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Cyndi Lee

Möge ich glücklich sein

Über Yoga, Mitgefühl und den Mut,
sich selbst zu lieben

Aus dem Amerikanischen
von Claudia Seele-Nyima

CYNDI LEE

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ÜBER YOGA, MITGEFÜHL UND DEN MUT, SICH SELBST ZU LIEBEN

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Die englische Originalausgabe
May I Be Happy – A Memoir of Love, Yoga and Changing My Mind
ist erschienen bei Dutton, member of Penguin Group (USA) Inc.,
375 Hudson Street, New York, NY 10014, USA

All rights reserved including the right of reproduction
in whole or on part in any form. This edition is published by
arrangement with Dutton, a member of Penguin Group (USA) Inc.

Copyright © 2013 Cyndi Lee

Copyright der deutschen Ausgabe © 2014 Theseus
in J. Kamphausen Verlag & Distribution GmbH, Bielefeld

ISBN [Print] 978-3-89901-786-1
ISBN [E-Book] 978-3-89901-922-3

Übersetzung ins Deutsche: Claudia Seele-Nyima
Lektorat: Susanne Klein, Hamburg [www.kleinebrise.net]
Gestaltung: Kerstin Fiebig [www.ad-department.de] – unter
Verwendung einer Illustration von www.fotolia.de (© jiris)
Druck & Verarbeitung: Westermann Druck Zwickau GmbH

www.weltinnenraum.de

1. Auflage 2014

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten
sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und
sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte
Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten.

Für Mary und Dzolly
und meine schöne Millie

Inhalt

eńtsteheń

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ȧuflöseń

eiń kleińer om-yogakurs

Anleitung für eine OM-Yoga-Aufwärmsequenz

Danksagung

Über den Verlag

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Vinyasa umfasst drei Teile: Entstehen bzw. Hineingehen, Halten und Auflösen. Und die Auflösung einer Sache ist die Entstehung der nächsten. Jeder Tag wird zur Nacht, die wieder zum Tag wird. Winter wandelt sich zum Frühling, der zum Sommer wird, der zum Herbst wird, der wiederum zum Winter wird. Wellen wogen ans Ufer und ziehen sich wieder ins offene Meer zurück; Ebbe und Flut lösen einander ab. Jeder Atemzug ist so. Alles Leben ist so.

Jede Blume treibt Knospen, entwickelt sich und erblüht, welkt und stirbt. Die Blätter fallen herab auf die Erde und schaffen die Grundlage dafür, dass eine neue Pflanze wachsen kann.

Das Sanskrit-Wort Vinyasa bedeutet „in besonderer Weise platzieren“. Es bedeutet, dass alles miteinander verbunden ist und dass die Reihenfolge der Abläufe wichtig ist. Es bedeutet, dass alle Handlungen, Gedanken oder Worte, die jetzt entstehen, die Saat einer künftigen Frucht säen. „In besonderer Weise“ bedeutet, dass das Leben in seiner Entfaltung einer Logik folgt. Säen wir Tomatensamen, dann erhalten wir Tomaten. Säen wir Apfelsamen und warten lange genug, dann wächst ein Apfelbaum. Und wenn wir einen harten Gedanken pflanzen, dann erhalten wir ein hartes Herz.

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„Mit meinen Knien stimmt etwas nicht.“ Der Gedanke blubbert in mir hoch wie eine Blase in einer Lavalampe, abgeklemmt vom Rest meines Bewusstseins, das immer noch in den Tiefen des Jetlag-Schlummers versunken ist. Es ist normal für mich, dass ich nach der Überquerung der internationalen Datumsgrenze tief schlafe und geistig umnebelt bin, aber auf beiden Seiten eine Furche in meinen Knien zu haben – das ist nicht normal, und außerdem tut es weh. Bei meinen buddhistischen Studien habe ich gelernt, dass Denken zu Handeln führt, und noch während mein Geist den Gedanken an Schmerz registriert, reagiert mein Körper automatisch: Aus meiner Embryohaltung heraus strecke ich einen Arm aus, um die empfindliche Stelle zu reiben, und schlafe wieder ein.

Ich wache auf, die Hand immer noch am Knie, und blicke mich im Zimmer um. Die Möblierung wirkt englisch auf mich. Ich rolle mich bequem auf den Rücken und strecke meine Beine zur Decke. Das mag zwar für die meisten Menschen nicht normal sein, aber ich bin fast jeden Morgen irgendwo auf der Welt mit den Füßen in der Luft anzutreffen. Ich bin Yogalehrerin, und oben und unten zu vertauschen gehört für mich dazu. Ich lasse die Fußknöchel, die auf Langstreckenflügen meist anschwellen, langsam kreisen. Dann strecke ich meine Arme zur Decke, damit auch der Bauch ein bisschen zu tun bekommt. Ich greife nach dem Gummiband an meiner Hose auf Höhe der Knöchel und ziehe meine Jogginghose bis zu den Oberschenkeln hinauf, um einen prüfenden Blick auf meine angeschwollenen Knie zu werfen. Mit einer Hand immer noch an den Knöcheln lange ich mit der anderen Hand hinüber zum britisch anmutenden Nachttisch und greife nach meiner roten Schmetterlingsbrille, um mir die Sache genauer anzusehen.

Aha. Wenn meine Beine nebeneinander nach oben gestreckt sind, erkenne ich eine waagerechte Einkerbung, die beide Kniescheiben durchzieht. Ich bin zwar nur 1,66 Meter groß, aber offensichtlich waren diese Beine westlicher Größenordnung immer noch zu lang gewesen für die Beinfreiheit, die ein Ticket der Cathay Pacific in der Touristenklasse vorsieht. Fünfzehn Stunden lang meine Knie gegen die Metallbefestigung an der Rückseite des Sitzes vor mir zu pressen hat offensichtlich die Topografie meiner Knie verändert. Mir fällt ein, wie meine flach gedrückten Brüste nach einer Mammografie immer wieder in ihre Form zurückspringen, und das lässt mich hoffen, dass meine eingedrückten Knie sich ebenfalls entknittern und bald wieder ihr normales Aussehen haben. Sich so zu erholen, dass man seinen Normalzustand zurückerlangt, gehört ebenfalls dazu, wenn man eine reisende Yogalehrerin ist.

Die Leute meinen, als Yogalehrer(in) sei man stets locker und entspannt, nie mürrisch, zeichne sich geistig durch unerschütterliche Zufriedenheit aus und körperlich durch eine ungeheure Gelenkigkeit, die auch noch sexy wirkt. Das trifft jedoch nicht zu – jedenfalls nicht auf diese Yogalehrerin. Nun, tatsächlich bin ich äußerst gelenkig. Das stimmt schon. Doch die anderen Sachen kommen und gehen, je nachdem, wie viel ich geschlafen habe, was ich zum Frühstück esse, wie viel Geld ich auf der Bank habe, was zwischen mir und meinem Mann David passiert oder wie viele Zeitzonen ich in den letzten vierundzwanzig Stunden überschritten habe. Vielleicht klingt das ziemlich gewöhnlich und eindeutig „un-yogisch“, doch ohne all diese ganz normalen Dinge in meinem Leben wäre ich keine sehr gute Yogalehrerin. Wie kann ich anderen helfen, zu wachsen und sich zu wandeln, wenn ich selbst die entsprechenden Erfahrungen nicht gemacht habe?

Ein weiterer Umstand, den viele sich nicht klarmachen, ist der, dass Yogalehrer nicht als Yogalehrer zur Welt kommen. Sie werden nicht im Handstand oder Spagat geboren – obwohl ich als Kind all das in unserem Garten geübt und dann einfach damit weitergemacht habe. Viele amerikanische Yogalehrer sind, wie ich, ganz normale Menschen, denen das große Glück beschieden war, in ihrem Leben den Weg des Yoga kennenzulernen.

Yoga zu üben war für mich immer schon Spaß pur. Ich liebe es, mich auf meiner Yogamatte zu verdrehen und zu verbiegen, Umkehrhaltungen einzunehmen und zu springen. Ich blühe auf bei der mühsamen Aufgabe, auf einem Bein zu stehen und dabei einen entspannten und offenen Gesichtsausdruck zu behalten. Mich zu verbiegen und zusammenzufalten empfinde ich als köstliche Befreiung. Besonders genieße ich es, wenn der oder die Lehrende uns am Ende der Stunde anweist, uns hinzulegen und zu entspannen, und uns erklärt, dies sei der wichtigste Teil der Praxis. Das saubere, verschwitzte Gefühl, das ich beim Yoga habe, durchdringt den gesamten Körper, reinigt mich innerlich und äußerlich. Jeder Teil meines Körpers wird geöffnet und dann wieder zusammengesetzt, in einer besseren Form wiedereingegliedert als vor dem Yoga.

Vom ersten Tag an spürte ich beim Üben, wie meine inneren Organe fitter wurden, mitsamt meinen Waden- und Oberschenkelmuskeln. Mein Herz wurde stärker, meine Ausdauer steigerte sich, und eines Tages entdeckte ich, dass es leicht geworden war, Gegenstände über den Kopf zu heben, wie zum Beispiel im Flugzeug eine Reisetasche in das Fach über meinem Kopf zu befördern.

Und sehr überraschend: Ich fokussierte mich allmählich darauf, meine unmittelbare Erfahrung im Yoga wahrzunehmen, während ich diese machte – ich bekam also eine umfassendere Sicht auf die Praxis, anstatt mich mit eher kurzfristigen Zielen zufriedenzugeben, wie zum Beispiel, dass ich meine Zehen berühren, mich auf den Kopf stellen oder mich sonst wie verbiegen konnte. Seit meinem siebten Lebensjahr hatte ich Ballettunterricht gehabt, daher waren mir extreme Haltungen und Bewegungsabläufe sehr vertraut. Yoga unterscheidet sich allerdings vom Ballett insofern, als es eigentlich nicht um die äußere Aktivität geht, sondern um das innere Geschehen; weniger um das, was wir tun, sondern eher darum, wie wir es tun. Ich begann zu verstehen, dass dies der Teil des Yoga ist, auf den es wirklich ankommt.

Ich lernte Yoga bei so vielen Meistern wie möglich, darunter auch bei dem großen Yogameister B. K. S. Iyengar, der mir und den anderen 899 Yogaschülern, die an jenem Tag im Unterricht anwesend waren, sagte: „Ich habe fast mein ganzes Leben damit verbracht, zu beobachten, was mit meinem Brustbein geschieht, wenn ich den großen Zeh nach unten drücke.“ Mit anderen Worten: Yoga bedeutet mehr als körperliche Bewegung. Er ist die Grundform oder Vorlage, um zu verstehen, dass jeder Gedanke wirklich zu Rede wird, die wiederum zu Handlung wird. Wenn die Yogapraktizierende mit diesem Bewusstsein übt, wird sie auch neugierig auf die Folgen ihres Handelns und ist sich dieser Folgen bewusst, und das macht sie zu einer besseren Ehefrau, Mutter, Freundin und Geschäftsfrau.

Als ich solche Dinge bei meinen Yogalehrern hörte, führte mich dies zum Weg der buddhistischen Meditation. Beim Meditieren lernte und praktizierte ich spezielle Fähigkeiten, wie ich mit all den unterschiedlichen Geisteszuständen umgehen konnte, die sich jeden Tag wieder ergeben – was nicht heißt, dass mir das immer gelingt. Es bedeutet, dass ich daran arbeite, ebenso, wie ich fortwährend daran arbeite, die Yogahaltungen immer geschickter auszuführen. Ich will, dass mein Geist genauso beweglich ist wie mein Körper und mein Herz so offen wie meine Hüftgelenke. Und ist man erst einmal beweglich und stark, kann man nicht mehr einfach so mit der Arbeit aufhören. Man muss weiter praktizieren, sich weiter vervollkommnen, noch bewusster, noch geschickter werden, um das, was man kann und versteht, zu erhalten oder zu steigern. Ich weiß das alles und habe es mir als langfristiges Ziel gesetzt – und im Yoga bedeutet das: lebenslang. Aber dennoch habe ich, wie alle anderen auch, das Gefühl, ein Opfer der Umstände zu sein.

Heutzutage stehen Yogalehrer unter großem Druck. Wir können Praktizierende nicht einfach durch eine Asana-Abfolge hindurchführen. Von uns wird erwartet, dass wir stets konstruktiv handeln, smart sind und dass wir, wenn schon nicht glamourös, so doch wenigstens besonders gut aussehen. Zum einen werde ich ständig fotografiert, und zwar normalerweise gerade dann, wenn ich mich nach vorn beuge, um die Yogahaltung eines Schülers zu korrigieren, und mein Gesäß sich breit abzeichnet; oder wenn ich erschöpft bin und meine verschlissensten Yogaklamotten trage, die ich in den Tiefen einer Schublade ausgegraben habe; oder wenn ich eine präzise Anweisung gebe und dabei die Stirn zu einem strengen, unsympathischen Ausdruck runzle. Und diese unbemerkt aufgenommenen Handy-Schnappschüsse werden dann auf irgendeiner Facebook-Seite gepostet, sodass alle sie teilen können. Okay, okay, das war eine kleine Schimpftirade über den Druck, den ich empfinde. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch! Ich liebe meine Arbeit und fast alles, was damit zu tun hat.

In den letzten achtzehn Jahren war ich Vollzeit-Yogalehrerin, und ich bin dankbar für die zahlreichen günstigen Gelegenheiten, die mir über den Weg gelaufen sind. Dazu gehört zum Beispiel, dass ich von der bekannten amerikanischen buddhistischen Nonne Pema Chödrön eingeladen wurde, für 900 Meditierende, die an ihren inspirierenden Lehrvorträgen teilnahmen, „Yogapausen“ abzuhalten. Oder dass ich vom Fernsehsender HBO angeheuert wurde, mich in einem New Yorker Ballsaal voller rüpelhafter, verkaterter Vertriebsmitarbeiter vorne hinzustellen und ihre störenden Zwischenrufe in fünf Minuten stille Meditation zu verwandeln – und es gefiel ihnen!

Einmal gab ich sogar Prinz Andrew, der zufällig genauso beweglich ist wie ich, Einzelunterricht. Er wohnte bei einer meiner Privatschülerinnen in ihrer vornehmen Wohnung am Sutton Place in Manhattan. Zuerst war ich nicht sicher, ob ich ihn − einen Angehörigen des Königshauses − wirklich berühren sollte, doch dann entschied ich, dass es in Ordnung sei, weil ich in diesem Moment seine Lehrerin war und er mein Schüler. Es war mein Job, seine Haltung zu korrigieren. Also legte ich die Hände an seine Rippen und half ihm, seine Drehung zu vertiefen. Er war sehr höflich und dankte mir für diese Korrektur, was ich sehr nett und normal für einen Prinzen fand. Vielleicht kann die königliche Etikette lockerer gehandhabt werden, wenn er sich auf dieser Seite des großen Teichs aufhält.

Mein Zuhause ist New York City, wo ich lange im OM Yoga Center unterrichtete. Das Studio habe ich 1998 gegründet. Ich bin davon überzeugt, dass der sofortige Erfolg des Studios sich aus der Kombination der rechten Zeit, des rechten Ortes und meines speziellen Stils, Yoga auf rigorose, vernünftige und unterhaltsame Weise zu unterrichten, erklärt. Innerhalb weniger Jahre kam auch meine Karriere als Lehrerin außerhalb des Studios in Gang. 2007 stand ich zwar noch am Anfang meiner internationalen Lehrtätigkeit, doch allein in jenem Jahr unterrichtete ich Yoga auf vier Kontinenten, in sechs Ländern, zwölf US-Staaten und vierzehn amerikanischen Städten – und besuchte meine Mutter in Dallas fünf Mal. Mein Bekanntheitsgrad wuchs, und ich war dauernd im Jetlag.

Ich glitt aus dem Bett und schaffte es, bis zum Fenster zu schlurfen, indem ich meine Knie nur minimal beugte. Ich rieb mir die Augen und fuhr mir mit den Fingern durch die Haare, die sich fettig und kraus anfühlten, aufgeschwollen, gerade so wie meine Knöchel. Selbst im klimatisierten Hotelzimmer spürte ich einen „Bad Hair Day“ herannahen und erinnerte mich dann, warum das so war: Ich war in Hongkong.

Meine Schülerin Margie hatte mich gewarnt, Hongkong sei im Juni wahnsinnig feucht; sie betonte das Wort ekelhaft. In Hongkong geboren, empfahl sie mir, mich stets nur drinnen aufzuhalten. Doch von meinem hohen Fenster über dem Hafen aus bezauberten mich die Sampans und Dschunken aus Holz mit ihren bunten Segeln. Solche Boote hatte ich bislang nur in Schwarzweißfilmen gesehen. Ich wollte nach draußen und das magische alte Hongkong sehen. Mein Hotel war zwar bequem, aber es war nicht das echte Leben. Es wimmelte von ultrakultivierten chinesischen Männern und Frauen in westlicher Kleidung, die aussahen, als hätten sie niemals einen „Bad Hair Day“.

Ich hätte auf Margie hören sollen. Die beißenden Gerüche aus den Kochtöpfen der Straßengarküchen und des penetranten, süßlichen Weihrauchs aus den Tempeln verschmolzen miteinander zu einer widerwärtigen Mixtur, die unbewegt und beinahe sichtbar in der stickigen, verschmutzten Luft hing. Mir drehte sich sofort der Magen um. Die Luftfeuchtigkeit betrug neunzig Prozent, was bewirkte, dass die Sandalenriemen schon nach einem halben Block Fußmarsch meine Füße wundgerieben hatten. Es war ohnehin ein Fehler gewesen, neue Sandalen anzuziehen, aber für mein großes Abenteuer in Asien hatte ich gut aussehen wollen. Auch mein Haar war frisch geschnitten und gefärbt, und ich hatte mir außerdem auch neue Sommerkleider zugelegt, wie das Kleid, das jetzt gerade an meinen verschwitzten Schenkeln klebte.

Nachdem ich mich bröckelige Treppen hinauf- und hinuntergeschleppt hatte, ließ ich mich schließlich auf eine Bordsteinkante zwischen Reihen aufgehängter Hühner und Wäsche plumpsen. Ich schlüpfte aus den Sandalen und legte den Kopf in meine Hände. Als Yogalehrerin kenne ich mich sehr gut mit Atemtechniken aus. Ich überlegte, ob es möglich wäre, langsam und tief einzuatmen, ohne dabei etwas von der stinkenden, feuchten Luft in mich aufzunehmen. Ich versuchte es, während David die Gasse entlangging auf der Suche nach einem Taxi, das uns wieder zur hygienischen Zuflucht unseres Hotels zurückbefördern würde.

Überraschenderweise hieß es in den South China News, die Luftqualität sei diese Woche so gut wie seit Langem nicht. Ich war nach Hongkong gekommen, um auf der allerersten internationalen Yogakonferenz in Asien einen Vortrag zu halten. Obwohl mindestens fünfunddreißig andere Lehrende auf dem Programm standen, war es dennoch eine Auszeichnung, dass man mich zu dieser Auftaktveranstaltung eingeladen hatte. Es bedeutete, dass meine Arbeit für wertvoll genug erachtet wurde, um in den neuen Yogamix, der sich in Asien ausbreitete, mit aufgenommen zu werden.

Da Yoga schon eine Weile nicht mehr nur indischen Gurus vorbehalten ist, bot das vollgepackte Konferenzprogramm fünf Tage lang fließenden Yoga, statischen Yoga, Fusion Yoga, Paaryoga, Power Yoga, Slow Yoga, Yoga in Stille und Hot Yoga. Es gab spezielle Vorträge über Anatomie, Atmung, Chakren und Meditation und Workshops zur Verletzungsprävention oder -therapie für jene, die bereits Verletzungen haben. Yogaschüler konnten ihre Eingeweide in einem Detox-Tagesprogramm reinigen oder ihre Ängste durch Umkehrhaltungen überwinden.

Am Vorabend war ich beim Empfangsdinner für die Lehrenden von einer Frau im Sari begrüßt worden, die mein drittes Auge berührte und einen heiligen Punkt zwischen meinen Augenbrauen anbrachte. Ich wurde an einer Reihe roter Lotuskerzen vorbeigeführt und trat auf die Terrasse, gerade rechtzeitig für die hinduistische Puja: ein Feueropfer und ein Bittgebet an die Götter für einen glücklichen Verlauf der Konferenz. Noch ganz benommen vom Jetlag, plumpste ich auf ein Seidenkissen in der letzten Reihe und versuchte mich zu entspannen, ohne bei den sanften, eintönigen Rezitationen der Mönche einzuschlafen. Nach den Gebeten und einer Zeit der Stille erhob sich der Gastgeber der Konferenz und wies mit seiner Handfläche in Richtung Speisezimmer. „Bitte bedienen Sie sich am Büfett.“ Nur zu bereit, der Hitze zu entkommen, löste ich meinen verschwitzten Körper vom Terrassenboden und wurde auf meinem Weg hinein von Schwaden an Räucherwerk umwabert.

Drinnen wurde ich durch den Kälteschock der Klimaanlage wieder munter und merkte, dass ich wahrscheinlich etwas zu essen brauchte. Nachdem ich das Büfett geplündert hatte, nahm ich meinen Teller mit indischem Essen hinüber zu einer Couch und setzte mich, um mit meinen Yogalehrerkollegen zu plaudern. Für einige von uns war das der dritte „Auftritt“ bei einer Yogakonferenz in ebenso vielen Monaten, und wir witzelten herum, wir seien eine Yogalehrer-Band auf Tour. Umarmungen, Küsse und ein wenig harmloses Schulterklopfen: „Na so was, dass wir uns hier begegnen!“ – „Haben wir uns nicht schon letzten Monat getroffen?“ Ja, hatten wir, und mir wurde klar, dass eine Party in einem weit entfernten Land mit Mönchen und Yogis allmählich etwas ganz Normales für mich wurde.

Es waren auch viele Vortragende gekommen, denen ich noch nicht begegnet war: aus Australien, Thailand, Indonesien. Es war bemerkenswert zu sehen, wie unterschiedlich die Anwesenden sich präsentierten. Sie trugen alles Mögliche, von luxuriösen Seidensaris bis hin zu engen Jeans mit Ganesh-T-Shirt oder safrangelben Mönchsroben. Manche Nasen hatten winzige Diamant-Piercings, und es gab Knöchel mit tätowierten Schlangen, die das Potenzial der erwachten Energie symbolisierten. Eine Frau war in mehrere Lagen weißer Gewänder gehüllt, und ich dachte, dass sie unter all diesem Stoff sehr schwitzen müsse. Ich richtete die Träger meines neuen Sommerkleides und gab angesehenen Gelehrten des Sanskrit, Vedanta und des Tibetischen Buddhismus die Hand.

Schließlich schlugen unsere einheimischen Kollegen den Gong und hießen uns offiziell willkommen. Sie fühlten sich durch unsere Anwesenheit in Hongkong geehrt, sagten sie und scherzten, diese Woche sei die Luft besonders gut wegen der reinen, frischen Energie, die wir Yogi-Besucher in die Stadt brächten.

Es war etwas beängstigend, zu solch einer Star-Yogalehrerriege zu gehören, und natürlich hoffte ich, dass ich einen guten Eindruck hinterließ. Ich wusste, dass man mich eingeladen hatte, weil ich den Ruf hatte, Weisheit und Humor in meinen durchdachten, gefühlvollen und schweißtreibenden Yogaunterricht einzubringen. Doch meine Popularität vermittelte mir kein Selbstvertrauen. Äußerlich wirkte ich zwar freundlich und positiv, doch innerlich fühlte ich mich nicht gut; ich war mürrisch und aufgewühlt, ganz und gar nicht yogafrisch! Es lag nicht nur an dem für mich schwierigen Klima. Das Problem hatte eher etwas mit dem Wetter in meinem Kopf zu tun; ein Sturm tobte darin! Ich steigerte mich in Gedanken über meinen Körper hinein und darüber, was die Leute von ihm halten mochten. Es waren diese verdammten Spiegel überall – sie hingen in den Restaurants und in der U-Bahn, säumten den Korridor im Hotel, umgaben mich an drei Wänden im Badezimmer. Jedes Mal, wenn ich mich umdrehte, blickten mir mein Gesicht, mein Haar, mein Bauch entgegen, und das, was ich sah, gefiel mir nicht.

Auch im Aufzug, der mich nach unserem Besuch in Alt-Hongkong am Vortag wieder zurück zum Hotelzimmer befördert hatte, war ich von meinem Spiegelbild umgeben gewesen. Es zeigte mir, dass mein Körper einfach nicht gut genug war. Krisseliges Haar war nur die Spitze des Eisbergs. Mein Äußeres konnte eindeutig nicht mit den Yoginis auf dem Titelblatt des Yoga Journal mithalten. „Vielleicht sind diese Models retuschiert“, dachte ich und versuchte vergeblich, mich damit aufzumuntern.

Auf unserem Flur angekommen, presste ich die Hände auf den Magen, den ich mir verdorben hatte, und stürzte ins Bad. Beim Händewaschen sah ich erneut mein Spiegelbild, von vorne, von der Seite und von hinten. Das bedeutete, ich sah meinen Hintern, der irgendwie gewaltig wirkte. Ich konnte meine Arme anschauen, die schwammig wirkten, obwohl ich mit meinem Trainer Extra-Workouts gemacht hatte!

Yogapraktizierende brauchen normalerweise keinen anderen Sport zu treiben, doch für mich war das Fitnessstudio eine Gelegenheit, in einer anonymen Umgebung zu trainieren. Danach sehnte ich mich in jener Zeit. Nach dem Tod meines Vaters hatte ich zugenommen. Mir war bewusst, dass dies Teil des Trauerprozesses war, aber ich wusste, es war an der Zeit, darüber hinwegzukommen. Dafür musste ich jedoch in einem anderen Umfeld sein als in meinem Yogastudio; an einem Ort, wo niemand mich kannte, wo ich müde sein, müde aussehen und mich schlapp fühlen konnte, ohne dass es mich zu kümmern brauchte. Am allerersten Tag im Studio wurde mir ein persönliches Gratistraining mit Smith angeboten. Der Haken an der Sache war, dass ich Smith kannte. So viel zur Anonymität! Er war seit Jahren ein OM-Yogaschüler. Es ging jedoch gut, weil auch er eigentlich nicht mit mir sprechen wollte. Er wollte mich nicht kennenlernen oder sich mit mir anfreunden. Er wollte nur dafür sorgen, dass ich toll in Form war.

Smith widmete sich mir als einem ernsthaften Projekt und bot mir Trainingssitzungen im Austausch gegen Yogastunden an. Vier Stunden pro Woche ließ er mich Bizeps-Curls und Trizeps-Dips ausführen, etliche Kilometer auf dem Band laufen und im Stehen radfahren. Er ließ mich sogar auf den Ellenbogen herumkriechen und meinen Bauch wie eine Eidechse am Boden entlangschleifen. Ich bin ziemlich sicher, dass er sich diese Übung selbst ausgedacht hat, aber sie war sehr effektiv, um die Trizeps- und Bauchmuskeln zu trainieren. Von seinen Workouts hatte ich tagelang Muskelkater, was ich als positiv ansah, denn schon in meiner Kindheit hatte mir meine Ballettlehrerin eingebläut, „Schmerzen, die sich lohnen“ wertzuschätzen.

Einen Trainer zu haben war auch in anderer Hinsicht gut für mich. Ich unterrichte täglich von morgens bis abends so viele Menschen, dass ich es als aufbauend empfand, einmal jemand zu haben, der mir sagte, was ich tun sollte, und dann darauf achtete, dass ich es richtig machte. Ich war eine willige und gehorsame Schülerin, völlig offen für alles, was Smith vorschlug, vor allem deswegen, weil ich annahm, dass es funktionierte. Jetzt war ich mir dessen allerdings nicht mehr so sicher.

Stets bereit, meine selbstkritische Natur zu „füttern“, inspizierte ich mich näher im Vergrößerungsspiegel, wo ich eine unerwünschte graue Stelle entdeckte, die meine honigfarbenen Strähnen durchzog. Die ultimative Beleidigung! Mein Haaransatz zeigte sich bereits, und dabei war ich erst kurz vor dieser Reise beim Friseur gewesen. Grrrr!

Ich war frustriert und wütend – wütend auf meinen Körper, weil er sich nicht an seinen Teil der Abmachung gehalten hatte. Vor allem, weil ich alles getan hatte, was ich konnte:

Haare färben – erledigt

Maniküre – erledigt

Kosmetische Gesichtsbehandlung – erledigt

Keine Milchprodukte, kein Gluten – erledigt

Yoga – erledigt, erledigt, erledigt!

Warum also sah ich nicht besser aus? Warum konnte ich nicht wenigstens eine Weile genau so aussehen, wie ich aussehen wollte?

Als ich meine Augen im Spiegel sah, war ich nahezu schockiert von den Schuldgefühlen, der Scham und dem Versagen, das sich in ihnen widerspiegelte. Whoa! Diese angespannte Verfassung machte mich verrückt.

Ich ging zurück ins Schlafzimmer. David spürte meine Stimmung und fragte: „Was hast du?“

„Ich fühle mich so fett! Ich habe Falten, und meine Haare sind einfach das Letzte!“ Ich spuckte die Worte aus. „Ich kann meinen Anblick nicht mehr ertragen.“

„Ach so, deswegen bist du so gemein zu mir in letzter Zeit“, erwiderte David. „Und zu dir selbst auch.“

Ein Jammer, dass ich damals nicht wusste, was ich heute weiß: dass lange Reisen aufschwemmen. Ich wusste nicht, dass Jetlag das Denken vernebelt und Schlafmangel den Cortisolspiegel nach oben treibt, was wiederum um die Taille herum dick macht. Ich wusste nicht, dass die ganze Angelegenheit nur wenige Tage später schon völlig anders aussieht, wenn man sich einfach nur entspannt und viel Wasser trinkt. Alles ist unbeständig.

Ich wusste nicht, dass diese Dinge ohnehin keine Rolle spielen, wusste nicht, dass mein Bemühen, weiterhin gut auszusehen – gefärbte Haare, ein fester Körper, gemilderte Falten –, mich keineswegs glücklicher machen würde. Es machte Menschen wie mich nicht besser und würde meine Karriere in keiner Weise maßgeblich fördern. Ich würde dadurch für meinen Mann nicht attraktiver, und es brächte mir zudem noch nicht einmal ein winziges Quäntchen Freude. Ich hatte keinen blassen Schimmer, dass die Sorge um all diese Dinge im Grunde meine persönliche Form der Selbstquälerei war und dass ich mich nur schlechter und keineswegs besser fühlte, wenn ich mich darauf fokussierte. Ich wusste nicht, dass mich selbst pflegen nicht gleichbedeutend war mit wahrhaftiger Fürsorge für mich selbst. Ich erkannte nicht, dass die Strategien meines Lebensstils lediglich meiner gewohnten Art entsprachen, das zu erleben, was mein buddhistischer Lehrer als Leiden bezeichnet.

Wie sich herausstellte, war David, wie alle guten Ehemänner, ein besserer Spiegel als alle Spiegel, die an den Wänden hingen, denn er reflektierte sowohl mein äußeres Handeln als auch meinen geistigen Zustand so, dass es mich endlich aufweckte. Argh! Ich sah das gesamte Szenario als etwas, das mir nur zu vertraut war.

Mein ganzes Leben lang war ein zu großer Teil meines Selbstwertgefühls damit verknüpft, wie es mir mit meinem Körper ging, einem Körper, der mir nie gut genug erschien. Neulich sagte ein Freund: „Du hast so hübsche, knackige Hüften. Warum versteckst du sie unter Umhängen und Schlabberpullovern?“ Zuerst ging ich in die Defensive und schwafelte etwas davon, wie sehr ich das Gefühl lockerer Kleidung und den geraden, weiten Schnitt der asiatischen Mode mit ihren Drapierungen mochte. „Schon klar“, sagte er, „aber ich wüsste trotzdem gerne, warum du deinen schönen Hintern versteckst.“ So unter Druck gesetzt, platzte ich heraus: „Weil mir, seit ich denken kann, gesagt wurde, dass ein dicker Allerwertester niemals zu sehen sein sollte. Und obwohl mich das wütend und traurig macht, obwohl ich es nicht glaube und ich jede Frau bewundere, die sich nicht an diesen Quatsch hält, ist es bei mir trotzdem so …“ Dann ging mir die Luft aus. Es war ein vertrautes Gefühl für mich, dass ich erst auf dieses Thema einstieg und es dann doch zu nichts führte, denn wie gewöhnlich ließ ich meinen Worten keine Taten folgen. Ich gebe es nur sehr ungern zu, aber mir fehlt der Mut, der erste dicke Hintern in meinem Häuserblock zu sein, der sich nicht darum schert, was jemand anders über ihn denkt.

Seit Gloria Steinem in den Siebzigern meiner Highschool einen Besuch abgestattet hatte, wusste ich, dass eine solche Einstellung das Hinterletzte war. Die Queen Anne Highschool thronte über Seattle, zuoberst auf dem höchsten Hügel der Stadt. Eines der zahlreichen Ziegelgebäude, die man nach dem Brand im Jahr 1889 erbaut hatte, war so alt, dass die Treppenstufen von dem jahrzehntelangen Auf und Ab der Studenten mit ihren Sattelschuhen ausgetreten waren und Einkerbungen aufwiesen. Dieses efeuberankte markante Gebäude, erbaut im neoklassizistischen Stil, sollte, wie ich annehme, allen – vom Queen Anne Hill ganz oben bis hin zur Skid Road und zur Elliot Bay ganz unten – zu verstehen geben, dass Seattle sich klassischer öffentlicher Bildung rühmen konnte. Die Schule war kilometerweit aus allen Richtungen zu sehen. Weniger Stolz rief wahrscheinlich die Tatsache hervor, dass auch die Schüler jeden Abend in den lokalen Fünf-Uhr-Nachrichten zu sehen waren. Der Vorspann zeigte protestierende Schüler der Queen Anne Highschool beim Verbrennen der amerikanischen Fahne vor dem Speisesaal, während als Erkennungsmelodie der Nachrichtensendung die eindringlichen Geräusche eines Morsegeräts abgespielt wurden. Bis 1967 war eine klassische Ausbildung das Standardprogramm, doch das änderte sich, als Mr. Hall Direktor wurde.

Ich besuchte von meinem zweiten Jahr an und bis zum Abschluss die Queen Anne Highschool, und jene drei Jahre fielen zufällig zusammen mit dem größten Teil von Mr. Halls kurzer Amtszeit. Die Eltern fanden ihn ein bisschen zu radikal, doch für uns war gerade das einer der Hauptgründe, warum wir Mr. Hall mochten. Uns gefiel auch, dass er die sogenannte „Study Hall“, den für Hausaufgaben und Lernen vorgesehenen Zeitraum, abschaffte. Er wandelte ihn ab in „Zeit für freies Lernen“, was ich so interpretierte, dass es einem freistand, zu tun und zu lassen, was man wollte. Bis zum zweiten Jahr hatte ich meinen Stundenplan so weit abgeändert, dass er völlig unbeleckt war von allem, was auch nur entfernt an Naturwissenschaften oder Mathe erinnerte, ging dagegen gerne morgens zum Journalismus-Unterricht, wo ich mit Tina abhing. Sie war die Leitartikelredakteurin der Schülerzeitung und ich war die Redakteurin der letzten Seite, und gemeinsam trieben wir unseren Journalismus-Lehrer in den Wahnsinn. Er beklagte sich, dass wir zu albern seien und ständig kichern würden. Natürlich brachte uns das nur noch mehr zum Lachen. Nach der Journalismus-Stunde hatte ich meine erste „Stunde für freies Lernen“, gefolgt vom Mittagessen, auf das wieder eine „Stunde für freies Lernen“ folgte, was sich insgesamt auf etwa drei Stunden summierte, in denen ich tun konnte, was ich wollte. Gewöhnlich stiegen Tina und ich in mein Auto und fuhren zum Universitätsviertel, um uns eine Pizza zu holen, und dann weiter in den Perlen-Shop, um uns Hippie-Armbänder aus kleinen, gänseblümchenförmigen Perlen zu fertigen.

Unser erstes Jahr an der Highschool war 1968, und wir standen noch sehr stark unter dem Einfluss unserer Eltern: Ihre waren streng katholisch und meine liberale Protestanten. Im Gegensatz zu dem Eindruck, den unser Journalismus-Lehrer von uns gewonnen hatte, waren Tina und ich eigentlich nachdenkliche Mädchen, und zu jener Zeit gab es viel Nachdenkenswertes für junge Frauen an der Highschool.

Das hieß nicht, dass es uns nicht in Aufregung versetzt und geschmeichelt hätte, als wir gebeten wurden, für die Highschool-Modenschau zu modeln. In einer Umkleidekabine im Jay Jacobs, einem coolen Geschäft in Seattle, das die Kleidung zur Verfügung stellte, probierten wir zusammen Röcke und Oberteile an und machten uns wechselseitig Komplimente oder kritisierten uns. Ich zog mir ein Kleid mit Blümchenaufdruck über den Kopf und posierte vor dem Spiegel.

„Das ist niedlich! Du siehst so süß darin aus!“, schwärmte Tina. Ich fand ebenfalls, dass ich in dem Kleid süß aussah, sagte das aber nicht. Das wäre einfach nicht akzeptabel gewesen.

Stattdessen sagte ich etwas wie: „Wirklich? Meinst du, ich kann das tragen?“ Und dann antwortete sie in etwa: „Ja, das Kleid solltest du auf jeden Fall vorführen.“

Solche Gespräche gingen zwischen uns hin und her, ich sagte ihr, worin sie gut aussah, und sie sagte mir, worin ich gut aussah, und wir legten gerade die Outfits, die wir in der Show tragen wollten, zusammen, als mordsmäßiger Lärm von draußen zu uns drang. Der Umkleideraum war im zweiten Stock und hatte ein kleines Fenster, das über den Hauptplatz des Stadtzentrums in Richtung der Einschienenbahn zeigte. Wir zogen den Vorhang zur Seite, schauten hinaus und sahen eine riesige, aufgewühlte Menschenmenge auf dem Bürgersteig unter uns. Die intensive Energie war gleichzeitig aufregend und furchteinflößend.

„Es ist eine Antikriegsdemo“, sagte Tina.

„Oh ja, ich glaube, mein Vater ist irgendwo da unten.“

„Dein Vater ist bei einer Demonstration?“

„Ja!“ Ich war stolz auf meinen Vater und prahlte sogar damit, wie er als Pfarrer bereitwillig Schreiben zur Kriegsdienstverweigerung für jeden Jungen verfasste, der ihn darum bat.

Genauso schockiert war Tina, als ich ihr erzählte, dass nicht nur mein Vater mit Martin Luther King jr. demonstriert hatte, sondern auch meine Mutter! Das war im selben Jahr, in dem die reproduktiven Rechte der Frauen als grundlegendes Menschenrecht anerkannt wurden. Ihr Katholizismus und mein Protestantismus prallten hier hart aufeinander.

„Geh nach Hause und frag deine Mutter, ob sie eine Abtreibung machen lassen würde, wenn sie herausfände, dass sie schwanger ist“, forderte Tina mich heraus.

Das tat ich, und meine Mutter sagte, ja, sie würde eine Abtreibung durchführen lassen.

Okay, vielleicht hat sie es nicht ganz genau so ausgedrückt. Ich würde sie gerne heute noch einmal dazu befragen, aber sie ist schon zu weit fortgeschritten in ihrer Demenz. Selbst wenn ich sie vor ein paar Jahren gefragt hätte, als sie sich noch an das eine oder andere erinnern konnte, hätte sie wahrscheinlich gesagt: „Oh Cyndi!“, so wie damals, als ich noch im College war und ihr erzählte, dass ich LSD genommen hatte. Dieses spezielle „Oh Cyndi“ bedeutete, dass sie mir nicht glaubte. Sie dachte, ich wolle sie nur schockieren, was tatsächlich stimmte, obwohl das, was ich sagte, der Wahrheit entsprach. Ich muss also die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass diese Erinnerung nicht hundertprozentig genau ist. Vielleicht spielte es sich so ab, dass sie auf meine Frage, ob sie eine Abtreibung durchführen lassen würde, etwas antwortete wie: „Oh Gott, ich will nicht noch ein Kind!“ Doch was auch immer sie wirklich gesagt hat, die Botschaft, die ich hörte, war klar: Niemand kann oder sollte einem sagen, was man mit dem eigenen Körper zu tun und zu lassen hat.

Meine Mutter äußerte diese Meinung oft, obwohl sie ihre jüngeren, „hipperen“ Arbeitskolleginnen kritisierte, weil diese niemals einen BH trugen. Und ich glaube, Mr. Hall wollte, dass seine Schüler sich mit solchen Gegenwartsthemen auseinandersetzten, denn er nutzte sein neues Konzept der „Zeit für freies Lernen“ dazu, umstrittene Referenten für Vorträge einzuladen und den Schülern eine wirkungsvolle, weltlich geprägte Erziehung zu bieten. Als ich sechzehn, siebzehn Jahre alt war, machten diese Vortragenden einen tiefen Eindruck auf mich. Ich boykottierte die Supermarktkette Safeway eine Woche lang, nachdem ich César Chávez über Arbeitsmigranten hatte sprechen hören, und als Gloria Steinem unsere Schule besuchte, änderte dies mein Leben für immer. Doch auch hier es könnte sein, dass meine Erinnerung nicht hundertprozentig zuverlässig ist. Ich glaube, es war Gloria. Ich weiß ganz sicher, dass sie eine bemerkenswerte, wichtige Frau war, die zur „Stunde für freies Lernen“ in unsere Schule kam. Daran erinnere ich mich.

Sie war schön und klug und drückte sich sehr klar aus. Sie sprach darüber, wie die traditionelle Rolle der Frau sich erweiterte, und inspirierte uns, jede sich uns bietende Gelegenheit wahrzunehmen. Sie sagte uns, keine Entscheidung sei schlecht, außer einer, die uns aufgezwungen wurde. Sie sagte, wofür auch immer wir uns in Zukunft entscheiden würden – Hausfrau sein, das College besuchen, heiraten, Kinder haben oder Karriere machen –, für uns als junge Frauen seien all das zulässige Wege. Ich hatte zwar keine genauen Vorstellungen, aber ich wusste, dass ich noch nicht Hausfrau und Mutter sein wollte. Ich wollte nicht um Babyspielzeug und Dreiräder herumlaufen, wie bei meinen Babysitter-Einsätzen. Ich wollte weg von zu Hause, die Welt sehen. Ich wollte mich hübsch und schick anziehen und mit Menschen zusammenarbeiten, die mich respektierten und mir das Gefühl gaben, klug und nützlich zu sein, so wie meine Mutter, wenn sie täglich ins Büro ging. Ich hatte große Ideen, kreativen Schwung und eine Art ungerichteten Ehrgeiz. Ich war siebzehn und meinte, ich könne alles tun, was ich wollte. Tatsächlich habe ich seitdem das meiste von dem, was ich wollte, getan – allerdings ist tun, was man will, und sich fühlen, wie man will, nicht dasselbe.

Irgendwie blieb ich an einem Punkt stecken, an dem es zwar wichtig war, für das, was ich zu tun in der Lage war, respektiert und gemocht zu werden. Das war aber nicht genug. Denn nie war ich vollkommen zufrieden mit einem positiven Feedback, wenn darin nicht auch enthalten war, wie ich aussah. Ein Kompliment allein über mein Aussehen war allerdings auch nicht genug. Ich wollte nicht nur ein hübsches Gesicht sein, wollte aber, dass man mein hübsches Gesicht bemerkte. Ich wollte nicht wegen meines Körpers umworben werden, beneidete aber andere Frauen um ihren, weil ich ihn für besser hielt als meinen. Und da Neid ein Fass ohne Boden ist, gab es immer einen besseren Körper, der in meine Komfortzone eindrang. Schließlich lernte ich, meinen Körper durch Tanzen, Yoga und Politik zu kontrollieren, hatte jedoch nicht verstanden, dass es eigentlich darauf ankam, meinen Geist zu kontrollieren.

Gloria Steinem wusste, dass die wichtigste Veränderung, die wir brauchten, eine andere Einstellung war. Darum wurde sie ein Playboy Bunny. Sie war als zu hübsch kritisiert worden – als ob das bedeutete, dass sie als treibende Kraft für Frauenrechte nicht ernst zu nehmen sei – und verkehrte deswegen entsprechende Kommentare ins Gegenteil, indem sie eine Arbeit annahm, bei der ihre Uniform aus einem Trikot mit Häschenschwanz und -ohren bestand. Indem sie das Sexistische an dieser Darbietung offenlegte, zeigte sie, dass Frauen selbst über ihre Schönheit, Sexualität und ihr Denken bestimmen können.

Natürlich ist sie nicht von ungefähr Gloria Steinem. Es hat etwas mit Weitblick, Tapferkeit und dem Willen zu tun, unermüdlich die Botschaft zu verbreiten, dass niemandes Körper – sei es der einer Frau, eines Mannes oder eines Tieres – als Kampfzone der Politik benutzt werden sollte.

Vierzig Jahre später habe ich das verstanden. Ich liebe das. Ich liebe Gloria. Doch damals war ich in einer Strömung gefangen, die in zwei gegensätzliche Richtungen verlief: Eine Welle wogte vorwärts, trug meine Freunde und sogar meine Mutter mit sich, hin zu einem Leben als Menschen, die in der Welt mit mehr Selbstvertrauen auftraten. Ich richtete den Blick auf ein Leben, das mir etwas bedeutete, und empfand Respekt für alle Frauen, auch für jene, die sich ihre Zukunft anders vorstellten als ich. Ich war klug und erwartete, als intelligenter und wertvoller Mensch behandelt zu werden, selbst wenn ich eine Karriere als Tänzerin anstreben würde und hoffentlich davon würde leben können, wie ich meinen Körper durch den Raum bewegte. Und natürlich wollte ich einen BH, als ich zwölf war, doch zu meiner College-Zeit war das Ding schon seit Langem verschwunden, und ich schaffte mir nie mehr einen neuen an, bis ich fünfundfünfzig war und bemerkte, dass ich allmählich einen Hängebusen bekam. An jenem Punkt dachte ich: Warum eigentlich nicht? Ich war immer noch von Gloria geprägt. Es war mir egal, ob man meine Nippel durch meine Pullover hindurch sah. Dennoch wollte ich nicht, dass jemand dem eine bestimmte Bedeutung zumaß, die es nicht hatte. Ich war zwar frei, aber nicht billig zu haben!

Und dann war da noch diese andere Strömung, dieser Sog, der mich zurückzog, meine Selbstachtung zerfraß und mir einflüsterte, dass es wichtig sei, was andere über mich dachten. Mein Problem mit der Selbstwahrnehmung war so typisch, dass es zu einem ganz normalen Teil meines Lebens wurde. Meine Freundinnen und ich sprachen über das, was wir an unserem Körper nicht ganz in Ordnung fanden, dass wir dieses oder jenes nicht tragen könnten, weil wir nicht die richtigen Beine dafür hätten oder weil es wegen des Hüftumfangs nicht ging oder weil es uns dick machte, obwohl wir nicht dick waren. Wir alle sind viel zu gut darin, uns selbst niederzumachen, wie Tina und ich es im Jay-Jacobs-Umkleideraum mit fünfzehn Jahren getan hatten, als aufgeweckte Göttinnen mit dem immensen Potenzial, alles zu sein, was wir wollten. Unser einziges Hindernis war, dass wir uns mit unserem Aussehen – und dadurch mit uns selbst – nur wirklich wohlfühlten, wenn es von anderen bestätigt wurde.

Das war keine Kleinigkeit, denn die Saat, die damals in meinen Geist gepflanzt wurde, hat sich inzwischen zu einem regelrechten Groll auf meinen Körper ausgewachsen. Die meisten meiner Freundinnen kennen dieses Syndrom gut und betrachten es als normal, dass unser Selbstwertgefühl darauf basiert, wie wir uns damit fühlen, wie unser Körper aussieht. Es beruht nicht auf der Erfahrung, die wir verkörpern – zum Beispiel, dass wir stark, geerdet oder leistungsfähig sind –, sondern darauf, was wir über unser physisches Selbst denken: über die Größe und Form unserer Brüste, die Festigkeit unserer Bauchmuskeln, unsere Kleidergröße und unser Gewicht im Vergleich zu anderen.

Selbst ich, die von jeher körperlich aktiv war – die auf Bäume kletterte, Cheerleaderin war, Modern-Dance-Tänzerin, Aerobic-Trainerin und Yogalehrerin –, habe mir mein Leben lang das Selbstvertrauen abgegraben, indem ich meinen Körper mit einem fiktiven Ideal verglich, das auf Prominenten- und Modefotos basierte. Obwohl ich weiß, dass diese Bilder nicht die Realität wiedergeben, haben sie sich zu tief eingeprägt, als dass sie leicht beiseitegewischt werden könnten.

Warum mache ich mir so viele Sorgen um solche Belanglosigkeiten? Es ist ja durchaus nicht so, als hätte ich den ganzen Tag lang nichts anderes zu tun, keine anderen Dinge, über die ich nachdenken muss. Ich habe echte Interessen, ein eigenes Unternehmen, eine spirituelle Praxis, die mir sehr wichtig ist, und etliche Schülerinnen und Schüler, die Anleitung und Inspiration bei mir suchen. Sie wissen allerdings nicht, dass im Hintergrund stets eine nörgelnde, klagende Stimme in meinem Kopf rumort, die mir sagt, dass mein Körper überarbeitet werden muss.

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Als kleines Mädchen dachte ich nie wirklich über meinen Körper nach. Ich war mein Körper, und mein Körper war ich. Ich hatte keine Geschwister, fühlte mich aber wohl mit mir, weil ich einen guten, starken Körper hatte, der mich auf viele Abenteuer mitnahm. An einem typischen Tag kletterte ich auf den Apfelbaum im Garten, flog auf meinem Skateboard die Hügel hinunter oder stand auf den Füßen meines Vaters, wenn er mit mir im Walzertakt durchs Wohnzimmer tanzte. Höhe und Geschwindigkeit zogen mich an, und obwohl ich mir die Ellenbogen ausrenkte, mir die Knie aufschürfte und einmal ein Loch im Kopf hatte, konnte mich nichts jemals bremsen. Ich war dazu geboren, mich zu bewegen.

Mit sieben war ich heimlich verliebt in Bill Sutton, einen Tambourmajor im Spielmannszug der Highschool. Unsere Familien waren befreundet, und Bill fand es lustig, mich als sein kleines Groupie zu haben. Als ich hörte, dass der Spielmannszug auf dem Sportplatz der Schule gegenüber von unserem Haus probte, war ich so aufgeregt, dass ich ohne nach rechts und links zu blicken über die Straße rannte und von einem Auto angefahren wurde. Es endete damit, dass meine rechte Wade mit sechsundfünfzig Stichen genäht wurde und der Arzt die Anweisung gab, ich dürfe für den Rest des Sommers nichts auch nur geringfügig Anstrengendes mehr tun. Das hielt ich jedoch nicht lange durch.

Im Zimmer festgesetzt, machte ich mein Bett zum Trampolin. Das dehnte nicht nur meine Wundnaht und hinterließ für immer eine breite Narbe, sondern ließ auch den Bettrahmen zerbrechen. Meine Mutter hatte mich zwar schon eine Million Mal angeschrien, ich solle nicht mehr auf dem Bett hüpfen, doch letztendlich war sie dankbar dafür, dass ich noch lebte. Unablässig wiederholte sie: „Du hättest bei dem Unfall umkommen können“, gefolgt von zahlreichen dramatischen Stoßseufzern. Sie wusste ohnehin, dass es von vornherein sinnlos war; ich würde nie stillhalten.

Später sollte ich mir weitere Verletzungen zuziehen: Als ich bei einem Skiausflug der Highschool mit abgeschnittenen Jeans unterwegs war und aus einer Haarnadelkurve flog, landete ich in der Notaufnahme mit einer tiefen, klaffenden Wunde am Knie. In einer aufregenden Nacht in den Canyons von Südkalifornien während meiner Collegezeit machte ich mir mehrere Zehen kaputt, als ich nach einem LSD-Trip stolperte. Ballettstunden und Modern-Dance-Auftritte führten zu verstauchten Knöcheln, Ischiasbeschwerden, gerissenen Wirbelsäulenbändern, Schleudertraumata und knubbeligen lila Prellungen an jeder nur erdenklichen Stelle. Eine kleine Beule zwischendurch stellte keine große Sache dar – wenn ich etwas war, dann widerstandsfähig.

Meine Freunde in der vierten Klasse beschlossen eines Tages, ich solle nicht so viel trainieren. Sie hielten mich für zu dünn, ließen mich bei unserem Lieblings-Schulessen, Chili und Zimtrollen, einen Nachschlag nehmen und weigerten sich, mit mir Brennball zu spielen. Stattdessen hielten sie sich zu zweit gegenseitig an den Handgelenken fest, um eine Art Sänfte für mich zu bilden, und bestanden darauf, mich überall hinzutragen, damit ich auch nicht eine einzige Kalorie verbrannte.

In Wirklichkeit war ich eigentlich nicht zu dünn, und ganz gewiss war ich nicht dick. Ich war nur ein sehr lebhaftes Kind, energiegeladen und abenteuerlustig. Ich wollte sehen, was hinter der nächsten Ecke oder auf dem höchsten Ast war. Ich wollte auf dem Wind reiten und mit dem Kopf nach unten hängen, und ich vertraute voll und ganz darauf, dass mein Körper mich stets überall hinzubringen vermochte, wo ich hingehen wollte.

Wenn ich meine Augen schließe und in Stille sitze, dann erinnere ich mich, welches Gefühl es damals war, ich zu sein. Mein Körper war mein bester Freund. Wir hatten sehr viel Spaß zusammen, und wie bei meinen anderen Freunden ging es nicht ums Aussehen, sondern um Gefühle. Ich entsinne mich nicht, dass ich mich jemals zu dick oder zu dünn fand. Ich hatte das Gefühl, gut zu sein, in Ordnung zu sein. Ich fühlte mich frei, voller Freude und Bewegung. Zu jener Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, dass es je anders sein könnte.

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Meine Yogaschüler sitzen mit gekreuzten Beinen auf Decken in einer besonders schwierigen Position. Ihre rechten Knöchel liegen auf den linken Knien und ihre linken Knöchel direkt unter ihren rechten Knien, in einer Haltung namens Doppelte Taube. Manche mögen diese Haltung, doch die meisten blicken mich an, als hätten sie eben in eine Zitrone gebissen. Zeit, ihnen ein umfassenderes Bild zu vermitteln.

Ich frage: „Ist es schon einmal vorgekommen, dass ihr jemanden unsympathisch fandet, den ihr noch nicht einmal kanntet? Vielleicht jemanden im Büro, den ihr aus der Entfernung gesehen habt und aus unerfindlichen Gründen nicht mochtet?“

Sie nicken, ein verlegenes Geständnis, dass es ihnen allen schon einmal passiert ist.

„Und ist es euch dann auch schon mal passiert, dass ihr danach mehr miteinander zu tun hattet und euch am Ende wirklich gemocht habt? Ihr vielleicht sogar gute Freunde geworden seid?“

Ein paar Augenbrauen heben sich, Köpfe nicken, als sie die Botschaft verstehen: Die „doppelte Taube“ mag zwar im Moment nicht ihr Freund sein, aber wenn sie es entspannter sehen, könnte sich das ändern.