Das zufriedene Gehirn

Titel der Originalausgabe: Limitless You

Vollständige E-Book-Ausgabe der bei J.Kamphausen Verlag &

Lee Gerdes, Das zufriedene Gehirn

1. Auflage 2011

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar.

ISBN Printausgabe: 978-3-89901-362-7

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten.

Lee Gerdes

Das zufriedene Gehirn

Frei von Depressionen, Traumata,
ADHS, Sucht und Angst

Mit der Brain-State-Technologie
das Leben ausbalancieren

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Kommentare zum Buch

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In einer Welt, die an der Schwelle von bedeutenden Veränderungen auf dem Gebiet der Wissenschaft und der Medizin steht, haben Lee Gerdes und seine Kollegen durch ihre Forschungen einen innovativen, ganzheitlicheren Ansatz zum Thema Neurophysiologie und Verhaltensstörungen im Allgemeinen begründet. Aus der Kombination von Neurowissenschaft, Quantenphysik und Psychologie ist eine beeindruckende Technologie entstanden, die – davon bin ich fest überzeugt – eine große Hilfe dabei sein wird, die Menschheit zu heilen.

Riccardo Cassiani-Ingoni

Doktor der Neurophysiologie

Universität Rom, Italien

„Das zufriedene Gehirn“ ist ein Buch über Hoffnung, Wahlmöglichkeiten und grenzenloses menschliches Potenzial. Lee Gerdes hat sich an das riesige, komplexe Gebiet des menschlichen Gehirns herangewagt und ein leicht lesbares, informatives und anregendes Buch geschrieben, in dem es darum geht, wie Menschen dysfunktionelle Muster, die ihr Leben bisher einschränkten, verändern können. Klar und systematisch erklärt er, dass unsere Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen oft von Mustern bestimmt werden, die im Gehirn fest verdrahtet sind und Veränderungen unmöglich machen. Als Psychologin habe ich in den letzten 25 Jahren mit Klienten gearbeitet, die ihre Einschränkungen über Bord werfen wollten, und war enttäuscht zu sehen, dass Gesprächstherapie ihre Grenzen hat.

Mit der Einführung der revolutionären „Brain-State-Technologie“ demonstriert Lee Gerdes eindrucksvoll, wie wir lernen können, alte neuronale Muster zu verändern, sodass unser Gehirn ausgewogen und in Harmonie mit sich selbst funktioniert. Wie die Fallbeispiele in diesem Buch so schön zeigen, geht einfach alles besser, wenn das Gehirn ausbalanciert ist. Dieses Buch ist für jeden wichtig, der menschliche Begrenzungen überwinden möchte, um sein Potenzial voll auszuschöpfen. Da das Leben im 21. Jahrhundert immer herausfordernder wird, prophezeie ich, dass die „Brain-State-Technologie“ bald in aller Munde sein und „Das zufriedene Gehirn“ zu einem der wichtigsten Bücher unserer Zeit werden wird.

Dr. Susan Simpson

Psychologin und Leiterin von Waves of Potential

Vancouver, BC (Kanada)

Als ganzheitliche Ärztin bin ich immer auf der Suche nach schnelleren, preiswerteren und effizienteren Methoden, um die Probleme meiner Patienten zu lösen. An dem Tag, an dem ich von den Vorzügen der „Brain-State-Technologie“ erfuhr, vereinbarte ich einen Termin. Innerhalb einer Woche stellte ich fest, dass sich meine Energie, meine Konzentrationsfähigkeit sowie meine Fähigkeit, meine Gedanken zu ordnen, deutlich verbessert hatten und ich meine Balance wiedergefunden hatte. Natürlich verbesserte ich mich auch beim Tennisspiel! Seitdem lege ich Patienten mit Depressionen, Angstzuständen und Posttraumatischer Belastungsstörung die „Brain-State-Technologie“ ans Herz. Einstimmig sind sie der Meinung: „Das hat mein Leben verändert.“ Ich glaube, wir verdanken es Lee Gerdes absoluter Genialität, dass er diese Technologie so weit vorangetrieben hat. Lesen Sie das Buch. Aber was viel wichtiger ist: Erleben Sie die Vorteile.

Linda Wright, MD

Fachärztin für Innere Medizin

Scottsdale, AZ (USA)

Auf der Suche nach einer ergänzenden Methode für meine Klienten, die unter zwanghaftem Denken und/oder Verhalten litten, stieß ich vor drei Jahren auf Brain State Technologies™. Seitdem merke ich, in wie vielen Fällen BST Verbesserungen bewirkt, und empfehle diese Methode zahlreichen Personen unterschiedlicher Altersgruppen (von 7 bis 60). Ich bin immer wieder von ihren Veränderungen und Leistungen beeindruckt. Ich glaube, dass jeder, der in einer Gesundheitseinrichtung praktiziert, auch zu dem Schluss käme, dass die Brain-State-Technologie eine nahtlose, effiziente Ergänzung zu seiner Arbeit ist, die darin besteht, Menschen zu einem glücklicheren, gesünderen Leben zu verhelfen. In „Das zufriedene Gehirn“ erfährt der Leser Schritt für Schritt, wie das Gehirn unser Verhalten beeinflusst, wie die „Brain-State-Technologie“ funktioniert und welche Veränderungen die Menschen erleben – Veränderungen, wie ich sie bei meinen Klienten und an mir selbst erlebt habe.

Kim M. Evans

Präsident, Life Changing Solutions

and Certified Rubenfeld Synergist

Scottsdale, AZ (USA)

Mit seinem Wissen um Gehirnmuster, Quantenphysik, Mathematik und hochmoderne Computertechnologie gibt uns Lee Gerdes in seinem Buch „Das zufriedene Gehirn“ großartige Einblicke, wie nachteilig ein Trauma das Gehirn beeinflussen kann, und erklärt, wie Brain State Technologies™ eine erstaunlich mühelose, doch sehr erfolgreiche Technologie entwickelt hat, mit der das Gehirn nach einem traumatischen Erlebnis wieder zu Balance und Harmonie zurückfindet. Diese Technologie gewährt uns nicht nur einen kurzen Blick auf die Zukunft, sondern lässt uns hoffen, dass die Zukunft JETZT stattfindet.

Trudy Peters

Mitautorin von Owen’s Choice

und Andre’s Choice

Lee Gerdes legt uns hier ein starkes, fesselndes Buch vor, das aufgrund seiner eigenen Erfahrungen als Brain Trainer entstand. Anhand zahlreicher Fallbeispiele zeigt Gerdes’ Buch, wie radikal sich das Leben von Menschen ohne großen Aufwand ihrerseits verbessert hat. Probieren Sie diese Technologie selbst aus, wenn Sie ernsthafte Probleme haben oder sich einfach wohler in Ihrer Haut fühlen möchten.

Duane Groce, MS

Autor von The Inner Switchboard

Für Peter Gerdes, der diesen Weg mit mir gegangen ist.

Für die Mitarbeiter von Brain State, die eine Lohnkürzung
und Überstunden in Kauf genommen haben,
weil ihnen das übergeordnete Wohl am Herzen liegt.

Für die Tochtergesellschaften von Brain State
auf der ganzen Erde, die jedem Menschen,
mit dem sie in Berührung kommen,
zu Wohlbefinden verhelfen wollen.

Und vor allem für die nahezu 10.000 Menschen
(bis 2008, Anmerk. des Verlags) auf der ganzen Welt,
die auf der Suche nach Wohlbefinden und
zur Verbesserung ihrer Lebensqualität
die Brain-State-Technologie angewendet haben –
Sie alle haben uns die Ehre erwiesen,
dass wir Ihnen dabei helfen durften.

Alle Fallgeschichten in diesem Buch sind echt. In manchen Geschichten, wie etwa im Fall von Justin, wo der richtige Name und die tatsächlichen Umstände beibehalten wurden, haben wir zum Schutz der Privatsphäre Namen und Umstände anderer auftretender Personen sowie von deren Familien und anderer bedeutender Persönlichkeiten geändert.

Haftungsausschluss

Lee Gerdes und Brain State Technologies™ bieten weder Behandlungen, Heilverfahren, Kuren oder sonstige medizinische oder psychologische Dienstleistungen an. Die von Brain State Conditioning™ entwickelte Brain-State-Technologie ist ein ganz und gar nicht invasives Verfahren, mit denen Klienten ihr Gehirn ausbalancieren und harmonisieren können. Es ist weder als medizinische oder psychologische Behandlung beziehungsweise Dienstleistung gedacht.

Weder Lee Gerdes noch Namaste Publishing noch der Verlag J. Kamphausen und die Übersetzerin können für Irrtümer, Unterlassungen oder die Nutzung jeglicher Informationen in diesem Buch verantwortlich oder haftbar gemacht werden. Brain State Technologies™, Lee Gerdes, Namaste Publishing und J.Kamphausen haften in keinem Fall für direkte, indirekte, strafbare, zufällige, Sonder- oder Folgeschäden, die sich aus der Anwendung der Informationen in diesem Buch ergeben. Für spezifische Diagnosen, Behandlungen oder Vorgehensweisen zur Behebung emotionaler, körperlicher oder geistiger Leiden oder Krankheiten sollte der Leser immer einen zugelassenen Gesundheitsexperten zu Rate ziehen und mit ihm über persönliche Symptome und geeignete Behandlungsweisen sprechen.

Danksagung

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Ich bedanke mich vielmals bei den zahlreichen Ärzten, Wissenschaftlern, Psychotherapeuten, Theologen und Neurofeedback-Anbietern, die mir geholfen haben zu verstehen, worum es bei dieser inneren Reise zur Optimierung des Gehirns überhaupt geht, und mir gezeigt haben, wie die Informationsverarbeitung im Quantenraum erfolgt.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Peter Gerdes für seinen Einsatz, sein Vertrauen und für seine jahrelange, engagierte Arbeit – auch wenn er diese manchmal mit begrenzten Hilfsmitteln und unter widrigen Umständen leisten musste. Dank geht auch an Laura (Gerdes) Osier, die ihrem Vater zutraute, dass er seine Technologie anwendete.

Die Brain-State-Technologie entstand aus einem Bedürfnis heraus, mein eigenes Problem zu lösen. Ich möchte mich gern bei allen Menschen in helfenden Berufen bedanken, die mich viele Jahre lang unterstützt und mir dadurch die Gelegenheit gegeben haben, die Lösung zu finden, die bei mir am besten funktionierte.

Dieses Buch gäbe es nicht ohne Constance Kellough, Verlagsleiterin und Verlegerin bei Namaste Publishing, die die Bedeutung meiner Arbeit erkannte, und David Robert Ord, dem Chefredakteur bei Namaste Publishing. Ich danke euch für eure umsichtige, ehrliche Arbeit und dafür, dass ihr die Technologie selbst angewendet habt, um euch zu vergewissern, dass sie unbedenklich und wirksam ist.

Viele Menschen fühlen sich der Arbeit von Brain State Technologies™ verbunden. Sie haben dazu beigetragen, diese Technologie bekannt zu machen. Paul Hastings und Russ Loucks haben mehr als zehn Jahre als engagierte, kreative Softwareentwickler für mich gearbeitet. Sie haben nicht nur ein großes Gehirn, sondern auch ein großes Herz. Alexa Bolles war die erste Geschäftspartnerin von Brain State. Als Leiterin von Marketing und Verkauf setzt sie ihre Fähigkeiten jetzt ein, um andere in diese Welt einzuführen, in der Menschen mit dieser nicht invasiven Technologie geholfen wird. Die zahlreichen Menschen, die für Brain State arbeiten, sind zur Arbeit erschienen, kümmern sich um Klienten, machen diese Technologie überall bekannt und sorgen für fachkundige und kompetente Leistungsstandards.

Ich weiß die zehn Prozent der Klienten zu würdigen, denen die Technologie nicht ausreichend geholfen hat, die sich aber bemüht haben, ihr Leben und das ihrer Mitmenschen zu verbessern. Dank ihnen habe ich auf meinem Weg viel gelernt, sodass wir die Wirksamkeit der Technologie bei jedem neuen Ansatz für die Brain-State-Technologie verfeinern konnten.

Und zu guter Letzt spreche ich meiner 90-jährigen Mutter, Josephine Margaret (Thies) Gerdes aus Auburn, Alaska, meine Anerkennung aus: Ihr Sohn hat ihr oft genug zugehört und weiß daher, dass wir alle ein riesiges Potenzial besitzen und dass das Streben nach diesem Potenzial und dessen Einsatz zum Wohl der Menschen der Schlüssel zu einem ausgewogen gelebten Leben ist. Sie ist meine beste Freundin, und ich halte alles in Ehren, was sie für gut hielt, indem ich mich bemühe, andere Menschen zum Wohl der ganzen Welt einem optimierten Zustand näher zu bringen.

Vorwort

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Bis vor kurzem hielt sich unter Wissenschaftlern hartnäckig die Überzeugung, dass unser Gehirn eine Maschine sei. Wenn – von dieser Warte aus betrachtet – ein Teil des Gehirns beschädigt wurde, wie etwa bei einem Trauma, dann ging die betreffende Funktion verloren, und zwar aus dem Grund, weil das Gehirn als unveränderliche, fest verdrahtete Einheit galt. Dank der Fortschritte auf dem Gebiet der Neuroplastizität – die sich damit beschäftigt, wie sich das menschliche Gehirn selbst verändern kann – ist diese Vorstellung inzwischen überholt. Heute wissen wir, dass unser Gehirn sich selbst neu verdrahten kann, um seine Höchstkapazität zu erreichen. Dazu gehört auch die Wiedererlangung höherer mentaler Funktionen.

Kernstück dieses Buches ist die Überzeugung des Autors, dass wir unser Gehirn so trainieren können, dass es unser Leben verändert. Seine Vision ist eine Gehirn-Fitness-Revolution, die unser Leben einfach dadurch ins Gleichgewicht bringt, dass ein nicht ausbalanciertes Gehirn durch Training in einen optimalen Zustand versetzt wird. Das Buch ist eine faszinierende Zusammenstellung von Beispielen menschlichen Potenzials.

Diese revolutionäre Technologie zeigt auf, dass die Vorgänge im Gehirn für unsere Lebensqualität eine größere Bedeutung haben als äußere Einflüsse. Lee Gerdes schreibt bewegend darüber, wie diese höchst innovative Vorgehensweise eingesetzt wird, um die Energie von Gehirnwellen zu verändern und somit das Leben der Menschen zu bereichern.

Das zufriedene Gehirn ist ein informativer Überblick darüber, wie wir mehr in Einklang mit uns selbst kommen, spirituelle Heilung erfahren, eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) dämpfen, Stress und Ängste lindern, uns von Süchten lossagen, nicht mehr so impulsiv sind, unsere Neigung zu Wutausbrüchen und Gewalttätigkeit in den Griff bekommen und unser Leben ganz allgemein verbessern können. Die Brain-State-Technologie lässt sich besonders gut mit natürlichen Behandlungsmethoden zur Steigerung des Wohlbefindens kombinieren.

Das Buch zeigt die Anwendungsmöglichkeiten und Stärken der Brain-State-Technologie anhand zahlreicher Beispiele von Menschen mit allen möglichen Leiden auf, die durch ein nicht ausbalanciertes Gehirn verursacht wurden. Wenn das Gehirn wieder ausbalanciert und harmonisiert wird, erhält die betreffende Person wieder ihre optimale Funktionsfähigkeit zurück. Der Autor, der sich in Mathematik, Physik, Psychologie und Theologie weitergebildet hat, berichtet sensibel und einfühlsam über Menschen, die bereits von dieser innovativen Technologie profitiert haben. Es ist ihm gelungen, nicht nur die spirituelle Transformation der Betreffenden, sondern auch die physiologischen Aspekte dieser Transformation zu erfassen.

Für mich persönlich ist dieses Buch eine bemerkenswerte, hoffnungsfrohe Darstellung der unendlich vielen Möglichkeiten des menschlichen Gehirns, die uns in die Lage versetzen, unser Leben in die Hand zu nehmen. Bringen Sie Ihr Gehirn ins Gleichgewicht und führen Sie ein glücklicheres Leben.

In Das zufriedene Gehirn geht es darum, den Klängen von Gehirn, Körper und Seele zu lauschen.

Dr. Vijendra Singh, PhD,

Neurowissenschaftler

Einführung

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Wir wissen seit langem, dass eine Verbindung zwischen Verstand, Körper und Geist besteht, aber jetzt lässt sich diese Verbindung auch beobachten. Wir können ihr Wirken mithilfe von Technologie erkennen und – was noch wichtiger ist – ihre Funktionsweise tatsächlich verbessern.

Das Gehirn ist wie die Nabe unseres Lebensrades. Das Nervensystem kann man mit den Radspeichen, den Körper mit einer Felge vergleichen. Hat die Nabe eine Unwucht, wirkt sich dies auf alles andere aus. Statt uns relativ ruhig und praktisch mühelos durchs Leben zu bewegen, müssen wir uns oft täglich mit Dramen und Traumata herumschlagen.

In diesem Buch wird eine als Brain State Conditioning™ bekannte Methode vorgestellt, die weithin Brain Training genannt wird und darauf abzielt, Probleme im Zusammenhang mit der Gehirnenergie zu lösen. Brain Training beruht nicht auf medizinischen Befunden und lässt auch alle Symptome außer Acht, die ein Klient zeigt. Vielmehr wird das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, wie viel Balance und Harmonie das Gehirn erfährt und wie flexibel es reagiert, wenn es aus dem Ruhezustand heraus aktiviert wird. Dies unterscheidet sie völlig von jenen Methoden, bei denen das Gehirn eines Menschen mit einer normativen Datenbank abgeglichen wird und man der betreffenden Person anschließend beizubringen versucht, ihr Gehirn dazu zu bewegen, wie ein durchschnittliches Gehirn zu funktionieren.

Unter Balance verstehen wir, dass die Gehirnaktivität zwischen den beiden Gehirnhälften ausbalanciert wird und die verschiedenen Gehirnregionen zwischen dem vorderen und hinteren Teil ein und derselben Gehirnhälfte miteinander in Balance kommen. Mit dieser Brain-State-Technologie lässt sich das Gehirn leichter ausbalancieren. Es ist, als würde man ein Schiff so beladen, dass es waagerecht auf dem Wasser liegt.

Unter Harmonie verstehen wir, dass es in derselben Gehirnregion Energiemuster gibt, die zwischen niedrig und hoch schwanken.

Wenn Sie schon einmal mit unwuchtigen Reifen Auto gefahren sind, wissen Sie, wie es beim Fahren vibriert und holpert. Im Leben ist es nicht anders, wenn eine oder mehrere Gehirnregionen aus dem Gleichgewicht geraten sind. In so einem Zustand kann man unmöglich ein ausgezeichnetes Leben führen.

Ist das Gehirn ausbalanciert und harmonisiert, kann sich dies drastisch auf Verstand und Körper auswirken. Aus diesem Grund sind Gehirnbalance und -harmonie ein hilfreicher Schritt hin zu Wohlbefinden und bestmöglicher Leistung.

Mit einem ausbalancierten, harmonisierten Gehirn können Sportler beispielsweise viel eher Bestleistungen in Bezug auf Schnelligkeit, Krafteinsatz und so weiter erbringen. Schriftsteller, Musiker und Künstler erleben mehr Kreativität und sind zu größerem künstlerischem Ausdruck fähig. Menschen, die das Gefühl haben, sie kämen nicht weiter – die zwar merken, dass sie nicht ihr gesamtes Potenzial ausleben, aber nicht wissen, wie sie ihr wahres Sein zum Ausdruck bringen sollen –, machen oft beachtliche Fortschritte in beruflicher Hinsicht. Ganz gleich, was für ein Leben die betreffende Person führt: Sie kann Klarheit über ihre Lebensreise gewinnen.

Die Chance, Ihr Leben in die Hand zu nehmen

Die Brain-State-Technologie erfordert keine Willensstärke, sondern nutzt die Stärke des Gehirns.

Unsere Gesellschaft hält an der Vorstellung fest, dass wir alle über einen freien Willen verfügen und lediglich die richtigen Entscheidungen treffen und uns dann daran halten müssen. Wir haben diese Philosophie so verinnerlicht, dass wir gar nicht merken, wie begrenzt die Fähigkeit eines Menschen gute Entscheidungen zu treffen, ist, wenn sein Gehirn nicht ausbalanciert ist. Auch fehlt den Menschen häufig die Willenskraft, sich auf den schwierigen und oftmals langen Kampf einzulassen, um ein fest verwurzeltes Verhaltensmuster zu verändern. So fassen manche den festen Vorsatz: „Ich werde mit dem Rauchen aufhören.“ Sie erkennen, dass das Aufgeben dieser Gewohnheit ihr Leben erheblich verbessern würde. Aber wer es versucht hat, stellt fest, dass das gar nicht so einfach ist, und viele scheitern trotz wiederholter Bemühungen. Für die meisten Menschen ist dazu mehr erforderlich als Willenskraft.

Wenn wir unser Leben mithilfe der Stärke unseres Gehirns verändern, brauchen wir nicht mehr zu kämpfen. Es geht nämlich darum, die eigene Vervollkommnung von einem Ort tiefer Ruhe aus zu erreichen. Unser Gehirn lernt, ganzheitlicher zu funktionieren.

Eine Klientin berichtet, dass sie den Unterschied tatsächlich erlebte: „Ich dachte, Erziehung hätte etwas mit Information zu tun; ich dachte, Disziplin hätte etwas mit Kontrolle zu tun; ich dachte, das ständige Aufschieben hänge mit Willensstärke zusammen. Ich habe mich getäuscht. Es hat nichts mit Willensstärke, sondern mit der Hirnleistung zu tun. Ich stand an einem Scheideweg. Ich war Raucherin und fühlte mich wie die Ratte, die nichts dazulernen kann. Meine Tochter meinte, ich als intelligente Frau sollte mich schämen, dass ich irgendwann an einer vermeidbaren Krankheit sterben würde. Aber ich hatte alles ausprobiert und konnte nicht aufhören. Ich benötigte nur ein paar Trainingsstunden, um mit dem Rauchen aufzuhören, aber ich brauchte fast 35 Jahre, um die Methode zu finden, die mir dabei half.“

Ein ausbalanciertes, harmonisiertes Gehirn befindet sich in einem Zustand, der als Homöostase bezeichnet wird. Dieser Begriff ist von dem griechischen Wort homoiostasis (deutsch etwa: Gleich-Stand) abgeleitet. Im Zustand der Homöostase bleiben die Gegebenheiten unverändert. Es ist ein Zustand, in dem das Gehirn unter optimalen Bedingungen arbeitet, sodass es auf die Herausforderungen des Lebens bestmöglich reagieren kann. Befindet sich das Gehirn im Zustand der Homöostase, funktionieren Denken, Fühlen, Handeln und die Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu reparieren, optimal und regulieren sich selbst je nachdem, wozu sie in einem bestimmten Moment aufgefordert werden.

Die Brain-State-Technologie ist möglicherweise ein lebensveränderndes Instrument, das andere Methoden mit der Absicht unterstützt, ihnen bei der Erreichung ihrer Ziele behilflich zu sein: Es versetzt nämlich die betreffende Person überhaupt erst in einen Zustand, in dem sie sich selbst regulieren kann. Außerdem weist die Brain-State-Technologie als nicht invasives Verfahren, mit dem Informationen gesammelt und Ursachen und Wirkungen aufgezeigt werden, einen Weg, wie sich zahlreiche Störungen schneller und vollständiger beheben lassen könnten.

Die Brain-State-Technologie ist eine revolutionäre Methode, mit der wir aus unserer einschränkenden Lebensgeschichte ausbrechen können. Man kann damit ein nicht ausbalanciertes Gehirn zum Umlernen animieren, sodass sich diverse Beschwerdebilder ohne negative Nebenwirkungen oder invasive Verfahren korrigieren lassen.

Das oberste Gebot für Ärzte lautet: „Du sollst dem Patien ten nicht schaden.“ Doch leider haben viele der gängigen Medikamente und Behandlungsmethoden für manche Menschen verheerende Nebenwirkungen. Die Brain-State-Technologie ist ein Instrument, das dabei hilft, „nicht zu schaden“. Es ist nicht die einzige Lösung, aber, wie ich meine, ein Teil der Lösung – möglicherweise das fehlende Glied in der Kette, wenn es um ADHS, Schlafprobleme, Beschwerden nach der Menopause, Depressionen, Angstzustände, Schmerzbewältigung, Süchte und die Suche nach bestmöglicher Leistungsfähigkeit geht.

Nehmen wir als Beispiel das Suchtverhalten: Die Meinung, Süchte seien schwer in den Griff zu bekommen, ist weit verbreitet, aber das ist für die Brain-State-Technologie keine größere Herausforderung als irgendeine andere der Störungen, unter denen viele von uns irgendwann einmal leiden. Nachdem ein Suchtkranker dieses Training gemacht hat, um seine Gehirnmuster auszubalancieren und zu harmonisieren, hat er wahrscheinlich kein Verlangen mehr nach seinem Suchtmittel. Sein Gehirn kann ausgewertet werden und lässt sich trainieren, und das oft mit verblüffenden Ergebnissen. Bei einer Wirksamkeitsstudie mit Testpersonen in Yavapai County, Arizona, verhalf Brain Training Wiederholungstätern mit einer langen Suchthistorie, zu der auch der Langzeitkonsum von Methamphetaminen gehörte, zu einem neuen Leben. Obwohl die Versuchsteilnehmer ständig Kontakt zu anderen Süchtigen hatten, waren nach dem ersten Jahr mehr als 85 Prozent von ihnen noch immer clean. Nach drei Jahren waren von den befragten Teilnehmern noch immer über 75 Prozent drogenfrei – eine erstaunliche Leistung, verglichen mit herkömmlichen Vorgehensweisen.

Das Verfahren ist einfach und funktioniert bei anderen Leiden und Störungen mit der gleichen verblüffenden Einfachheit.

Wie die „Brain-State-Technologie“ entdeckt wurde

Menschen, die ihr Gehirn trainiert haben, möchten häufig etwas über meine Geschichte wissen. Wie kam ich auf diese einfache, aber so wirksame Methode?

Ich war weder Arzt noch Hirnforscher; ich war ein Computerfreak. Mein Leben drehte sich hauptsächlich um Informatik, obwohl zu meinem Ausbildungshintergrund tatsächlich ein Diplom in Theologie und intensive Beschäftigung mit Psychologie, Mathematik und Physik gehörten.

Als Vizepräsident von Solutions for Net Perceptions in Minneapolis war ich als Softwareberater und -designer tätig und entwickelte Algorithmen fürs Marketing. Im Wesentlichen ist ein Algorithmus eine Formel, und die Algorithmen von Net Perceptions verknüpften ähnliche Produkte oder Konzepte mit Personen. Unser erster Kunde war Amazon.com. Das Unternehmen erwarb die Lizenz für eine Technologie, die erfasst, welche Bücher ein Kunde kauft, und ihm dann andere Bücher vorschlägt, die ihm gefallen könnten. Wahrscheinlich haben Sie schon einmal die Empfehlung gesehen: „Wenn Ihnen X gefallen hat, könnte Ihnen auch Y gefallen ...“ Die ersten Algorithmen von Net Perceptions werden auch heute noch auf dem Markt eingesetzt.

Wir waren eine erfolgreiche Firma, deren Aktienkurse zu der Zeit stiegen, als die Aktien webbasierter Unternehmen beim großen Zusammenbruch plötzlich drastisch fielen. Sie wurden oft heillos überbewertet, weil die Erfolgserwartungen bei webbasierten Unternehmen überzogen waren. Als sich herausstellte, dass viele dieser Unternehmen keinen Profit machen würden, zogen die Investoren ihr Geld ab, was zu einer allgemeinen Panik führte.

Net Perceptions konnte jedoch schon auf Erfolge verweisen, und so war unsere erste Reaktion in dieser Krise, nach noch mehr Anwendungsmöglichkeiten für unsere Technologie zu suchen. Ich leitete ein Team, das eine Business-to-Business-Applikation erstellte, mit der wir beispielsweise ein Elektrogeschäft mit Zehntausenden Lagerartikeln unterstützten, um den Absatz des Lagerbestands effizienter zu gestalten. Wenn ein Bauunternehmer dort Teile bestellt, findet unser Algorithmus heraus, welche Teile er übersehen hat, sodass er nicht ein zweites Mal kommen und sie später kaufen muss. Durch all das erwarb ich mir immer mehr Kenntnisse in Softwaredesign, denn ich arbeite seit den 1960er-Jahren im Softwarebereich.

Ich litt an Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Um diesen Zustand erträglicher zu machen, probierte ich alle möglichen Heilverfahren aus. Obwohl ich mich mehreren Behandlungen unterzog und obendrein lange Zeit in Psychotherapie war, halfen mir diese Behandlungsmethoden nur bedingt. Zwar machten sie meinen Gesundheitszustand bis zu einem gewissen Grad erträglich, konnten aber nichts daran ändern, dass ich mich ständig am Rande des Abgrunds befand. Jeder konnte mich in Rage bringen und eine blitzschnelle Reaktion bei mir auslösen – diese Reaktion stand in keinem Verhältnis zum jeweiligen Anlass und war zudem eine riesige Verschwendung emotionaler Energie.

Mich faszinierte nicht nur die Entwicklung von Computersoftware, sondern ich interessierte mich auch sehr für die Wissenschaft, besonders für Quantenmechanik. Die Entwicklung der Brain-State-Technologie ergab sich eher zufällig. Zu den Therapien, die ich ausprobiert hatte und die mir geholfen hatten, gehörten Biofeedback und Neurofeedback. Plötzlich hatte ich eine Idee, wie die Erkenntnisse der Quantenmechanik in Verbindung mit ausgeklügelter Computertechnologie es einem Menschen ermöglichen könnten, ein Stück weiterzukommen als mit Biofeedback und Neurofeedback.

Erst als ich mein eigenes Gehirn mithilfe der ersten, von mir entwickelten Technologie und der Protokolle trainierte, ging es mir endlich besser. Nachdem ich die Technik einige Wochen an mir selbst getestet hatte, beschäftigte ich mich nicht mehr damit. Nicht im Traum dachte ich daran, dass sie eines Tages Tausenden Menschen helfen würde.

Mein Sohn bekam in der normalen, rebellischen Pubertätsphase plötzlich Schwierigkeiten. Er schloss sich einer Jugendbande an, brach die Schule ab, hatte Probleme mit seiner Freundin und war auf dem besten Weg, sein Leben zu verpfuschen. Ich war überzeugt, er könne von diesem Brain Training, das ich bei mir selbst angewandt hatte, profitieren. Deshalb bestach ich ihn mehr oder weniger, es doch einmal zu versuchen. Ich schickte ihm einen Computer, einen Verstärker und Elektroden. Die Wirkung war verblüffend. Er brachte sein Leben in Ordnung, ging wieder zur Schule und wurde bald darauf in die Dean’s List aufgenommen.

Mit meiner Unterstützung probierte er daraufhin die Technologie bei mehreren anderen Personen aus. Damit war er nicht nur mein erster echter Klient, sondern auch der erste Trainer. Sein Erfolg und der Erfolg seiner Freunde spornten uns an, das Training anderen Menschen zugänglich zu machen, und führten dazu, dass ich Net Perceptions verließ. Inzwischen haben Tausende mithilfe der Brain-State-Technologie den Weg aus ihrem einengenden Gefängnis gefunden. Dazu brauchten sie lediglich das Muster ihrer Hirnströme auszubalancieren.

Von bescheidenen Anfängen zur ausgeklügelten Technologie

Wir starteten mit diesem Brain Training in einem mobilen Büro. Ich lud einen Computer und elektronisches Zubehör in den Kofferraum meines Autos. Freiwillige wurden bei sich zu Hause geschult, und die gesammelten Daten bezüglich der Reaktionen des Gehirns wurden zur Verfeinerung der Algorithmen verwendet.

Ich verkaufte meine Immobilien in Montana, Minneapolis und Florida und räumte mein 401(k)-Konto leer. Damit hatte ich genug Geld, um die erforderliche Ausrüstung anzuschaffen; trotzdem plagten mich noch immer große Ängste, ich könnte irgendwann ohne Geld dastehen. Ich weiß noch, wie ich mir immer wieder vorsagte: „Das Universum wird’s schon richten.“

Ich zog nach Scottsdale, Arizona, und lebte mit meinem Sohn in einem Mietshaus, in dem sich auf jeder Seite ein Schlafzimmer befand. Ein drittes Schlafzimmer richteten wir als Labor ein und nutzten das Familienzimmer für unsere Forschungen. Wir konnten es uns nicht leisten, unsere erste Mitarbeiterin zu bezahlen; sie arbeitete gratis für uns, bis wir sie endlich für ihren Einsatz entlohnen konnten.

Ich kann Ihnen nicht genau sagen, wann dieses Brain Training anfing zu expandieren; es passierte einfach. Alles lief über Mundpropaganda, weil die Menschen sahen, wie sich das Leben der anderen veränderte. Anfangs kamen viele zu uns, die nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel verfügten. Sie kamen, weil bei ihnen nichts anderes geholfen hatte und sie daher nichts zu verlieren hatten.

Ein paar Monate später hatten wir mehr zu tun, als wir uns je hätten vorstellen können. Wir wechselten in einen Büroraum, später in ein noch größeres Gebäude und schließlich bezogen wir, ebenfalls in Scottsdale, unsere derzeitigen Räumlichkeiten mit einer Fläche von 1.700 Quadratmeter.

Im Vergleich zu der Technologie, die wir heute einsetzen, war die Brain-State-Technologie zu Anfang rudimentär. Wir begannen mit 160 Gigabyte Speicherkapazität, und jetzt, während ich dieses Buch schreibe, sind es 18 Terabyte. In den ersten drei Jahren wurden Hirnströme mit einer Abtastfrequenz von 128 pro Sekunde mit jeweils 256 Daten-Bins aufgezeichnet. Heute sind es 256 pro Sekunde, und jede hat mehr als 65.000 Daten-Bins. Dies ergibt eine enorme Datenmenge, was das Brain Training sogar noch effizienter macht. Mit den Daten, die wir von über 10.000 Klienten erhalten, verfeinern wir die Technologie ständig. Diese Daten erreichen uns alle 24 Stunden online von mehr als 130 Lizenznehmern in über 15 Ländern. Dieser tägliche Datenzustrom liefert uns ununterbrochen Informationen für unsere Brain-Training-Protokolle.

Jetzt werden Sie sich sicher fragen, was ein Brain-Training-Protokoll genau ist. Es besteht aus Informationen, die ans Hirn zurückgemeldet werden. Diese Informationen basieren auf Daten, die von Elektroden gesammelt wurden, die taktisch an verschiedenen Stellen am Kopf einer Person befestigt wurden. Jedes Brain-Training-Protokoll ist individuell gestaltet und kann fünf bis 30 Minuten dauern. Eine Trainingssitzung setzt sich aus ungefähr fünf bis sieben Proto kollen zusammen, die insgesamt etwa eine Stunde und 45 Minu ten dauern. Man kann an zwei Trainingssitzungen pro Tag teilnehmen, muss aber zwischen den Sitzungen eine mindestens zweistündige Pause einlegen, damit sich das Gehirn, das sich in der vorausgehenden Sitzung neu organisiert hat, erholen kann.

Die Technologie boomt

Die Hirnaktivität zeigt sich als elektromagnetische Energie, die messbar ist. Diese Energie wird mit winzigen, auf dem Kopf angebrachten Detektorvorrichtungen gemessen. Diese Geräte zur Ermittlung der Gehirnenergie (Intellectrodes™) sind spezielle Elektroden mit eingebautem Computerchip, der die verschwindend geringen Gehirnströme ohne operativen Eingriff erkennt. Die erfassten Gehirnströme werden als verschiedenfarbige Wellenformen auf einen Computerbildschirm übertragen. Grundlage hierfür ist die Elektroenzephalografie (EEG).

Aus technologischer Sicht betrachten wir bei der Untersuchung der Gehirnfunktion Energie, die in einem Spektrum von Zehnmillionstel Volt gemessen wird. Da die Energiemenge, die das Gehirn versorgt, so winzig klein ist, können Sie sich vorstellen, wie wenig es braucht, um Interferenzen zu erzeugen. Gehirnenergie präzise und ohne Interferenzen zu ermitteln, ist viel kniffliger als etwa der Versuch, einen Faden in eine Nadel einzufädeln, wenn man vor Kälte schlottert!

Beim Brain Training verwenden wir eine bestimmte Art Elektroden mit eingebauten Computerchips, die andere elektromagnetische Energie eliminieren sollen, die sich möglicherweise als Interferenz bei den festgestellten Signalen bemerkbar macht. Diese aufwendige Hardware wird mit einer ganz ausgeklügelten Software kombiniert. Die Entwickler, die diese Software für uns designt haben, haben nämlich früher mit Supercomputern gearbeitet und ein Programm entwickelt, das ein Molekül nachbilden konnte. Dabei gingen sie von den charakteristischen Merkmalen aus, die das Molekül besitzen sollte. Sechs Wissenschaftler benötigten zwei Jahre, um überhaupt nur einen Entwurf solch eines Moleküls vorzulegen, aber der Computer war in der Lage, es in nur zwei Wochen nachzubauen. Zu jener Zeit entsprach der Supercomputer 100.000 Bürocomputern, die gleichzeitig liefen. Die beim Brain Training verwendete Technologie ermög licht Fortschritte, die weit über unser Verständnis hinausgehen, aber um diese Technologie zu nutzen, brauchen wir ihre Funktionsweise gar nicht ganz zu verstehen. Künftig wird der Computer zur Erstellung eines Brain-Training-Protokolls so viele Berechnungen mit allen Gehirninformationen anstellen, dass wir das mit einem Schreibtischrechner gar nicht hinbekommen könnten, selbst wenn wir ein Leben lang daran arbeiteten.

In Verbindung mit anderen technologischen Neuerungen ermöglichen es uns die Intellectrodes™, Gehirnenergie 3.000-mal detailgetreuer zu sehen als früher. Stellen Sie sich vor, dass wir die Gehirnenergie früher durch ein Mikroskop mit zehnfacher Vergrößerung betrachteten und heute durch ein Mikroskop mit 30.000-facher Vergrößerung. Dank dieses Details werden wir sehr viel mehr über die Arbeitsweise des Gehirns herausfinden und damit immer personenspezifischere Protokolle erstellen können.

Stellen Sie sich diese Art der Datenanalyse beispielsweise bezogen auf die Schmerztherapie vor. Wir brauchen dann nicht mehr ein größeres Gehirnareal zu behandeln, sondern werden in der Lage sein, uns auf genau die Frequenz im Gehirn zu fokussieren, an der die Beschwerden auftreten.

Je fortschrittlicher unsere Technologie wird, je öfter ermöglicht sie uns, immer kleinere Frequenzabschnitte der Hirnströme zu betrachten, und je mehr Daten wir in unserer Datenbank sammeln, um kontinuierlich Neues hinzuzulernen, desto schneller und müheloser werden wir unser menschliches Potenzial verwirklichen.

All dies hat mich zu der Frage veranlasst, was wir mit unserem Verstand tun könnten, wenn unser Gehirn wirklich sein ergebener Diener wäre. Was würde uns bewusst werden, wenn unser Gehirn richtig ausbalanciert wäre?

Die Gehirnforschung ist heute weltweit eine der innovativsten Wissenschaften. Das Gehirn ist das neue Grenzland, und die Erkundung dieses Innenraums ist eines der faszinierendsten, lohnendsten Abenteuer, die es gibt. Dieses Buch wird Ihnen eine Vorstellung davon vermitteln, welche verblüffenden Leistungen bereits heute mit unseren derzeitigen Erkenntnissen über das Gehirn möglich sind.

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Spielt sich tatsächlich alles im Kopf ab?

Wie kommt ein ruhig wirkender Teenager, der niemals im Leben Ärger gemacht hat, dazu, seine Mitschüler und Lehrer auszulöschen?

Der 17-jährige Daniel wurde von der Polizei wegen des Verdachts auf Drogenbesitz angehalten. Beim Durchsuchen seines Autos stießen die Beamten auf ein Notizbuch, in dem Daniel seine Pläne für ein Massaker beschrieb. Diese Enthüllung war ein Schock für seine Eltern, seinen Bruder und seine Schwester, die aus Osteuropa eingewandert waren und sich als geachtete, hart arbeitende Familie an der Ostküste der USA niedergelassen hatten.

Daniel war wütend, da er das Gefühl hatte, die Lehrer und Schüler an seiner Schule würden ihn meiden. Das Gefühl, isoliert zu sein, brachte ihn so auf, dass er sich einen Plan zurechtlegte, um sie aus dem Weg zu räumen. Natürlich werden viele Teenager manchmal ausgegrenzt (der Schulalltag kann grausam sein), aber sie rächen sich nicht mit einem Massaker an ihren Mitschülern und Lehrern. Deshalb stellte sich die Frage, warum Daniels Gefühl, ausgeschlossen zu sein, ihn dazu bewegte, etwas derart Unbegreifliches zu planen.

Die Antwort auf diese Frage gab der Zustand von Daniels Gehirn. Sein neuronales Netzwerk war dermaßen aus dem Gleichgewicht geraten, dass die Energie nicht so fließen konnte wie in einem ausbalancierten Gehirn. Folglich war Daniel nicht fähig, frei und ungezwungen zu kommunizieren, und deshalb mieden ihn die anderen. Seine Frustration darüber ließ in ihm das drängende Bedürfnis aufkommen, aus seiner Isolation auszubrechen, und das ging so weit, dass er tatsächlich mit dem Gedanken spielte, den Menschen zu schaden, die seiner Meinung nach schuld an seiner Vereinsamung waren.

Zum Glück hatte das Gericht, an dem Daniels Fall verhandelt wurde, bereits von der Brain-State-Technologie gehört und erkannte, dass die Funktionsstörung des jungen Mannes auf diese Weise besser behandelt werden könnte. Auch war das Gericht der Ansicht, er besäße damit bessere Chancen, wieder ein produktives Leben innerhalb der Gesellschaft zu führen. Statt Daniel nun in eine psychiatrische Anstalt einweisen zu lassen, sprach sich das Gericht für eine Behandlung mit der Brain-State-Technologie aus.

Kaum hatte der Jugendliche begonnen, sein Gehirn mithilfe dieser Technologie zu trainieren, zeigten sich bereits Veränderungen in seinem Verhalten. Diese waren so groß, dass seine Eltern sich ebenfalls zum Brain Training anmeldeten.

Nach Abschluss der Brain-Training-Sitzungen nahm Daniel an einem stationären Entzugsprogramm teil, und diese Kombination wirkte Wunder. In einem späteren Kapitel werden wir noch einmal auf ihn zurückkommen.

Was die Auswertung einer Gehirnlandkarte ans Licht bringen kann

Das Brain Training beginnt mit einer Bestandsaufnahme und anschließenden Auswertung der Gehirnmuster der betreffenden Person. Bei diesem unkomplizierten Prozess schließt man lediglich die Enden zweier Elektroden an einen Computer an und befestigt die anderen Enden an den verschiedensten Stellen am Kopf des Klienten, um die Energiemuster des Gehirns zu ermitteln.

Das Gehirn besteht aus mehreren Hirnlappen. Ein Lappen ist eine Region oder ein Teil des Gehirns – etwa vergleichbar mit einer Stadt, in der sich eine Shoppingmeile, ein Geschäftsviertel, ein Industriegebiet und Wohnvororte befinden. So wie jeder dieser Bereiche einem anderen Zweck dient, haben auch die Hirnlappen unterschiedliche Aufgaben. Wenn man bei einer dreiviertelstündigen Auswertung die Aktivität in verschiedenen Hirnlappen beobachtet, erhält man eine Fülle von Informationen, und zwar nicht nur über den derzeitigen Gehirnzustand des Klienten, sondern auch darüber, inwiefern frühere Erlebnisse womöglich zu diesem Zustand beigetragen haben und warum sich Menschen folglich selbstzerstörerisch verhalten. Überlegen Sie einmal, wie viele alkohol- oder drogenabhängige Menschen ziellos durchs Leben irren und sich ihres Potenzials gar nicht bewusst sind. Warum sollte jemand sein Leben so vergeuden? Noch verwirrender ist es, wenn jemand, der nach außen hin ganz normal wirkt, zu etwas so Abscheulichem wie einem Mord oder einer Massenerschießung fähig ist. Doch bei der Auswertung des Gehirns ist das Ungleichgewicht, das zu solch einer abscheulichen Tat geführt hat, deutlich erkennbar.

Bei der Auswertung von Daniels Gehirn stellte sich heraus, dass er früh im Leben ein schweres Trauma erlitten hatte. Mehr noch: Dieses Trauma hatte ganz eindeutig zum Zeitpunkt seiner Geburt stattgefunden. Doch als der Brain Trainer Daniels Mutter fragte, ob bei der Geburt ihres Sohnes irgendwelche Schwierigkeiten aufgetreten wären, antwortete sie: „Nein. Es war eine einfache Geburt.“

„Na ja, wir können uns natürlich auch mal irren“, meinte der Trainer, „aber die Auswertung bei Ihrem Sohn weist darauf hin, dass sein parasympathisches Nervensystem wahrscheinlich schon zu einem ganz frühen Zeitpunkt stark aktiviert wurde, höchstwahrscheinlich vor seiner Geburt.“

Das sympathische und das parasympathische Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) bilden zusammen das autonome oder vegetative Nervensystem. Dieses System reguliert die Funktionen im Körperinneren, beispielsweise Puls, Atmung, Verdauung, Speichelbildung, Schweißabsonderung, Pupillengröße und sexuelle Erregung. Die meisten Dinge macht es automatisch. Deshalb kann ein Mensch mit einer Hirnverletzung oder einem Schlaganfall, der sich im Wachkoma befindet, immer noch atmen und Nahrung verdauen. Bei einem Menschen, der bei Bewusstsein ist, lassen sich einige Funktionen des autonomen Nervensystems bis zu einem gewissen Grad steuern. Bestes Beispiel dafür ist die Atmung.

Das autonome Nervensystem versucht, die Homöostase im Körper aufrechtzuerhalten. Zur Selbstregulierung setzt dieser daher eine Fülle molekularer Mechanismen in Gang, darunter auch die Ausschüttung von Hormonen und anderen chemischen Botenstoffen. Wenn wir beispielsweise aus einem kühlen Haus in die heiße Sommersonne hinaustreten, beginnt der Körper sofort, zur Kühlung Schweiß abzusondern, um die kritische, lebenserhaltende innere Temperatur aufrechtzuerhalten. Ähnlich ist es, wenn wir etwas Süßes essen: Dann signalisiert der Körper der Bauchspeicheldrüse, sie solle das Hormon Insulin ausschütten, um unseren Blutzuckerspiegel zu regulieren.

Sympathikus und Parasympathikus haben zwei unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Funktionen. Gemeinsam arbeiten sie wie eine Luftpumpe. Die Stoßbewegung, bei der man unter Druck Luft in den Reifen treibt, ist der Sympathikus; die Ziehbewegung, mit der man das Einlassventil öffnet und Luft ansaugt, die dann verdichtet in den Schlauch gepumpt wird, ist der Parasympathikus.

Es lässt sich ganz einfach sagen, wann bei einem Menschen der Parasympathikus oder der Sympathikus dominiert. Wenn Sie mit dem Auto fahren und ein anderes Auto, das bei Rot über die Kreuzung fährt, um ein Haar mit Ihnen zusammenstößt, fangen Sie nach diesem Beinahe-Aufprall wahrscheinlich an zu zittern – egal welches Nervensystem dominiert. Aber genau darin besteht der Unterschied. Bei einer Dominanz des Sympathikus werden Sie wahrscheinlich als Erstes denken: „Du Idiot! Beinahe hättest du mich totgefahren!“ Oder vielleicht: „O je, bin ich zu schnell gefahren?“ oder „Hatte ich hier Vorfahrt?“ Mit anderen Worten: Ganz gleich, ob Sie dem anderen Fahrer oder sich selbst die Schuld geben – irgendjemandem werden Sie die Schuld geben. Dominiert jedoch der Parasympathikus, kann es gut sein, dass Sie lediglich schlottern, ein paar Minuten lang nicht mehr klar sprechen und denken können und etwas Zeit brauchen, um sich wieder zu fangen, sodass Sie die Fahrt wie geplant fortsetzen können.

Eine andere Möglichkeit, um festzustellen, ob bei Ihnen eher das sympathische oder das parasympathische Nervensystem dominiert, ist, darüber nachzudenken, wie Sie sich bei einer Konfrontation oder in einem Streit verhalten: Falls Ihr erster Impuls ist, wegzulaufen oder zu kämpfen, dominiert bei Ihnen wahrscheinlich der Sympathikus. Falls Sie aber gleich erstarren – nicht wissen, was Sie sagen sollen, und erst später wünschen, Sie hätten das und das gesagt –, dann dominiert wahrscheinlich der Parasympathikus.

Bei Daniels Gehirn dominierte der Parasympathikus. Doch wenn seine Mutter Recht hatte und er in seinen frühen Lebensjahren kein Trauma erlitten hatte, dann gab es anscheinend keine Erklärung für das Ungleichgewicht in seinem Gehirn.

Der Fall war uns ein Rätsel. Wodurch war Daniels Gehirn so sehr aus dem Gleichgewicht geraten, wenn es weder ein Trauma noch eine andere Störung von außen gegeben hatte? War es die Folge einer genetischen Schwachstelle oder bloßer Zufall? Die Mutter hatte von einer leichten Geburt gesprochen. Sie liebte ihren Mann, den Vater des Kindes. Ja, sie betonte sogar: „Wir haben eine großartige Familie.“ Auch beschrieb sie ihren Sohn als „braves Baby“. Doch wie ließ sich dann das riesige Ungleichgewicht im jugendlichen Gehirn dieses „braven Babys“ erklären? Warum wollte der Junge an seiner Schule ein Blutbad anrichten?

Die Gehirnforschung ist noch keine reine Wissenschaft. Der Hinweis auf ein Trauma als Ursache eines Ungleichgewichts im Gehirn ist zwar in den allermeisten, aber nicht in hundert Prozent der Fälle exakt. Dennoch sah es hier so aus, als fehlte noch ein Puzzleteil.

Obwohl wir die Ursache für das Ungleichgewicht nicht kannten, ergab die Auswertung von Daniels Gehirn, dass das Ungleichgewicht sehr wahrscheinlich korrigiert werden konnte – und letztlich ist genau dies das Ziel des Brain Trainings. Die Betreffenden brauchen nicht zu wissen, warum ihr Gehirn nicht in Balance ist. Die Ursache ist nämlich in gewisser Hinsicht irrelevant. Der Trainer stellt das Ungleichgewicht lediglich fest und hilft dem Klienten dabei, sein Gehirn wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

In einem späteren Gespräch mit Daniels Mutter erzählte sie: „Ach übrigens, als ich im achten Monat schwanger war, aß ich bei einem Picknick so viel fette Speisen, dass ich Verdauungsbeschwerden bekam. Weil alle dachten, die Wehen hätten eingesetzt, brachte man mich ins Krankenhaus. Auch dort meinte man, ich hätte Wehen-Schmerzen, und wollte die Geburt einleiten. Aber wir alle hatten einen falschen Termin errechnet, und das wurde während der Geburtseinleitung klar. Im Ultraschall sah man, dass mein Baby sich nicht auf die Geburt vorbereitete, sondern sich zu einer Kugel zusammengerollt und ganz hinten in die Gebärmutter zurückgezogen hatte. Erst in diesem Moment merkte das Krankenhauspersonal, dass es die Geburt einen Monat zu früh eingeleitet hatte. Man brachte die Wehen zum Stillstand und gab mir ein Medikament gegen meine Magenverstimmung. War das womöglich die Ursache für das Ungleichgewicht in Daniels Gehirn?“

Es gibt unzählige Geschichten wie diese. Die Menschen merken einfach nicht, wie viele Ereignisse in ihrem Leben vom Gehirn als Bedrohung wahrgenommen wurden und wie dramatisch sich dies auf den Energiefluss im Gehirn auswirken kann. Es ist ihnen auch nicht klar, dass diese Vorkommnisse häufig verantwortlich für die störenden Gehirnmuster sind, die sich später als Problemverhalten oder körperliche Krankheitsbilder manifestieren. Für Eltern, die oft von heftigen Schuldgefühlen geplagt werden, ist es eine riesengroße Erleichterung zu erfahren, dass es nicht ihr Fehler war, wenn ihr geliebtes Kind auf Abwege geriet.

Daniels Geburt war zwar normal verlaufen, aber die verfrühte Geburtseinleitung bei der Mutter war ein künstlich herbeigeführter Angriff auf den Schwangerschaftsprozess, auf den das parasympathische Nervensystem mit einer Schutzhaltung reagierte. Gott sei Dank tat es das, denn sonst wäre Daniel zu früh geboren worden, und dies hätte alle möglichen anderen Risiken und Probleme mit sich gebracht.

Wie das Gehirn auf eine Bedrohung reagiert

Als Daniels Gehirn zum Schutz vor weiteren Verletzungen ein Muster erzeugte, arbeitete es gleichzeitig gegen ihn. Sein parasympathisches Nervensystem, das ihn bei der versuchten Geburtseinleitung schützte, wurde dominant und blieb es auch.

Eines der störenden Gehirnmuster, die bei einer Parasympathikus-Dominanz entstehen können, ist der Zustand, den man gemeinhin als „Freeze-Reaktion“ (freeze response) bezeichnet. Als Daniels Gehirn ihn dazu brachte, sich einzurollen, kam es zu einer starken Freeze-Reaktion. Sein Gehirn zog den Schluss: „Das Zusammenrollen hat mir das Leben gerettet“, und behielt dies als dominierendes Muster bei. Das Gehirn steckte also in einem Muster fest, das damals aufgrund der Bedrohung absolut notwendig war – eine Frage des Überlebens –, und merkte deshalb nicht, dass es sich von diesem Muster lösen konnte, ohne wieder verletzlich zu werden.