Wolf. W. Lasko

Elite braucht Persönlichkeit

Wolf W. Lasko

Elite braucht Persönlichkeit -

Drehbuch für Lebensweisheit und Glück

Originaltitel: Schule der Elite
Erschienen bei Books on Demand GmbH, Norderstedt
© 2004 by Wolf W. Lasko

Vollständige E-Book-Ausgabe der bei
J.Kamphausen Verlag & Distribution GmbH
erschienenen Printausgabe

Wolf W. Lasko:

Layout und Satz: infospeed GmbH

Elite braucht Persönlichkeit

Umschlaggestaltung: Subsonic Media

© J. Kamphausen Verlag &

Umschlagbild: Björn Gaus

Distribution GmbH,

Druck & Verarbeitung:

Bielefeld 2011

Westermann Druck Zwickau

Datenkonvertierung E-Book:

Bookwire GmbH

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese
Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet
über abrufbar.

ISBN E-Book: 978-3-89901-534-8
ISBN Printausgabe: 978-3-89901-153-1

Inhalt

Prolog

Elite fokussiert auf Persönlichkeiten, die Lebensweisheit auf beeindruckende Weise in individuelles Glück umsetzen können und mit diesem Können einen bedeutenden Beitrag für das Wohlergehen der Menschheit leisten. Ein besonderer Effekt ist, dass sie dadurch gleichzeitig ihre eigenen Potentiale aktivieren.

Glück empfindet der Mensch dann, wenn er das, was er denkt und tut mit einem uneingeschränkten Ja interpretiert und bewertet. Glück entsteht, wenn der Mensch das, was ihm widerfährt, annimmt und mit einem ebenso uneingeschränkten Ja akzeptiert.

Die Bereitschaft und der aktive Wille, mit sich selbst, mit dem Leben und seinen Gegebenheiten so umzugehen, erschafft eine positive Differenz zu anderen Menschen. Diese Differenz macht Elite aus.

Möglich wird das unbedingte Ja, das Fundament des Glücks, durch die Aktivierung, das Absorbieren der Weisheit, die die Menschheit seit Jahrtausenden gesammelt hat. Alles Wissen, alle Weisheit steht uns in den Erfahrungsräumen der Menschheit zur Verfügung. Wir können es jederzeit in uns wachrufen und, indem wir es nutzen, homogener Teil unseres Seins werden lassen.

Natürlich gab und gibt es immer Menschen, die davon leben, dass sich andere für sie einsetzen. Aber ebenso gab und gibt es Menschen, die bereit sind, sich engagiert einzusetzen, und deren Handeln und unternehmerisches Wirken von Weisheit getragen ist.

Diese Menschen begnügen sich nicht mit gesammeltem Wissen und konservierter Weisheit, wie auf dem Niveau der Unterhaltung in Tausenden von Museen und Theatern dargeboten. Sie wollen nicht bloß Auswirkungen erfahren, sondern lebendig wirken und bewirken.

Warum gibt es die lebensintensive Weisheit der Menschheitsgeschichte nicht komprimiert und permanent zugänglich für jeden, der sie nutzen möchte? Warum steht sie nicht jedem zur Verfügung, zum Beispiel im Internet oder anderen virtuellen Räumen oder sogar an ganz realen Orten?

Stellen Sie sich vor: In allen Ländern der Erde stehen Türme - Weisheitstürme, in denen die Weisheit glücklichen Lebens im permanenten Fluss der Veränderung verfügbar ist. Jeder Mensch hat Zugang und kann von Ebene zu Ebene hochsteigen. Jede Ebene entspricht einem Weisheitsfeld, aufgeteilt in mehrere Räume, in denen ihm Übungen angeboten werden. Sie bewegen seinen Geist zum Denken, erweitern die Amplitude seiner bisherigen Gedanken, und aus dieser größeren Schwingung erwächst Motivation für sein Handeln.

Diese Türme sind frei von neuzeitlichen Gurus oder bigotten Predigern, es gibt weder Dogmen noch Religionen, nur das Verdichten von Weisheit aus allen Zeitaltern und Kulturen. Wer sich hier auf den Weg macht und von Raum zu Raum geht, von Ebene zu Ebene höher steigt ist wahrhaft ein Fürst der Freiheit!

Dieser Gedanke ist Ausgangspunkt der Konzeption des Drehbuchs »Elite braucht Persönlichkeit«. Das Wort Drehbuch will aussagen, dass es sich um eine Idee handelt, um eine Regieanweisung, die von den beteiligten Akteuren realisiert, aber auch kontinuierlich verändert, verfeinert und möglicherweise sogar neu strukturiert wird. »Schule der Elite« ist ganz bewusst als Titel gewählt worden. Denn Schule impliziert Lernen, und Weisheit ist für jeden lernbar!

Die hier vorgeschlagene Weisheitstiefe kann nur ein Anfang sein. Sie hat eher den Charakter einer Idee als dass sie den Anspruch auf eine fixfertige Strategie erheben würde. Schließlich steht dahinter nur ein Einzelner, der den Anfang macht. Was sich daraus ergibt, gestaltet die Evolution der Einfälle.

Und so ist der Turm aufgebaut:

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Von Ebene zu Ebene steigt die Intensität Ihrer Weisheit. Je höher Sie kommen, umso mehr werden Sie sehen. Nicht weil das Außen expandiert, sondern weil sich in Ihnen etwas erweitert hat, was draußen mehr wahrnehmen kann.

Lesen Sie nun das Drehbuch »Elite braucht Persönlichkeit«. Bitte denken Sie daran: Es ist ein erster flüchtiger Entwurf. Seien Sie also milde bei der Beurteilung. Machen Sie es besser, indem Sie es weiterentwickeln, etwas hinzuaddieren oder nicht Überzeugendes herausnehmen.

1. Ebene - Leidenschaft

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Dringlichkeit

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Nehmen Sie einen Zollstock und markieren Sie darauf den Punkt, von dem Sie glauben, dass diese Zahl dem Alter entspricht, das Sie erreichen wollen oder vermutlich erreichen werden. Dann markieren Sie Ihr derzeitiges Lebensalter. Links davon sehen Sie nun die Anzahl der Jahre, die Sie bereits gelebt haben. Wäre das Ihr ganzes Leben gewesen, könnten Sie sagen, es sei ein erfülltes Leben gewesen? Oder würden Sie sich mit Bedauern verabschieden, weil viele Träume nicht verwirklicht, viele Ziele nicht erreicht wurden? Machen Sie sich deutlich, wie viele Monate, Wochen, Tage und Stunden Sie schon auf diesem Planeten sind und wie viele davon Sie als vertane Zeit, als nicht intensiv, nicht aus ganzem Herzen gelebt empfinden. Schauen Sie nun nach rechts, auf die Zeitspanne, die Ihnen bis zu dem gedachten Lebensende bleibt. Wie möchten Sie die Ihnen noch verbleibenden Jahre erleben? Soll alles so sein wie bisher? Oder wünschen Sie sich mehr Lebensfreude, mehr Begeisterung? Welche Ziele und Lebensträume warten darauf, endlich verwirklicht zu werden? Gleichgültig, ob Sie noch 20 oder gar 50 Jahre leben werden: Es kann nie etwas Dringenderes geben als jetzt sofort die Bequemlichkeit der alltäglichen Routine zu verlassen und einzutreten in ein leidenschaftliches, begeisterndes Leben.

1. Das Leben ist endlich, es ist begrenzt, und für viele ist es am Ende zu kurz. Denn sie schieben die Verwirklichung ihrer Wünsche, Sehnsüchte und Ziele immer weiter in die Zukunft, als sei ihnen das ewige Leben gewiss. Dabei erleben sie ihr Dasein als Qual, hetzen Zielen nach, die ihre Herzen kalt lassen, oder ersticken in einer komfortablen Scheinwelt. Und mit 71,2 oder 72,4 Jahren - je nach Statistik - haben sie ein Meeting auf dem Zentralfriedhof und können nicht viel mehr als ein vertanes Leben vorweisen.

2. Ein junger Mensch lebt, als hätte er unendlich viel Zeit. Doch irgendwann wird ihm die Endlichkeit seines Lebens bewusst. Dann tauchen Fragen auf: Was ist der Sinn des Lebens? Welche Träume möchte ich verwirklichen? Welche Ziele sind mir wichtig? Was kann mich begeistern? Doch Job, Karriere und Familie verpflichten; die Zeit scheint zu knapp, um das Leben auf den richtigen Kurs zu bringen.

3. Mit jedem Tag, der vergeht, wird die Zeit tatsächlich knapper. Viele sehen dann keine andere Möglichkeit mehr, als sich freudlos durchs Leben zu schleppen und auf die Rente zu warten. Denn dann, so meinen sie, könnten sie endlich so leben, wie sie es sich wünschen.

4. Doch tatsächlich schaffen es leider nur sehr wenige, die ihnen dann verbleibende Zeit so zu gestalten, dass sie eine Leidenschaft entwickeln, die ihre Herzen glühen lässt, dass sie eine kraftvolle Begeisterung empfinden, die ihnen jetzt noch Eintritt in pralles Leben gewährt.

5. Die Mehrzahl gibt sich zufrieden mit dem kleinen Glück erworbener Annehmlichkeiten. Leidenschaft und Begeisterung glimmen zwar noch, aber wer nie gelernt hat, sie zu entfachen, dem wird es jetzt nur noch schwerlich gelingen. Denn schließlich haben die vergangenen Jahrzehnte eines mittelmäßigen Lebens nicht körperliche Spuren, sondern auch Narben an Geist und Seele hinterlassen.

6. Morgens, beim Blick auf die in der Zeitung abgedruckten Todesanzeigen schleicht eine schmerzliche Unruhe in die Gedanken. Der Tod wird zum Schreckgespenst, das mit seiner hässlichen Fratze all jene quält, die ihr Leben in Trägheit, Bequemlichkeit und Gewohnheit vertan haben.

7. Keiner weiß, wann er aus dem Leben geht. Aber jeder weiß, dass es eines Tages soweit ist. Dieses Wissen lässt den Tod zum besten Ratgeber des Menschen werden. Er gemahnt uns an die Verwirklichung aller Wünsche, aller Ziele und Sehnsüchte. Er hält uns die Dringlichkeit vor Augen. Er erinnert daran, dass es morgen vielleicht schon zu spät ist, wenn wir das, was heute getan werden kann, immer weiter in die Zukunft schieben.

8. Es gibt niemals einen besseren Zeitpunkt als das Jetzt, um sich der Dringlichkeit bewusst zu werden. Es gibt niemals einen besseren Zeitpunkt als das Heute, um aus dieser Dringlichkeit ein Handeln abzuleiten, eine direkte Umsetzung zu gestalten.

9. Dringlichkeit kreiert Lebendigkeit. Dringlichkeit kreiert Leidenschaft. Denn lebendig zu sein, heißt Leidenschaft für das Leben zu empfinden, Begeisterung für sein Tun zu haben und jede Minute eines Tages präsent zu sein.

Talent

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Lassen Sie während der nächsten zwei Wochen jeden Abend den vergangenen Tag Revue passieren. Erinnern Sie sich an die wichtigsten, angenehmen und unangenehmen Erlebnisse, und bewerten Sie den Tag auf einer Skala von 1 bis 10. Dabei ist 1 die negativste und 10 die positivste Bewertung. Damit Sie am Ende der beiden Wochen einen Überblick über die Qualität dieser 14 Tage Ihres Lebens haben, halten Sie Ihre Bewertung schriftlich fest. Schreiben Sie abends das jeweilige Tagesdatum auf, daneben die Bewertung und dann die Begründung, warum Sie den vergangenen Tag so beurteilen. Errechnen Sie am Ende dieser 14 Tage die Quersumme der Bewertung. Ist es ein absolut zufrieden stellendes Ergebnis? Oder ist es eher so, dass Sie bestürzt feststellen, wie freudlos diese Zeit doch war? Dann ist es höchste Zeit, dass Sie handeln, um eine Veränderung zum Positiven zu bewirken. Selbstverständlich können Sie diese Übung auch auf einen Monat oder gar ein ganzes Jahr ausdehnen. So werden Sie sich noch intensiver der Qualität Ihres Lebens bewusst.

1. Wie viel Prozent der Menschen sind in der Lage, am Abend eines jeden Tages ein klares, eindeutiges Ja zu sagen zu allem, was an diesem Tag geschehen ist? Wie viele können wohl all die kleinen und großen Schwierigkeiten bejahen, mit denen das Leben sie konfrontiert? Wer sich umschaut, wird feststellen, dass es ganz sicher nicht die Mehrheit ist.

2. Dieses Ja ist nicht Ausdruck einer überspannten Hochstimmung, einer neurotischen Lebens-Euphorie. Es ist vielmehr Ausdruck des Gefühls, am richtigen Platz zu sein und das Richtige zu tun. Natürlich herrscht an den meisten Tagen nicht nur eitler Sonnenschein. Hochs und Tiefs wechseln einander ab. Mal sind es größere, mal kleinere, die Einfluss auf den Menschen nehmen.

3. Ein Tag geht zu Ende: Das Auto wurde beschädigt, der Sohn hat die Prüfung verpatzt, der Vorgesetzte hat sich mehr als ärgerlich verhalten, und die Arztrechnung strapaziert das Konto erheblich. Viele werden einen solchen Tag eher aus dem Kalender streichen wollen, als dass sie ihn mit einem kraftvollen Ja annehmen werden. Doch genau darum geht es. Gleich, was geschehen ist, der Tag wird mit einem Ja verabschiedet, das aus dem tiefsten Inneren kommt. Die Geschehnisse des Tages werden anerkannt als etwas, was nun einmal ist - ohne Lamento, ohne Trübsinn, ohne Einwände.

4. Ein Mensch, der sich nicht in Harmonie mit seinem Selbst befindet, der keine Begeisterung und Leidenschaft fühlt, ein solcher Mensch hat es schwer, den Tag mit einem ungetrübten Ja zu beschließen. Er konzentriert sich vornehmlich auf das Unangenehme, das ihm im Tagesverlauf widerfahren ist.

5. Doch was geschehen ist, ist nun nicht mehr zu ändern. Das Ja ist die Akzeptanz dessen, was ist. Fähig zu diesem Ja sind Menschen, die ihr Talent leben. Talent ist nicht etwa das Außergewöhnliche, mit dem nur die sogenannten Genies ausgestattet sind. Talent ist die Summe der Befähigungen, Neigungen und Qualifikationen, die zwar bei jedem Menschen verschieden, aber auf jeden Fall vorhanden sind. Das Erkennen des Talents und seine Entfaltung ist der Grundstein für ein begeisterndes, leidenschaftliches Leben.

6. Doch statt sich auf das eigene Talent zu besinnen, wird der Fokus allein auf Karriere und Image gerichtet. Stress und Hektik beherrschen das Leben, sie scheinen unaufhörlich und nähren ein wachsendes Unbehagen. Die Angst vor einer möglicherweise notwendigen Veränderung verhindert jedoch ein Innehalten und damit eine Bewusstwerdung der Lebenslüge.

7. Dabei erfordert die Überwindung der Lebenslüge keine abrupte Veränderung. Es reicht, sich jeden Tag nur einen Zentimeter mehr von der gewohnten Lebenslinie zu entfernen. Wer jeden Tag seinen Lebenskurs anwachsend in Richtung seines Talents lenkt, bewirkt für die Zukunft eine gewaltige Veränderung.

8. Nicht allein gelebtes Talent, sondern auch schon das Leben in Richtung des Talents motiviert, schenkt neue, bisher nicht gekannte Energien. Es wird wichtig und dringlich, das Richtige zu tun, und der Lebensweg gestaltet sich mit zunehmender Leidenschaft.

Gravitation

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Wer möchte nicht gerne auf Rosen gebettet sein - aber was ist mit den Dornen? Wenn Rosen ein Synonym für das Leben wären, wie würden Sie die Dornen interpretieren? Und wie würden Sie damit umgehen?

1. Zu unserem Weltbild gehören Dinge, die wir als perfekt bezeichnen, und solche, die wir als nicht perfekt bezeichnen. Beides existiert und beides ist gleichermaßen gültig.

2. In der Physik bedeutet Gravitation die Eigenschaft von Massen, sich gegenseitig anzuziehen. Das Gesetz dieser Anziehungskraft oder auch Schwerkraft legt zum Beispiel die Bewegung der Planeten, die Erdbeschleunigung und auch die irdische Schwerkraft fest.

3. Stellen wir uns das Perfekte und das nicht Perfekte wie physikalische Massen oder Planeten vor, dann scheint das Gesetz der Gravitation auch hier zu gelten. Beide kreisen umeinander, wo das eine ist, ist auch das andere nicht weit und wird von ihm angezogen. Das Leben kann also niemals zu 100 Prozent perfekt sein.

4. Ein Mensch, der seine berufliche Karriere als zu 100 Prozent perfekt bezeichnet, kennt sicher Lebensbereiche, die er als weniger perfekt empfindet, sei es die knapp bemessene Freizeit oder das unter der Karriere leidende Familienleben.

5. Glücklicherweise ist das Perfekte in den meisten Fällen dem nicht Perfekten überlegen. Als Symbol für die beiden Pole soll hier das Verhältnis 79/21 stehen: 79 Prozent einer Situation sind positiv und 21 Prozent negativ zu bewerten.

6. Das Leben hat Licht und Schatten, es kennt den Duft der Rosen - die 79 Prozent - wie auch ihre Dornen - die 21 Prozent. Und das ist gut so. Denn wüssten wir nicht um die Unvollkommenheit, wie könnten wir dann die Vollkommenheit wahrnehmen und sie genießen? Die 21 Prozent - auch wenn wir sie nicht gerade schätzen - sind also wichtige Voraussetzung für das Glück der 79 Prozent. Sie erst kreieren die 79 Prozent.

7. Die 21 Prozent lassen sich nicht ausklammern. Sie kreisen um die Perfektion und werden unweigerlich von ihr angezogen. Nun gibt es Menschen, die kennen nur das Negative. Sie konzentrieren sich unablässig auf die 21 Prozent und nehmen die positiven 79 Prozent gar nicht wahr. Die 21 Prozent Negatives machen zu 100 Prozent ihr Leben aus. Meist sind das Menschen, die völlig an ihrem eigenen Talent vorbei leben und nicht ein Fünkchen Begeisterung und Leidenschaft für ihr Leben entwickeln können.

8. Es ist also wenig intelligent, sich durch die falsche Gewichtung der 79/21 das Leben zur Hölle zu machen. Jeder hat die Freiheit, die 79 Prozent zu genießen und die 21 Prozent als unvermeidlich zu akzeptieren, sie vielleicht sogar als Motor für positive Veränderungen zu achten.

9. Die unsichtbare Strömung eines Wassers ist oft bedenklich und gefährlich. Aber sie ist notwendig, damit das Wasser fließt, weiterkommt. Wir sehen zwar den Fluss des Wassers als Auswirkung der Strömung, aber nicht die Strömung selbst. Die Strömung ist Metapher für die 21 Prozent. Wir schätzen sie nicht, weil sie negative Empfindungen hervorrufen. Für unsere Augen unsichtbar bleibt, dass sie es sind, die uns vorantreiben, weiterkommen lassen, fließen lassen. Denn ohne die 21 Prozent wären die 79 Prozent dem Optimum gleichzusetzen. Welchen Antrieb gäbe es dann?

10. Die Beachtung, nicht die Bemängelung der 21 Prozent, und das Wertschätzen der 79 Prozent sind wunderbare Wegweiser für das Leben. Die Zufriedenheit und die Bestätigung für die richtige Richtung liegen in den 79 Prozent. Hier sind wir in unserem Talent, hier leben wir die Leidenschaft. Die 21 Prozent nähren hingegen die Dringlichkeit, sie dem Talent entsprechend zu verändern, so dass sie zu den 79 addiert werden können. Und dieser bewusste Veränderungsprozess intensiviert wiederum die Leidenschaft. Die 21 Prozent sind unsere ewigen Lehrer. Wo wir auch ankommen, sie warten bereits auf uns.

Now

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Beantworten Sie sich die Frage: Was ist mein Weg? Gemeint ist der Lebensweg, der Sie begeistern würde, den Sie mit ganzer Leidenschaft gehen würden. Wenn Sie einen Weg gehen, um an einem bestimmten Punkt anzukommen, dann führt der Weg zum Endziel über viele kleine Zwischenziele. Auf dem Weg von der Firma nach Hause ist das erste kleine Ziel vielleicht die nächste Kreuzung, danach die Eisenbahnbrücke, dann die Tankstelle, an der Sie rechts auf die Landstraße abbiegen usw. Zwischenziele sind die Voraussetzung, um das Endziel zu erreichen. Bei Ihrem Lebensweg ist es genauso. Sie müssen die Voraussetzungen schaffen, die Zwischenziele erreichen, um zum eigentlichen Ziel zu gelangen. Je eher sie starten, umso eher kommen Sie an. Es ist wie bei Ihrem Heimweg: Da trödeln Sie ja auch nicht stundenlang herum, ehe Sie losfahren. Je eher Sie starten, umso eher sind Sie daheim. Und wie handhaben Sie Ihren Lebensweg? Wie viele der notwendigen Voraussetzungen für die Zielerreichung haben Sie bereits geschaffen? Oder warten Sie noch auf irgendwelche äußeren Umstände oder bestimmte Begebenheiten, um endlich zu starten? Wenn Sie sicher wissen, was Sie wollen, dann beginnen Sie noch heute.

1. Es gibt die Geschichte von einem Menschen, dessen sehnlichster Wunsch es ist, sechs Richtige im Lotto zu haben. Unermüdlich schickt er seine Gebete an Gott und bittet ihn, seinen Wunsch doch endlich zu erfüllen. Die Jahre vergehen, der Mensch stirbt, ohne auch nur den geringsten Lottogewinn kassiert zu haben. Dann steht er vor Gott, und Gott schaut ihn lange an und sagt: »Ich hätte deine Gebete erhört, hättest du nur ein einziges Mal Lotto gespielt!«

2. Wer etwas erreichen will, muss etwas dafür tun. Er muss die Voraussetzungen schaffen. Nun ist es nicht immer so leicht, genau abschätzen zu können, was die richtigen Voraussetzungen sind. Orientierungshilfen bieten da die Menschen, die das gleiche oder ein ähnliches Ziel bereits erreicht haben. Gespräche mit ihnen oder das Lesen ihrer Biografien bieten nützliche Anhaltspunkte. Anhand der bestehenden persönlichen Voraussetzungen und dem, was von anderen zu lernen ist, kann dann ein ganz pragmatischer Handlungsplan aufgebaut werden.

3. Wer sein Ziel kennt und sich über den Weg dorthin soweit wie möglich im Klaren ist, der sollte sofort handeln. Es gibt niemals eine günstigere Gelegenheit als das Jetzt. Die richtige Zeit, um etwas zu tun, kann immer nur das Jetzt sein.

4. Wer auf einen besonders günstigen Moment wartet, wird sein Handeln immer weiter in die Zukunft schieben. Denn wer weiß, ob nicht doch noch ein besserer Moment kommt? Und so wird er sein Leben lang wie ein Hamster im Rad unablässig laufen und laufen, aber nicht von der Stelle kommen. Die Zeit vergeht, und nichts wird sich verändern. Abgesehen davon, dass sich die Unzufriedenheit ausbreitet und auf alle Lebensbereiche übergreift.

5. Bestimmt ist es ein wunderbares Gefühl, sein Ziel erreicht zu haben. Doch wer glaubt, mit dem Erreichen des Ziels an einem Endpunkt angekommen zu sein, der irrt. Denn ein Ziel an sich ist leer. Ziele sind ein Instrument, um Klarheit über sich, seine Talente und Fähigkeiten zu schaffen und um Motivation, Begeisterung und Leidenschaft zu stärken. Jedes Ziel ist immer nur der Fixpunkt während einer kleinen oder großen Lebensetappe. Auf dem Weg dorthin zeigen sich neue Ziele, für die möglichst bald der erste Schritt getan werden muss. Und sobald ein Ziel erreicht ist, beginnt der Weg zu einem neuen Ziel. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Now, jetzt, der immer wieder erste Schritt zu einem neuen Ziel, ist Generator für Leidenschaft.

My Way

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In den ersten Jahren Ihres Lebens gab es Menschen, die Ihnen hilfreich zur Seite standen: Eltern, Großeltern usw. Durch sie haben Sie erfahren, was machbar ist und was nicht, was sich gehört und was nicht, was geht und was nicht. Dann standen Sie auf eigenen Füßen und konnten Ihren eigenen Weg gehen, oder besser: Sie hätten ihn gehen können, wären Sie nicht in der Spur derer gegangen, die ihnen als Kind die Orientierung gaben. Denken Sie darüber nach, welchen Spuren aus der Vergangenheit Sie heute noch folgen. Denken Sie auch darüber nach, ob es heute noch Menschen gibt, deren Spur Sie folgen, weil es Ihnen vernünftig, nützlich und sinnvoll erscheint. Vielleicht ist sind sie aber auch nur bequem? Schreiben Sie alles auf, was Ihnen einfällt. Und dann schreiben Sie auf, wann Sie Ihren ganz eigenen Weg gegangen sind, wann Sie sich von den Spuren anderer gelöst und eine neue, Ihre ganz persönliche Spur hinterlassen haben.

1. Angst, Unsicherheit, Bewunderung oder reine Bequemlichkeit sind nur einige Gründe, die einen Menschen dazu bringen, niemals den eigenen Weg zu gehen, sondern stets ausgetretenen Pfaden zu folgen. Das mag uns als verlässlich und risikolos erscheinen, im Fazit ist es jedoch eine beträchtliche Sabotage der Lebensleidenschaft.

2. Nun mag es eine Zeitlang durchaus angebracht sein, den Spuren eines anderen zu folgen. Denn es ist gewiss hilfreich, um überhaupt erst einmal auf den Weg und in Schwung zu kommen. Auch zwischendurch mag es für kurze Zeit sinnvoll sein, wenn eine Neuorientierung oder eine Pause notwendig erscheint. Wir kennen das aus dem Sport: Im Windschatten des Vordermanns lassen sich Kraft und Geschwindigkeit steigern, um dann auszuscheren und an ihm vorbeizuziehen. Im Leben geht es natürlich nicht ums Überholen, sondern nur darum, sich aus den Spuren anderer zu lösen und den eigenen Weg zu gehen.

3. Bleibt ein Mensch stets in der Spur eines anderen, bleibt er folglich auch beständig hinter ihm. Und das hat enorme Nachteile: Seine Aussicht ist begrenzt, er sieht nicht, was vor ihm liegt, er sieht nur den Rücken des Vorausgehenden; er muss das vorgegebene Tempo einhalten; er schluckt den Staub des Vorderen; und würde dieser an einem riskanten Wegpunkt in Gefahr geraten, er würde unweigerlich das gleiche Schicksal erleiden.

4. Ein Mensch, der keine eigenen Spuren hinterlässt, hat keine Originalität, keine Persönlichkeit. Er ist nicht mehr als das Falsifikat eines anderen. Im Grunde genommen existiert er überhaupt nicht. Denn es gibt von ihm nichts Charakteristisches, nichts unverwechselbar Persönliches.

5. Nur das Ausscheren aus der Spur befähigt dazu, das eigene Talent zu entdecken und es zu entfalten. Und nur dadurch kann der eigene Lebensweg entwickelt und die Leidenschaft dafür geweckt werden. Natürlich ist auch das nicht ohne Risiko. Aber ist es nicht dennoch weitaus beglückender, mit Begeisterung und selbstverantwortlich den eigenen Weg zu gehen, als freudlos und verzagt einem anderen zu folgen und dennoch in Gefahr zu kommen?

Glück

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Nehmen Sie sich Zeit und schreiben Sie auf, was Sie haben. Gemeint ist das, was Sie mit dem Begriff »Haben« in Verbindung bringen: eine Wohnung oder gar ein Haus, Geld, ein Auto, eine umfangreiche Büchersammlung, berufliche Anerkennung, eine liebe Familie… Nun richten Sie Ihre Gedanken auf das, was Sie tun: arbeiten, lesen, malen, joggen, Orchideen züchten… Als Drittes machen Sie sich bewusst und schreiben Sie auch auf, was dieses Tun für Sie bedeutet. Welchen Sinn, welche Substanz, welchen Wert hat das, was Sie haben und was Sie tun?

1. Auf einer kleinen griechischen Insel lebt ein Ehepaar mittleren Alters. Sie besitzen weder Sparbücher noch Aktienkapital oder andere finanzielle Absicherungen. Ein windschiefes Häuschen und ein Olivenhain ist alles, was sie haben. Mit Freude pflegen sie die Olivenbäume und halten das Häuschen so gut es geht instand. Sie sind glücklich. Doch kurz vor der Olivenernte bricht ein schlimmes Unwetter über die Insel herein. Bäume werden entwurzelt und der heftige Regen vernichtet alles, was sie hätten ernten können. Aber: Sie sind glücklich.

2. In der Eifel lebt ein Ehepaar mittleren Alters. Sie haben ansehnliche Summen auf der Bank, ein wunderschönes Haus inmitten eines parkähnlichen großen Gartens, ein Ferienhaus in Marbella, eine Stadtwohnung in Monaco, eine in Paris, fünf erstklassige Autos und einen exquisiten Freundeskreis. Aber: Sie sind unglücklich.

3. Was ist Glück? Ein Aspekt ist das Haben. Wir wollen haben: eine größere Wohnung, ein schnelleres Auto, mehr Kapital oder auch einen größeren und renommierteren Freundeskreis. Wir glauben, die Quantität des Habens sei Maßstab für die Qualität des Glücks.