erklärungen zu verfassen, die zum Wesen der Wissenschaft gehörten, und gaben sich mit kurzen, nicht miteinander verbindbaren Andeutungen zufrieden.

Deswegen ließen alle, die sich mit der Wissenschaft der Kabbala beschäftigten, ab dem Zeitpunkt, als sich in der Welt die Bücher des ARI offenbarten, von den Büchern des RAMAK ab, sowie von den Büchern der Rishonim (Ersten) und Geonim (Weisen), die ARI vorausgingen, und konzentrierten sich allein auf das Studium der Werke von ARI. Somit stellen das Buch Sohar und die dazugehörigen Korrekturen die Basis für Erklärungen der Wissenschaft der Kabbala dar, wie diese sein sollen, und danach folgen die Werke von ARI.

3. GEHEIMNIS DES SCHÖPFERS – FÜR DIEJENIGEN, DIE IHN FÜRCHTEN

Das bedeutet, dass sich die Geheimnisse der Tora nur denjenigen offenbaren, die den Schöpfer fürchten, die Seine Größe mit ihrer ganzen Seele und ihrem ganzen Wesen hüten, die niemals üble Nachrede gegenüber dem Schöpfer zulassen werden. Und das ist der dritte Teilbereich in der Verhüllung der Wissenschaft.

Dieser Teil ist am strengsten in Bezug auf die Verhüllung, da die vielen Enthüllungen dieser Art Laien zu Fall brachten, was der Grund für das Auftauchen aller Beschwörer und Götzendiener war – Anhänger der praktischen Kabbala, die offen Seelen jagten, und anderen mysteriösen Künstlern, die Legenden nutzten, die nachlässigen Schülern durch die Finger rutschten. Sie alle strebten nur danach, materiellen Nutzen für sich oder für andere zu erringen, weswegen die Welt so viel litt und noch leidet.

Und wisse, dass ursprünglich nur dieser Teilbereich die Basis und Wurzel der Verhüllung war. Er ist die Quelle für zusätzliche Strenge der Weisen bei der Überprüfung der Schüler, wie die Weisen (im Talmud, Chagiga, 13) sagten: „Wenn der Mensch nicht Vorsitzender des Gerichts ist und nicht über ein sorgendes Herz verfügt, lehrt man ihn nicht einmal die Überschriften“, und auch: „Den Schöpfungsakt (Maase Bereshit) lehrt man nicht mehr als zwei Menschen, und Maase Merkawa nicht mehr als einen“, und solche Aussagen findest du im Überfluss.

Der Grund für diese Angst besteht im oben Gesagten, und daher gibt es wenige Auserwählte, die dieser Wissenschaft würdig wurden, und sogar diejenigen, die sieben Prüfungen bestanden, schworen einen schrecklichen Schwur, diese drei Teilbereiche niemandem zu offenbaren. (Siehe Vorwort von Rabbi Moshe Butril zum Buch der Schöpfung – Sefer Yezira).

Doch denke nicht fälschlicherweise, dass ich die Verhüllung der Kabbala in drei Teilbereiche aufgeteilt und damit sozusagen behauptet habe, dass sich die Wissenschaft der Kabbala selbst in diese drei Teilbereiche aufteilt. Ich habe gemeint, dass es in allen, sogar den kleinsten Details, in allen Bereichen dieser Wissenschaft kein einziges Wort gibt, aus welchem nicht diese drei Arten von Verhüllung resultieren würden, weil sie drei Arten der Erklärung darstellen, die immer in dieser Wissenschaft gelten.

Doch hier muss man hinterfragen: Wenn die Verhüllung der Wissenschaft der Kabbala eine solche Stufe erreichte, woher stammt dann diese Unzahl von Schriften, die in dieser Wissenschaft existieren?

Die Antwort besteht darin, dass ein Unterschied zwischen den ersten zwei Teilbereichen und dem letzten Teilbereich besteht. Der Schwerpunkt liegt, wie oben erläutert wurde, nur auf dem dritten Teilbereich, und bezüglich der ersten zwei Teilbereiche gibt es kein ständiges Verbot, da sich im Teil „nicht notwendig“ manchmal etwas verändert, aus irgendeinem Grunde aus dem Rahmen von „nicht notwendig“ fällt und notwendig wird. Genauso wird auch der Teilbereich „unmöglich“ manchmal möglich. Das geschieht aus zweierlei Gründen: entweder infolge der Entwicklung der Generation oder gemäß einer Erlaubnis von Oben, wie in den Fällen von Rashbi und ARI oder in kleinerem Maße von ihren Vorgängern. Aus diesen Gründen entstehen alle wahren kabbalistischen Bücher.

Das war im Satz gemeint: „Ich habe einen Teil enthüllt und verhüllte dabei zwei Teile.“ Gemeint war, dass es sich für ihn ergab, etwas Neues zu enthüllen, was sich seine Vorgänger nicht vorstellen konnten. Damit deutet er an, dass es sich nur um Eines handelt, das heißt, den ersten Teil von den drei Teilen der Verhüllung enthüllt er hier, und zwei Teile lässt er verhüllt.

Er weist darauf hin, dass mit ihm etwas geschah, was als Grund für eine solche Offenbarung diente. Entweder nahm etwas, was nicht notwendig war, die Form von Notwendigem an, oder es wurde ihm eine Erlaubnis von Oben gewährt, wie ich oben bereits erklärt habe.

Und ihr, die ihr diese Artikel studiert, sollt wissen, dass ich ein Jahr lang über deren Erschaffung nachgedacht habe. Und alles, was in ihnen dargelegt ist, ist neu, und ihr Inhalt wird in keinem der Bücher meiner Vorgänger so klar und exakt dargebracht. Ich empfing diese Kenntnisse „von Mund zu Mund“ von meinem Lehrer, der das Recht zu sprechen hat, das heißt, auch er empfing es von seinem Lehrer „von Mund zu Mund“ usw.

Auch ich empfing sie unter den gleichen Bedingungen von Verhüllung und Bewahrung. Doch aus der Notwendigkeit, von welcher ich im Artikel „Zeit zu handeln“ sprach, wandelte sich der Teil „nicht notwendig“ in mir zu „notwendig“ um. Daher enthüllte ich mit vollkommener Erlaubnis einen Teil, doch zwei Teile werde ich aufbewahren, wie ich angewiesen wurde.

DAS WESEN DER RELIGION UND IHR ZIEL

Rav Yehuda Ashlag

Ich möchte hier drei Fragen beantworten:

1. Worin besteht das Wesen der Religion?

2. Wird ihr Ziel in dieser Welt oder in der zukünftigen Welt erreicht?

3. Ist das Ziel der Religion das Wohl des Schöpfers oder das Wohl der Geschöpfe?

Auf den ersten Blick wird sich der Leser über meine Worte wundern und diese drei Fragen nicht verstehen, die ich als Thema für diesen Artikel wählte. Denn wer weiß nicht, was Religion ist? Und wer weiß denn nicht, dass man sich deren Belohnung und Bestrafung hauptsächlich in der zukünftigen Welt erwartet und erhofft? Geschweige denn die dritte Frage. Alle wissen, dass sie auf das Wohl der Geschöpfe ausgerichtet ist – sie mit Gutem und mit Reichtum zu verwöhnen. Und was kann man dem noch hinzufügen?

Und tatsächlich habe ich dem nichts hinzuzufügen. Weil jedoch diese drei Fragen so bekannt und üblich sind, von der Kindheit an eingesaugt, kann man im Verlauf des gesamten Lebens weder etwas zu ihnen hinzufügen noch in ihnen Klärung finden. Das zeugt jedoch von der Unkenntnis dieser erhabenen Begriffe, die tatsächlich die Grundlagen des Fundaments sind, auf welchem das gesamte religiöse „Gebäude“ aufgebaut ist und worauf es sich stützt.

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DAS ABSOLUT GUTE

Um den Leser nicht mit langen Ausführungen zu ermüden, werde ich mich nur nach dem richten, was in den vorausgehenden Artikeln geschrieben wurde, hauptsächlich nach dem Artikel „Gabe der Tora“ – nach allem, was eine Einleitung zu diesem erhabenen Thema bietet, welches wir besprechen. Ich werde mich kurz und einfach ausdrücken, damit es jedem verständlich wird.

Zu Beginn muss man verstehen, dass der Schöpfer das absolut Gute ist. Es ist also unmöglich, dass er jemandem irgendein Leid zufügen würde, und das nehmen wir als das wichtigste Gesetz wahr. Der gesunde Menschenverstand zeigt uns klar, dass die Grundlage aller schlechten Taten nichts anderes als der „Wille zu empfangen“ ist.

Das bedeutet, dass die leidenschaftliche Jagd nach eigenem Wohlergehen, die vom Willen zu empfangen hervorgerufen wird, der Grund dafür ist, dem Nächsten Leid anzutun, da der Wille zu empfangen danach strebt, sich zu füllen. Und zwar so, dass, wenn das Geschöpf eine Befriedigung zu seinem eigenen Wohl fände, es niemanden in der Welt gäbe, der seinem Nächsten Leid antun würde. Und wenn wir manchmal auf irgendein Geschöpf treffen, welches seinesgleichen nicht aus dem Willen heraus, Genuss für sich zu empfangen, Leid antut, so tut es dies nur aus der Gewohnheit heraus, die ursprünglich durch den Willen zu empfangen ins Leben gerufen wurde. Und diese Gewohnheit ist nun die einzige Ursache und befreit von der Suche nach einem anderen Grund.

Da der Schöpfer von uns hinsichtlich seines Wesens als vollkommen wahrgenommen wird und keine Hilfe benötigt, in Seiner Perfektion allem Seienden vorausgehend zu sein, ist klar, dass es in Ihm keinerlei Willen zu empfangen gibt. Und da es in Ihm nichts vom Willen zu empfangen gibt, fehlt auch jeder Grund, jemandem Schaden zuzufügen. Und das ist ganz einfach zu verstehen.

Doch außerdem haben wir auch mit dem ganzen Herzen in endgültiger Vollkommenheit angenommen, dass Er etwas hat, das als „Wille zu geben“ bezeichnet wurde. Es ist der Wille, dem Nächsten – Seinen Geschöpfen – Gutes zu tun, was mit aller Offensichtlichkeit aus der von Ihm erschaffenen, erhabenen Schöpfung resultiert, die sich unseren Augen darstellt. Denn in Wirklichkeit gibt es in unserer Welt Geschöpfe, die entweder gute oder schlechte Empfindungen haben. Und was sie auch empfinden, wird tatsächlich vom Schöpfer verursacht. Nachdem endgültig geklärt und als Gesetz angenommen wurde, dass der Schöpfer keine Absicht hat, Böses zuzufügen, wird klar, dass alle Geschöpfe von Ihm in Wirklichkeit nur Gutes bekommen, denn Er erschuf sie nur, um ihnen Genuss zu bereiten.

Somit haben wir geklärt, dass der Schöpfer nur über einen Wunsch, Gutes zu geben, verfügt, und Sein Gesetz es keinesfalls erlaubt, jemandem auch nur ein Gramm Schaden oder Leid zuzufügen. Es ist unmöglich, dass es von Ihm ausgehen würde, und daher gaben wir Ihm den Namen des „Absolut Guten“. Nachdem wir dies erkannt haben, werden wir hinabsteigen und uns die Realität anschauen, die von Ihm gelenkt und kontrolliert wird, und die Weise, wie Er nur Gutes tut.

DIE LENKUNG DES SCHÖPFERS IST EINE ZIELGERICHTETE LENKUNG

Das wird aus der Entwicklung der Objekte der uns umgebenden Wirklichkeit selbst klar. Wenn wir uns jedes noch so kleine Geschöpf vornehmen, welches einer der vier Arten angehört – bewegungslos, pflanzlich, tierisch, sprechend (Mensch) – werden wir sehen, dass sowohl das Einzelwesen als auch seine Art als Ganzes zielgerichtet gelenkt werden. Das heißt, die langsame und stufenweise Entwicklung, die durch den Rahmen von Ursache und Wirkung bedingt ist, gleicht der Frucht eines Baumes, deren Lenkung ein gutes Endziel verfolgt – sie süß und angenehm im Geschmack zu machen.

Fragt die Botaniker, wie viele Zustände diese Frucht vom Moment der Entstehung an bis zur Erreichung ihres Ziels – der endgültigen Reife – durchläuft. Und alle Zustände, die dem endgültigen vorausgehen, entbehren nicht nur der Andeutung auf den endgültigen, schönen und süßen Zustand, sondern zeigen uns im Gegenteil (als wollten sie uns ärgern) eher den Gegensatz zu ihrer Endform.

Je süßer die Frucht am Ende ist, desto bitterer und hässlicher ist sie in den vorausgehenden Stufen ihrer Entwicklung. Genauso auf den Stufen „tierisch“ und „sprechend“ (Mensch): Ein Tier, dessen Verstand auch bei Abschluss des Wachstums klein bleibt, durchläuft keine bedeutenden Veränderungen im Entwicklungsprozess, während im Menschen, dessen Verstand sich am Ende seiner Entwicklung vielfach vergrößert, riesige Veränderungen stattfinden. Ein eintägiges Kalb wird bereits als Stier bezeichnet, da es über die Kraft verfügt, auf den Beinen zu stehen und zu laufen, sowie auch über den Verstand, Gefahren zu meiden, die auf seinem Weg vorkommen.

Der Mensch dagegen gleicht, wenn er einen Tag alt ist, einem Geschöpf, dem viele solcher Sinne fehlen. Und wenn jemand, der die Realität dieser Welt nicht kennt, diese zwei Neugeborenen betrachten und versuchen würde, die Situation zu beschreiben, so würde er natürlich vom Säugling sagen, dass aus diesem nie etwas werde, und vom Kalb würde er sagen, dass ein großer Held auf die Welt gekommen sei – wenn er denn nach dem Entwicklungsstand des Verstandes des Kalbs und des Neugeborenen, welches nichts versteht und nichts fühlt, urteilen würde.

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Das meinen wir, wenn wir sagen: „Es gibt keinen klügeren Menschen als den Erfahrenen.“ Denn nur ein Mensch, der Erfahrung erlangt hat und über die Möglichkeit verfügt, das Geschöpf in allen Entwicklungsstadien bis zum letzten vollkommenen Zustand zu beobachten, kann die Gemüter beruhigen. Dann fürchtet man sich nicht vor all diesen verdorbenen Bildern, in welchen sich das Geschöpf in seinen unterschiedlichen Stadien der Entwicklung befindet, und kann an die Schönheit und die Vollkommenheit der abgeschlossenen Entwicklung glauben.

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ZWEI WEGE: WEG DES LEIDENS UND WEG DER TORA

Auf diese Weise wurde geklärt, dass der Schöpfer das „Absolut Gute“ ist. Er lenkt uns zielgerichtet, ausgehend von Seiner Perfektion des absolut Guten und ohne jede Beimischung von Bösem. Das bedeutet, dass die Zielgerichtetheit Seiner Lenkung uns verpflichtet, die Reihenfolge des Durchlaufens unterschiedlicher Zustände auf uns zu nehmen, die durch das Gesetz von Ursache und Wirkung bedingt sind, bis wir schließlich würdig werden, das erwünschte Gute zu empfangen, wodurch wir das Ziel unserer Schöpfung erreichen – wie eine prächtige Frucht am Ende ihrer Reifung. Somit ist klar, dass das Resultat absolut jedem von uns gewährt ist. Und wenn du damit nicht einverstanden bist, so wirfst du dadurch einen Schatten auf die Lenkung des Schöpfers, indem du sagst, dass sie angeblich unzureichend zur Erlangung des Ziels sei.

Die Weisen sagten, dass die „Shechina bei den Niederen eine große Notwendigkeit“ ist. Da die Lenkung des Schöpfers zielgerichtet ist, wird sie uns am Ende zu einer Verschmelzung mit Ihm führen, damit Er in uns wohnt. Und das wird als eine große Notwendigkeit bezeichnet. Das heißt, wenn wir das nicht erreichen, so würde sich dadurch sozusagen ein Mangel an Seiner Lenkung offenbaren.

Und das gleicht einem mächtigen König, der im Greisenalter einen Sohn bekam und diesen sehr liebte. Und daher hat sich der König vom Tag der Geburt seines Sohnes an vorgenommen, ihm alles zu geben. Zu diesem Zweck sammelte er alle wertvollen Bücher an und brachte alle hervorragenden Weisen zusammen, die es im Lande gab, und baute ihm ein Lehrhaus (Beit Midrash) zur Erreichung von Weisheit. Und er rief berühmte Bauleute zusammen und baute ihm Lustpaläste und versammelte alle Sänger und Musiker, damit sie ihn Musik und die Kunst des Singens lehren würden, und er rief die geschicktesten Köche und Konditoren zusammen, damit sie ihm die schmackhaftesten Gerichte der Welt bereiten würden.

Und so wuchs der Sohn heran und wurde zum Mann. Doch er stellte sich als dumm heraus und ohne Drang zur Wissenschaft. Und er ist blind und sieht nicht und spürt nicht die Pracht der Gebäude. Und er ist taub und hört nicht das Singen und die Stimmen der Instrumente. Und er ist krank und kann es sich nicht erlauben, das für ihn Zubereitete zu essen, und er ernährt sich nur von einem Stück Brot mit Getreidekleie. Scham und Schande!

Solch eine Situation kann sich bei einem irdischen König ergeben, doch man kann solches unmöglich über den Schöpfer sagen, dem natürlich kein Betrug eigen ist. Und weil dem so ist, bereitete er für uns zwei Wege der Entwicklung vor:

Einer von ihnen ist der Weg des Leidens. Dieser stellt die Reihenfolge der eigenständigen Entwicklung des Geschöpfes dar. Das Geschöpf ist dazu verpflichtet, ihr zu folgen, indem es von einem Zustand zum anderen übergeht, welcher mit dem vorausgehenden kausal, also durch die Abhängigkeit von Ursache und Wirkung, verbunden ist. So entwickeln wir uns sehr langsam bis hin zum Bewusstsein der Notwendigkeit, das Gute zu wählen, das Schlechte abzulehnen und uns für eine zielgerichtete Verbindung würdig zu zeigen, die vom Schöpfer erwünscht ist.

Dieser Weg ist allerdings lang hinsichtlich der Zeit und voller Leiden und Schmerz. Darum bereitete Er uns den leichten und angenehmen Weg der Tora und der Gebote, welcher in der Lage ist, uns in einer kurzen Zeit und ohne Leiden unserer Bestimmung würdig zu machen.

Daraus folgt, dass unser Endziel eine Reinigung zum Zweck der Verschmelzung mit dem Schöpfer ist, damit Er in uns wohnen kann. Und dieses Ziel ist verpflichtend und es gibt keinerlei Möglichkeit, ihm zu entkommen. Denn die Höhere Kraft lenkt uns streng auf zwei Wegen, die, wie erläutert wurde, der Weg der Leiden und der Weg der Tora sind. Doch in der uns umgebenden Wirklichkeit sehen wir, dass Er uns auf beiden Wegen lenkt, die von den Weisen als der „Weg der Bräuche (wortwörtlich: Weg der Erde)“ und der „Weg der Tora“ bezeichnet werden.

DAS WESEN DER RELIGION IST ES, IN UNS DEN SINN FÜR DIE ERKENNTNIS DES BÖSEN ZU ENTWICKELN

Und hier die Worte der Weisen: „Was für einen Unterschied macht es für den Schöpfer, ob man das Vieh am Nacken oder am Hals schlachtet? Denn die Gebote sind zu nichts anderem gegeben, als die Geschöpfe durch sie zu reinigen.“ Was die „Reinigung“ ist, wurde gut im Artikel „Gabe der Tora“ (Punkt 12) erläutert. Und schau nach, was dort geschrieben steht. Hier werde ich aber erklären, was das Wesen dieser Entwicklung ist, die durch die Beschäftigung mit der Tora und den Geboten erreicht wird.

Wisse, dass es die Erkenntnis des sich in uns befindlichen Bösen ist. Die Erfüllung der Gebote kann langsam und allmählich denjenigen, der sie erfüllt, feiner und erhabener machen. Und die wahre Höhe der Stufe der Verfeinerung besteht im Grad der Erkenntnis des Bösen in uns.

Denn seitens der Natur ist der Mensch bereit, alles Böse von sich abzustoßen und auszurotten. Darin sind sich alle Geschöpfe gleich, und der einzige Unterschied zwischen ihnen besteht lediglich in der Erkenntnis des Bösen. Ein weiter entwickeltes Geschöpf ist sich eines höheren Grades des Bösen in sich bewusst, es unterscheidet das Böse und stößt es von sich in einem größeren Maß ab. Und ein weniger entwickeltes Geschöpf verspürt in sich eine kleinere Stufe des Bösen und stößt daher nur ein geringeres Maß des Bösen ab, während es den ganzen Schmutz in sich lässt, da es diesen nicht als Schmutz empfindet.

Um den Leser nicht zu verwirren, werden wir erläutern, was die Basis von Gut und Böse ausmacht, wie davon im Artikel „Gabe der Tora“ (Punkt 12) die Rede war. Die Basis alles Bösen ist nichts anderes als die Liebe zu sich selbst, die als „Egoismus“ bezeichnet wird. Ihr Naturell ist dem Schöpfer entgegengesetzt, in Dem es keinen Willen gibt, für Sich zu empfangen, denn Er ist nichts anderes als der Wille zu geben.

Und wie im Artikel „Gabe der Tora“ (Punkt 9 und 11) erklärt wurde, besteht das Wesen des Genusses im Grad der Ähnlichkeit mit den Eigenschaften des Schöpfers. Und das Wesen der Leiden und der Ungeduld besteht im qualitativen Unterschied zum Schöpfer. Dementsprechend ist uns der Egoismus zuwider, und es schmerzt uns das Bewusstsein, dass wir uns von den Eigenschaften des Schöpfers unterscheiden.

Doch dieses Gefühl der Widerwärtigkeit des Egoismus ist in jeder Seele unterschiedlich. Denn ein wilder, unentwickelter Mensch hält den Egoismus keineswegs für eine negative Eigenschaft und benutzt ihn daher öffentlich grenzenlos und ohne jede Scham. Vor den Augen aller beraubt und ermordet er skrupellos jeden, der sich in seiner Reichweite befindet. Ein etwas weiter Entwickelter empfindet seinen Egoismus bereits bis zu einem gewissen Grad als böse und schämt sich, sich dieses Egoismus öffentlich zu bedienen – die Menschen zu bestehlen und zu ermorden, wo man es sehen kann – begeht aber weiterhin seine Verbrechen.

Und ein noch weiter Entwickelter empfindet den Egoismus tatsächlich als Gräuel, sodass er ihn in sich nicht mehr dulden kann und ihn von sich stößt und ihn entsprechend dem Grad seiner Erkenntnis des Bösen gänzlich vertreibt, sodass er es nicht mehr wollen und können wird, auf Kosten anderer zu genießen. Und dann beginnen in ihm Funken der Liebe zum Nächsten zu erwachen, die als „Altruismus“ bezeichnet werden, welcher die allgemeine Eigenschaft des Guten ist.

Das entwickelt sich in ihm ebenfalls stufenweise. Zunächst entwickelt sich in ihm das Gefühl der Liebe zur Familie und zu seinen Nächsten sowie der Wunsch, sich um sie zu kümmern, wie es heißt: „Vor dem eigenen Fleisch kann man nicht fliehen.“ Und wenn er sich noch mehr entwickelt, so wächst in ihm der Grad des Gebens an alle, die ihn umgeben, an die Bewohner seiner Stadt und an sein Volk. Und so wächst er heran, bis sich in ihm schließlich die Nächstenliebe zur gesamten Menschheit entwickelt.

BEWUSSTE UND UNBEWUSSTE ENTWICKLUNG

Und wisse, dass zwei Kräfte uns anstoßen und dazu antreiben, aufzusteigen, indem wir die Stufen der erwähnten Leiter erklimmen, bis wir ihre Spitze im Himmel erreichen – das Endziel der Gleichheit unserer Eigenschaften mit denen des Schöpfers. Der Unterschied zwischen diesen zwei Kräften besteht darin, dass eine von ihnen uns „unbewusst“ von hinten antreibt. Diese Kraft stößt uns von hinten an, und dies bezeichneten wir als den „Weg der Leiden“ oder den „Weg der Erde“ (Derech Erez).

Daraus entspringt die Philosophie der Moral, welche als Ethik bezeichnet wird. Sie basiert auf der empirischen Erkenntnis, das heißt auf der Prüfung mithilfe des praktischen Verstandes. Und das ganze Wesen dieses Systems stellt nichts anderes als die Summe der Schäden dar, welche vor unseren Augen von den keimenden Samen des Egoismus hervorgebracht wurden.

Diese empirischen Erfahrungen gelangten zu uns auf zufällige Weise, das heißt „für uns unbewusst“ und nicht durch unsere Wahl. Dennoch dienen sie ihrem Ziel recht überzeugend, da der Grad des Bösen, der in unseren Empfindungen in Erscheinung tritt und wächst, insofern wir uns seines Schadens bewusst sind, uns dazu zwingt, ihn zu meiden, und dadurch erreichen wir eine höhere Stufe der Leiter.

Die zweite Kraft treibt uns auf die „bewusste“ Weise an, das heißt diese Kraft wählen wir selbst. Diese Kraft zieht uns von vorn, und wir bezeichneten dies als den „Weg der Tora und der Mizwot (Gebote)“. Denn durch die Erfüllung der Gebote sowie durch die Arbeit mit der Absicht, dem Schöpfer Genuss zu bereiten, entwickelt sich in uns diese Empfindung der Erkenntnis des Bösen mit riesiger Geschwindigkeit, wie dies im Artikel „Gabe der Tora“ (Punkt 13) beschrieben wurde.

Und hier gibt es einen doppelten Vorteil:

Erstens brauchen wir nicht zu warten, bis die Lebenserfahrungen beginnen, uns von hinten anzutreiben, denn jeder Stoß bedeutet Schmerz und Zerstörungen, die uns durch die Enthüllung des Bösen in uns zugefügt werden. Die Arbeit des Schöpfers dagegen entwickelt in uns die gleiche Erkenntnis des Bösen, doch ohne vorausgehende Leiden und Zerstörungen. Im Wohlbehagen und in der Freude, die wir während der reinen Ergebenheit für den Schöpfer verspüren, um Ihm Vergnügen zu schenken, entwickelt sich in uns ein relatives Verhältnis, welches uns erlaubt, die Niederträchtigkeit dieser Funken der Eigenliebe zu erkennen. Wir begreifen, wie sehr ihr Vorhandensein uns daran hindert, auf unserem Weg den Geschmack des Genusses am Beschenken des Schöpfers zu verspüren. Denn die stufenweise Empfindung der Enthüllung des Bösen entwickelt sich in uns vor dem Hintergrund der Empfindung von Genuss und völliger Ruhe, das heißt durch den Empfang des Genusses während der Arbeit für den Schöpfer. Und diese genussvolle und behagliche Empfindung entsteht in uns durch die Übereinstimmung mit dem Schöpfer.

Zweitens gewinnen wir Zeit, da Er „an unserem Bewusstsein“ arbeitet, und uns somit hilft, mehr zu tun und die Zeit nach unserem Wunsch zu beschleunigen.

DIE RELIGION DIENT NICHT DEM NUTZEN DER GESCHÖPFE, SONDERN DEM NUTZEN DESJENIGEN, DER SICH BEMÜHT

Viele irren sich und vergleichen unsere heilige Tora fälschlicherweise mit der Ethik und Moral. Doch das geschieht aus dem Grunde, dass sie seinerzeit nicht den Geschmack der Religion gekostet haben. Und ich rufe sie auf: „Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist.“ Ehrlich gesagt, sind sowohl die Ethik als auch die Religion auf eines ausgerichtet: den Menschen aus dem Schmutz der vergiftenden Eigenliebe auf die erhabene Höhe der Nächstenliebe zu erheben.

Und damit sind sie so weit voneinander entfernt, wie die Gedanken des Schöpfers von den Gedanken der Geschöpfe. Denn die Religion entstammt den Gedanken des Schöpfers, und die Moral ist Frucht der Gedanken von Fleisch und Blut und ihrer Lebenserfahrung. Der Unterschied zwischen ihnen ist offensichtlich, sowohl in den benutzten Mitteln als auch im Endziel.

Denn die Erkenntnis von Gut und Böse, welche sich in uns bei der Nutzung des ethischen Systems entwickelt und entfaltet, hat einen relativen Bezug zum Erfolg der Gesellschaft, während die Nutzung der Religion in unserer Erkenntnis von Gut und Böse einen relativen Bezug zum Schöpfer allein hat – das heißt von der Unterscheidung vom Schöpfer bis hin zur Identifikation mit Seinen Eigenschaften, was als „Verschmelzung“ bezeichnet wird, wie das im Artikel „Gabe der Tora“ (Punkt 9-11) erläutert wurde.

Und der Grad der Entfernung des einen vom anderen wird durch die unterschiedlichen Ziele bestimmt. Das Ziel der Ethik besteht im Glück der Gesellschaft, wie es vom praktischen Verstand, welcher sich auf die Lebenserfahrung stützt, verstanden wird. Und letzten Endes verspricht das Ziel demjenigen, der es zu erreichen versucht, keinen Gewinn über den von der Natur vorgeschriebenen Rahmen hinaus. Wenn dem so ist, verlässt dieses Ziel nicht die Reichweite der Kritik, denn wer kann ein für alle Mal dem Individuum die Gerechtigkeit des Maßes an Wohl beweisen, über welches es verfügt, um es zu zwingen, auf einen Teil des ihm nach seinem Verständnis Zukommenden zugunsten der Gesellschaft zu verzichten?

Im Unterschied dazu verspricht das religiöse Ziel demjenigen, der danach strebt, das Glück für den Menschen selbst. Denn wie wir bereits wissen, befindet sich ein Mensch, der die Liebe zum Nächsten erkannte, nach dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften in der Verschmelzung mit dem Schöpfer und tritt gemeinsam mit Ihm aus seiner engen Welt, die voller Leiden und Stolpersteine ist, heraus in die weite und ewige Welt des Gebens an den Schöpfer und an die Geschöpfe.

Noch ein berühmter und sehr in die Augen stechender Unterschied, der für die Tora spricht, besteht darin, dass sich das ethische System nach dem Prinzip richtet, das Wohlwollen der Menschen zu erreichen, was einer Pacht (Miete) gleicht, die am Ende abgezahlt ist. Und die Gewohnheit des Menschen an solche Arbeit lässt ihn noch nicht einmal auf die Stufen der Ethik aufsteigen, da er an Arbeit gewöhnt ist, die von der Umgebung, die für seine guten Taten zahlt, gut belohnt wird.

Derjenige aber, der sich mit der Tora und den Geboten beschäftigt, um dem Schöpfer Genuss zu schenken, ohne jegliche Belohnung zu erhalten, erklimmt tatsächlich die Stufen der Moral, wie dies auch erforderlich ist. Denn er bekommt keinerlei Bezahlung auf seinem Wege, während er Körnchen um Körnchen das Notwendige sammelt, um eine große Rechnung für den Erwerb einer anderen Natur zu begleichen – des Gebens an den Nächsten – ohne jegliches Empfangen für sich, außer zur Aufrechterhaltung der eigenen Existenz.

Nur dann werden wir uns tatsächlich von allen Zwängen der Natur befreien. Denn wenn einem Menschen jegliches Empfangen für sich zuwider ist und seine Seele von allen überflüssigen und kleinlichen Vergnügungen des Körpers frei ist und er nicht danach strebt, Ehre oder Ähnliches zu erlangen, dann lebt er frei in der Welt des Schöpfers. Und es ist garantiert, dass ihm hier niemals Schaden drohen wird. Denn der ganze Schaden, den der Mensch verspürt, ereilt ihn nur dann, wenn er für sich empfängt – was in ihn eingemeißelt ist – und das muss man gut verstehen.

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DAS WESEN DER WISSENSCHAFT KABBALA

Rav Yehuda Ashlag

Bevor ich zur Beschreibung der Grundlagen der Wissenschaft der Kabbala schreite, die viele zu erklären versuchten, erachte ich es als notwendig, zuvor das Wesen ihrer Weisheit gut zu erklären, über welches meiner Meinung nach wenige Bescheid wissen. Und natürlich darf man nicht von den Ausgangspunkten eines Gegenstandes sprechen, bevor wir nichts vom Gegenstand selbst erfahren.

Obwohl dieses Wissen breit und tief wie ein See ist, werde ich trotzdem mit aller Kraft und allem Wissen, welches ich in diesem Bereich erlangte, versuchen, das wahre Forschen zu beschreiben und es von allen Seiten zu beleuchten, in einer für jede Seele ausreichenden Art, damit sie richtige Schlüsse daraus ziehen kann, so, wie sie in Wahrheit sind, und damit den Betrachtern keine Möglichkeit bleibt, sich zu täuschen, wie es häufig in dieser Sache vorkommt.

WOVON HANDELT DIE WISSENSCHAFT DER KABBALA?

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Und hier wirkt das Allgemeine und Besondere:

Das Allgemeine besteht darin, dass die ganze Menschheit am Ende ihrer Entwicklung unvermeidlich zur Offenbarung des Schöpfers kommen und, einen langen Entwicklungsweg zum Abschluss bringend, das erreichen muss, wovon die Weisen schrieben: „Und es füllte sich die Erde mit dem Wissen des Schöpfers, wie die Wasser das Meer bedecken. Und es wird kein Mensch mehr seinen Nächsten und seine Brüder die Erkenntnis des Schöpfers lehren, weil alle Mich kennen werden, von Jung bis Alt“. Und es steht geschrieben: „Und dein Lehrer wird sich nicht mehr verbergen, und deine Augen werden deinen Lehrer erblicken“ (Jesaja, 30:20).

Das Besondere besteht darin, dass es schon vor dem Erreichen dieses perfekten Zustandes durch die ganze Menschheit in jeder Generation Auserwählte gibt, die Ihn als Erste erreichen. Das sind jene einzelnen Persönlichkeiten in jeder Generation, die der Erkenntnis bestimmter Stufen in der Offenbarung des Schöpfers würdig wurden. Es sind Propheten und Diener des Schöpfers. Wie die Weisen sagten: „Es gibt keine Generation, in welcher es keine solchen wie Abraham und Jakob gäbe.“

Denn nach den Worten der Weisen findet die Offenbarung des Schöpfers in jeder Generation statt. In dieser Hinsicht gibt es seitens unserer Weisen keine Uneinigkeit, und wir verlassen uns auf ihre Worte.

DIE VIELFALT DER SPIRITUELLEN KÖRPER (PARZUFIM), DER SEFIROT UND DER WELTEN

Sefirot