Wolf. W. Lasko

Motivation und Begeisterung

Carpe diem! Nutze den Tag!

(Horaz)

Wolf W. Lasko

Motivation und
Begeisterung

Entdecken und aktivieren Sie
Ihre Talente

Vollständige E-Book-Ausgabe der bei
J.Kamphausen Verlag & Distribution GmbH
erschienenen Printausgabe

Wolf W. Lasko:

Layout und Satz: infospeed GmbH

Motivation und Begeisterung

Umschlaggestaltung: Subsonic Media

© J. Kamphausen Verlag &

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Bielefeld 2011

Westermann Druck Zwickau

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ISBN E-Book: 978-3-89901-531-7
ISBN Printausgabe: 978-3-89901-148-7

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Vergnügliche Events

Es hat uns sehr häufig gewundert, dass Führungskräfte, Manager und andere Leistungsträger bestrebt sind, auf zahlreichen Führungsund Verkaufsseminaren diverse Methoden und Techniken zu lernen: Sie lernen, wie sie einen Abschluss gestalten, wie sie delegieren, wie sie ein Team führen, wie sie ihre Mitarbeiter motivieren und begeistern, und mit welchen Strategien sie sich selbst in Power und Schwung bringen. Nach einer Reihe solcher Seminare beherrschen sie dann 30 Abschlusstricks, 36 Techniken des Konfliktmanagements, 20 des Zeitmanagements, 67 geschickte Gesprächseröffnungen, und natürlich kennen sie auch den Unterschied zwischen offenen, geschlossenen, emotionalen und Suggestivfragen. Aber zwingend erfolgreich sind sie deshalb nicht.

Hingegen gibt es exzellente Verkäufer, Führungskräfte und Manager, die so gut wie nie an solchen Seminaren teilnehmen, die sich in der Vergangenheit nur selten mit solchen Techniken auseinander gesetzt haben. Und dennoch: Sie sind absolut erfolgreich! Was haben sie, was die anderen nicht haben? Was macht sie erfolgreicher als die anderen - trotz aller Ausbildung?

Die Antwort ist einfach: Es gibt Menschen, die auf der Basis ihres Talents stehen, die einen Sinn des Lebens für sich selbst entwickelt haben und daraus die Kraft für ihr Handeln schöpfen. Sie benötigen weder Strategien noch Methoden oder Techniken; sie können aus sich selbst heraus ihr Leben gestalten und ihre Kraft in die richtige Richtung lenken.

Demgegenüber steht derjenige, der sich mit den verschiedenen Möglichkeiten und Verfahrensweisen beschäftigt, um andere Menschen zu begeistern, um Kunden zu überzeugen, um Mitarbeiter zu motivieren, um selbst erfolgreich zu sein - Sie merken es selbst: Bei allem liegt die Betonung auf „um zu“. Natürlich erleidet er damit Schiffbruch, denn er wirkt nicht authentisch. Das, was er tut, tut er nur, um zu ... Und das spüren die anderen Menschen.

Nur wer mit der Kraft des Herzens bei seiner Sache ist, dem wird wirklicher Lebenserfolg zuteil. Erfolg ist nicht abhängig von der Anzahl besuchter Seminare und Workshops, Erfolg ist abhängig von der inneren Grundhaltung und vom Talent.

Vergleichen Sie die Teilnahme an einem Seminar oder Workshop mit dem Besuch eines für Sie hochinteressanten Konzerts: Sie schwelgen in der Musik, Sie bewundern die Einfühlsamkeit des Dirigenten, Sie fiebern mit dem Solisten, der auf seiner Violine einen wirklich schwierigen Part mit Hingabe bewältigt, und wenn die Sopranistin die Koloratur mit lächelnder Leichtigkeit darbietet, lassen Sie sich wie alle anderen zu stehenden Ovationen hinreißen. Sie sind absolut begeistert!

Und am nächsten Morgen? „Ach, war das schön“, werden Sie sich an den vergangenen Abend erinnern. Und eine Woche, einen Monat später? Vor allen Dingen aber: Sie können Konzerte mit diesem Dirigenten, diesem Solisten und dieser Sopranistin so oft besuchen, wie Sie wollen, für Sie bleibt nichts außer einer sehr erfreulichen Erinnerung an die Konzerte. Denn allein durch den Besuch des Konzerts können Sie weder dirigieren noch Violine spielen und schon gar nicht Sopran singen.

Bezogen auf Seminare und Workshops heißt das nichts anderes, als dass auch sie nur zeitlich begrenzte Events sind. Fast jeder ist ganz bei der Sache, fühlt sich positiv gestimmt, hochmotiviert und vollkommen begeistert. Und am nächsten Tag, eine Woche später, in einem Monat? Was bleibt, ist eine schöne Erinnerung an ein gutes Gefühl und ein Mehr an theoretischem Wissen.

Aber nicht das Wissen um und das Kennen von bestimmten Dingen bringt den Lebenserfolg. Denn, wenn Herz und Talent dabei fehlen, steht das Misslingen bereits vor der Tür. Verstehen Sie uns bitte nicht falsch: Herz und Talent allein helfen auch nicht weiter. Wir brauchen zur Umsetzung natürlich das Wissen und die Fähigkeiten. Aber Herz und Talent sollten das Fundament für das Wissen und für die Fähigkeiten bilden.

Der Adler

Wenn Sie mögen, dann schließen Sie für eine kurze Zeit die Augen, und stellen Sie sich vor, Sie sähen einen Adler. Kraftvoll und stolz gleitet, schwebt er durch die klare Luft - ohne Anstrengung, ganz leicht. Ein Sinnbild von Stärke und Leichtigkeit, und ein bestens geeignetes Symbol für Ihren weiteren Lebensweg.

Lassen Sie uns das anhand eines Beispiels verdeutlichen. Der Adler steht in diesem Fall für einen großen Konzern. Es gibt den Kopf, den Schweif, die beiden Flügel und natürlich das Herz des Adlers.

• Der Kopf gibt die Orientierung vor, er entscheidet. Beispielsweise gibt er die Richtung vor, den Umsatz in einem Jahr um x Millionen zu erhöhen. Er definiert die dafür notwendigen Ziele und weil er weiß, dass Ziele oft genug in eine Zeitfalle führen, setzt er auch Prioritäten.

• Der Schweif kennt das Ziel des Kopfes, er gibt unablässig sein Feedback zur Kurseinhaltung und bei einer Abweichung kann er eine Kurskorrektur vornehmen.

• Der rechte Flügel unterstützt den Kopf mit seinen Fähigkeiten: Er ist bestens geübt in Kommunikations- und Eskalationstechniken, er ist geschult in Rhetorik und Konfliktmanagement, er kennt die geeigneten Methoden für einen guten Abschluss. Kurz gesagt, er hat alles gelernt, was es an unentbehrlichen Methoden und Techniken zu lernen gibt.

• Der linke Flügel beherrscht sämtliche Methoden und Techniken im Umgang mit anderen. Er weiß zu delegieren und Aufgaben zu verteilen. Er kennt die 10 Prozent der Mitarbeiter, um die er sich gar nicht zu kümmern braucht, weil sie ihren Job ohnehin exzellent erledigen; er kennt auch die anderen 10 Prozent, die er schlicht und einfach vergessen kann. Er konzentriert sich auf die verbleibenden 80 Prozent der Mitarbeiter. Sie weiß er zu motivieren, ihnen kann er die Ziele und den Weg zu den gewünschten Ergebnissen vermitteln.

• Das Herz des Adlers ist der Mittelpunkt von Kopf, Schweif, linkem und rechtem Flügel. Es analysiert nicht, strukturiert nicht, kennt keine “Um-zu”-Strategien. Das Herz steht für die innere Einstellung, für das innere Commitment und für das innere Wissen um Wahlfreiheit. Das Herz ist die Kraftquelle, die den Adler zum Ziel führt. Es ist das Triebwerk, ohne das der Adler nicht fliegen kann. Der Adler braucht einfach ein kraftvoll pulsierendes Herz, das ihn antreibt, das voller Begeisterung für das Ziel und den Weg dorthin schlägt.

Kopf, Schweif, die beiden Flügel und das Herz müssen in Einklang stehen, damit das Ziel erreicht werden kann. Denn, überlegen Sie einmal, was wäre, wenn der Schweif des Adlers dem Kopf sein Feedback verweigern würde? Der Kopf würde sich wahrscheinlich verirren. Oder, wenn der linke Flügel träge herunterhängen würde, weil ein konstruktiver Umgang mit anderen Menschen ihn absolut nicht interessiert: Nur mit einem Flügel zu fliegen, würde das Vorwärtskommen des Adlers erschweren. Und würde das Herz weder mit dem übereinstimmen, was der Kopf will, noch mit dem, was die Flügel tun, würde es sich auf Grund seiner inneren Einstellung und eines fehlenden Commitments einfach verweigern: Der Adler wäre dem Tod preisgegeben.

Wir dürfen nicht vergessen, dass alle funktionierenden Methoden und Techniken von Menschen abgeschaut wurden, die aus ihrer inneren Einstellung heraus ganz mit dem Herzen gehandelt haben. Nur weil ihr Herz, ihre Ziele und ihre Handlungen übereinstimmten, sind ihre Methoden und Techniken so erfolgreich, dass sie von anderen kopiert wurden. Das Herz ist bei allem die Quelle des Ganzen.

Das erklärt, warum es Führungskräfte gibt, die trotz sichtbarer Schwächen geliebt und geschätzt werden. Das erklärt auch, warum es Verkäufer gibt, die sich nur gelegentlich mit Methoden, Techniken und Strategien beschäftigen und dennoch überdurchschnittlich erfolgreich sind. Ihre innere Einstellung stimmt mit dem überein, was sie tun. Ihr Tun hat eine Qualität von Berufung, es ist ihnen absolut wichtig, was sie tun. Sie schwimmen in ihrem Talent und entwickeln daraus eine Begeisterung, die sich auch auf andere überträgt. Denn es kommt gar nicht so sehr darauf an, andere durch Methoden und Techniken zu begeistern. Viel wesentlicher ist es, selbst begeistert zu sein. Das ist das Schmieröl im Erfolgsgetriebe des Lebens.

Das Bild des Adlers lässt sich natürlich auch auf Ihr Leben und Ihre Ziele übertragen. Auch dann gilt selbstverständlich, dass Kopf, Schweif, Flügel und Herz vollkommen harmonieren sollten. Denn würde Ihr Herz nicht mit ganzer Kraft die Ziele und Handlungen unterstützen, wird es schwer, wenn nicht gar unmöglich sein, in die vom Kopf festgelegte Richtung zu fliegen.

Selbstverständlich kann es Ihnen auch dann, wenn der Adler in absoluter Harmonie fliegt, passieren, dass nicht alles hundertprozentig erreicht wird. Verzagen Sie deshalb nicht gleich, sondern trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass das Leben in den seltensten Fällen hundertprozentig verläuft.

Das 79/21 – Gesetz

Es gibt ein Lebensgesetz, das so genannte 79/21-Gesetz. Es besagt, dass in den meisten Fällen 79 Prozent einer Situation als perfekt und 21 Prozent als eben nicht perfekt bewertet werden können. Die 21 Prozent sind in diesem Fall natürlich keine feststehende Zahl, sie sind nur eine Metapher für das, was zur hundertprozentigen Perfektion fehlt.

Als Sie Ihren Lebenspartner kennen lernten, herrschte anfangs sicher nur eitel Sonnenschein: Zu 100 Prozent waren Sie verliebt! Und was ist jetzt? Einige Jahre sind vielleicht vergangen, und Sie haben Ihren Partner besser kennen gelernt. Und siehe da: Es ist nicht alles pures Gold, was glänzt. Sie haben inzwischen seine Mucken und Macken kennen gelernt, und die könnten Ihre Liebe ziemlich beeinträchtigen, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit nur darauf lenken würden.

Manche Menschen tun das und verlassen ihren Partner. Weil sie sich aber dennoch einen zu 100 Prozent passenden Partner wünschen, begeben sie sich auf der Suche nach der genetischen Wunschkreuzung in eine unendliche Akquisitionsschleife. Damit befinden sie sich in bester Gesellschaft mit anderen Menschen, die einem Ideal hinterher jagen und nicht erkennen, dass sie sich selbst die größten Steine in den Weg legen.

Das Gleiche gilt für den Job. Vielleicht kennen Sie einen Menschen, der der Illusion unterliegt, die Arbeit müsse zu 100 Prozent angenehm und erfolgreich sein. Das, was ihm nicht so gefällt, ärgert ihn mehr als dass ihn das Positive erfreut. Das hat zur Folge, dass er die Arbeit als bedrückend und belastend empfindet. Er quält sich durch den größten Teil des Arbeitstages und konzentriert sich darauf, was im Job alles nicht funktioniert, welcher Kollege ihm auf die Nerven fällt, was der Vorgesetzte falsch macht, und der Aufzug, der funktioniert auch schon wieder nicht ...

Solche Menschen sind natürlich bestrebt, den unbequemen 21 Prozent zu entfliehen. Ein neuer Job muss her, doch auch hier begegnen sie den 21 Prozent. Und wieder ein neuer Job, doch die 21 Prozent bleiben. Irgendwann steigen sie vielleicht aus und suchen ihr Glück in einem fernen Land: Sie wandern aus nach Bali, doch spätestens nach zwei Wochen werden sie auch hier mit den 21 Prozent konfrontiert. Aber wen wundert’s: Diese Menschen werden den 21 Prozent überall begegnen, denn sie nehmen sich selbst immer mit. Wann ist das Leben schon zu 100 Prozent perfekt? Wer mit den 21 Prozent nicht umgehen kann, der wird ihnen nur schwerlich entfliehen können. Die 21 Prozent gehören eben zum Leben wie die Nacht zum Tag. Die einzig mögliche Veränderung ist, dass wir selbst uns verändern, um in der Lage zu sein, mit den 21 Prozent umgehen zu können. Entscheidend dabei ist, dass wir die vermeintliche Negativität akzeptieren und gut damit umgehen können. Wer erkennt, dass erst die 21 Prozent ihm die 79 Prozent schenken, der hat gewonnen!

Der Zollstock

Nehmen Sie einen Zollstock zur Hand, er ist die Messlatte für Ihr Leben. Markieren Sie nun den Punkt bei 20 Zentimetern. Das ist das Lebensalter, in dem die meisten sich bereits voll auf den Job konzentrieren. Die nächste Markierung setzen Sie bei 60 oder 65 Zentimetern - je nachdem, wann bei Ihnen das Berufsleben voraussichtlich beendet ist. Die Strecke zwischen der 20 und der 60 beziehungsweise der 65 ist das so genannte „Dilemma der 40“. Diese 40 Jahre Ihres Lebens verbringen Sie zum größten Teil im Job.

Sicher, es gibt die Freizeit, die Wochenenden und den Urlaub. Die Indianer kennen den Satz: Die Seele reist langsamer als der Körper. Und das besagt: Wenn Sie zu Hause angekommen sind, ist Ihre Seele noch längst nicht da. Die Dinge des Tages wirken nach. Auch wenn Sie fernsehen, die Zeitung lesen, mit Ihrer Frau, den Kindern oder Ihren Sportkollegen zusammen sind, denken Sie an die Konferenz, die Teambesprechung, das Kundengespräch. Und oft genug geschieht es, dass der Körper zu Bett geht, die Seele aber immer noch nicht angekommen ist. Das ist ein typischer Tag im Dilemma der 40. Und wenn Sie am nächsten Morgen unter der Dusche stehen, woran denken Sie dann? Richtig, Sie denken bereits schon an das, was an diesem Tag erledigt werden muss.

Woran Sie denken, da sind Sie! Fast rund um die Uhr sind Sie also im Job. Ist das Freizeit? Und an den Wochenenden sieht es oft nicht viel besser aus. Bis zum Samstagabend haben Sie es möglicherweise geschafft, mit den Gedanken nicht mehr im Job zu sein. Der Sonntagvormittag schenkt Ihnen vielleicht beinahe so etwas wie eine Erleuchtung, weil Seele und Körper zur gleichen Zeit am selben Ort sind. Das mag bis zum Mittagessen anhalten, aber schon während des Desserts drängen sich die Gedanken an den morgigen Arbeitstag mit all den zu erledigenden Aufgaben wieder nach vorne.

Selbst im Urlaub gelten Ihre Gedanken der Arbeit. Da haben Sie schließlich richtig viel Zeit, um nachzudenken: Ist es tatsächlich der richtige Job für mich? Was soll ich tun, um mehr Geld zu verdienen? Hoffentlich weiß meine Vertretung mit dem ach so schwierigen Kunden richtig umzugehen. Schade, dass ich so bald wieder zur Arbeit muss.

Fazit ist: Freizeit, so wie wir sie definieren, gibt es nicht. Es gibt keine Trennung zwischen dem Leben im Job und dem Leben außerhalb. Aber es gibt freie Zeit. Im Dilemma der 40 leider aber wohl zu wenig. Genau da liegt der Irrtum. Denn wer die 79 Prozent mit Begeisterung lebt, wird zwar um die 21 Prozent wissen, er wird sie wahrnehmen, aber er wird ihnen keine Aufmerksamkeit schenken. Er macht aus den. 79 Prozent die runden 100 Prozent!

Nun markieren Sie auf dem Zollstock Ihr derzeitiges Lebensalter; am besten mit einem dicken roten Stift! Wie lange befinden Sie sich schon im Dilemma der 40, und wie viel liegt noch vor Ihnen? Und wenn Sie nun daran denken, dass die meisten Anfang siebzig - die Altersangaben variieren je nach Versicherung -- bereits ein Meeting auf dem Zentralfriedhof haben, leuchtet es doch ein, dass die Zeit bis dahin möglichst powervoll ausgekostet werden sollte.

Ob ein Mensch sich nun auf die 21 oder die 79 Prozent konzentriert, hängt davon ab, ob und wie weit er seine Talente erkannt hat. Wer seine Talente achtet und sie lebt, der hat Ideen, für die er bereit ist, sich mit aller Kraft einzusetzen. Er hat Visionen, die einem tiefen Herzenswunsch entsprechen, die seine Gedanken beherrschen. Er hat etwas, das ihn motiviert, ihn begeistert. Und die 21 Prozent? Die sind für ihn das Salz in der Suppe, das dem Leben erst den richtigen Geschmack verleiht.

Genau das erklärt den Unterschied zwischen den Menschen, die die Welt als positiv erleben, und denen, die ihre Aufmerksamkeit dem weniger Perfekten schenken. Das erklärt den Unterschied zwischen denen, deren Leben einen Sinn hat, und denen, die das Leben als sinnlos empfinden.

Talentsuche

Und nun fragen Sie sich nach Ihren Talenten. Können Sie Ihre Fähigkeiten präzise benennen? Oder wäre Ihre Antwort eher einer der folgenden ähnlich?

• Ich weiß nicht so recht, früher konnte ich ganz gut ...

• Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber eigentlich habe ich keine besonderen Talente.

• Ja, wenn ich malen könnte wie Rubens oder komponieren wie Beethoven, dann wüsste ich, was meine Talente sind.

Die Summe der Talente, die Sie leben und auch der, die Sie nicht leben, das sind Sie! Natürlich können Sie in jeder Lebenssituation die Münze werfen. Dann aber sind Sie wie das so oft beschriebene Blatt im Winde, ein Segel, das der Wind steuert. Ganz sicher ist dann aber: Ihre Talente leben Sie nicht.

Wenn Sie jedoch Ihre Talente erkennen und leben, dann setzen Sie selbst die Segel! Beides kostet die gleiche Energie. Mit dem einen Unterschied: Jeder Narr kann sich durchs Leben treiben lassen, unfrei und stets abhängig von äußeren Geschehnissen. Frei hingegen ist der Mensch, der sich selbst anerkennt. Frei ist der Mensch, der in den Spiegel schaut und weiß, dass der, der ihm da entgegenschaut, der Mensch ist, den er gewählt hat.

Auch Sie haben sicherlich Lebensträume, Visionen, und setzen sich Ziele, die Sie erreichen möchten. Aber: Wenn Sie nicht wissen, was Ihre Talente sind, wie wollen Sie dann wissen, welche Visionen für Sie richtig sind oder ob die Ziele, die Sie sich gesetzt haben, Ihnen entsprechen? Erst das Wissen um Ihre Talente erlaubt es Ihnen die Visionen zu entwickeln, die Sie aus ganzem Herzen anstreben und für deren Verwirklichung Sie bereit sind, Ziele zu erreichen - mag der Weg dorthin auch noch so anstrengend erscheinen.

Leben heißt nicht nur, ein schlagendes Herz zu haben. Leben bedeutet, powervoll lebendig zu sein, den Weg des Lebens mit Begeisterung zu gehen und, statt darauf zu warten, durch andere motiviert zu werden, sich selbst durch Power und Begeisterung zu motivieren.

Es kann doch nicht sein, dass wir vierzig Jahre lang irgendeiner routinierten Arbeit nachgehen, weil es nur darauf ankommt, den Lebensunterhalt zu verdienen, damit wir am Leben bleiben! Es kann doch nicht sein, dass wir Arbeit finden, heiraten, Kinder bekommen, Karriere machen, und schließlich auf das Ende des Lebens „warten“. Es kann doch nicht sein, dass uns das Leben abstumpft, ermüdet, dass wir im Verlauf des Lebens langsam dahinwelken und uns kurz vor dem Ende fragen: „War es das?“

Wie leblose Maschinen fristen wir unser Dasein und schrecken vor dem Leben zurück. So verpassen wir den Grund des Lebens und verstehen das Leben nicht. Sich nur über Wasser zu halten, das reicht nicht. Man muss schwimmen können. Wir müssen den Vorgang des Lebens verstehen, wenn es darum geht, erwachsen zu werden. Gerade dann, wenn man den größten Teil des Lebens noch vor sich hat, ist es erforderlich zu begreifen, worum es im Leben wirklich geht, zu erkennen, welche innere Intelligenz es zu fördern gilt.

Wir brauchen eine Beschäftigung, die uns regelrecht antreibt. Wir brauchen eine vitale Basis. Wer einen Sinn in seiner Existenz findet, wer den Sinn seines Lebens erfasst und wer auf der Basis eines unbedingten Lebenssinns handelt, wird sich selbst als sinnvoll wahrnehmen. Wer hingegen in einem Raum von Sinnlosigkeit und Nutzlosigkeit lebt, schreibt seine eigene Krankheitsgeschichte.

Und noch eines: Wer für sich den Sinn des Lebens erkannt hat, kennt gleichzeitig seine Vision. Und er weiß: Wenn das Leben einen Sinn hat, haben auch Schwierigkeiten ihren Sinn.

Freiheit

Ob es um das Erkennen der Talente, das Entwickeln von Zielen und Visionen oder das Finden des Lebenssinns geht: Bei allem geht es letztlich um das Erschaffen einer inneren Freiheit. Es geht nicht darum, die Persönlichkeit zu verändern oder die Muster, die man eben so hat. Freiheit bedeutet, Wahlmöglichkeiten zu haben, sich selbst mehr Möglichkeiten zu geben, um ein zufriedener und glücklicher, um ein für sein Leben begeisterter und motivierter Mensch zu sein.

Wir haben immer die Wahl. Ob wir uns für ein Leben mit unseren Talenten entscheiden oder für ein Leben, das von außen bestimmt wird. Ob wir uns dafür entscheiden, etwas Besonderes zu tun, oder dafür, im Durchschnittlichen zu bleiben. Ob wir frei sein wollen oder lieber als unfreier Mensch unser Dasein fristen. Wir entscheiden, ob wir eigene Entscheidungen treffen oder Entscheidungen von Anderen getroffen werden. Auch wer sich nicht entscheidet, entscheidet sich: gegen die Entscheidung.

Unsere Freiheit und unsere Wahlmöglichkeiten geben uns einen unendlichen Entfaltungsraum, in dem wir in alle Richtungen wachsen können. Nichts muss entfernt oder beseitigt werden, aber alles kann hinzugefügt werden. Nichts muss aufgegeben werden, aber alles kann verbessert, umgewandelt und neu gestaltet werden.

Das Wissen um die innere Freiheit und die Wahlmöglichkeiten, schenkt Ihnen eine neue Sichtweise. Als hätten Sie ein stark verschmutztes Fenster gereinigt, wird der Blick auf einmal klar und weit. Außerhalb des engen Raumes mit all den Vorurteilen und festgefahrenen Überzeugungen können Sie Ihrer eigenen Talente gewahr werden und die für Sie richtigen Ziele und Visionen erkennen.

Aber: Von nichts kommt nichts. Auch ein Muskel wird nur dann stark, wenn er regelmäßig trainiert wird. Mit den sieben Prüfungszyklen in diesem Buch liegt ein gut durchführbares Training vor Ihnen. Es dient dem Ziel, Sie zu stärken, Sie anzuspornen, Sie Ihren Talenten und Visionen näher zu bringen.

Natürlich ist dieses Buch kein Nachschlagewerk nach dem Motto: „Drei Wochen bis zur Erleuchtung“. Denn es gibt einfach keine universelle Anleitung, keine New-Age-Methode oder irgendeine indische Geheimlehre, mit der Sie mit einem Fingerschnippen Ihre Talente entdecken werden.

Aber Sie werden Ihre eigenen Erklärungen finden! Denn Intelligenz entsteht aus einem Verständnis für sich selbst. Wir werden Ihnen also keinen Schritt-für-Schritt-Weg aufzeigen. Denn das wäre so, als würde Ihnen jemand sagen, was richtig sei, und Sie würden ihm folgen.

Statt dessen möchten wir Sie dazu ermuntern, selbst etwas herauszufinden, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das ist der Sinn der in diesem Buch enthaltenen Prüfungen. Lassen Sie sich darauf ein, und forschen Sie mit den Prüfungen in Ihrem eigenen Ich. Horchen Sie in sich hinein, beobachten Sie sich selbst. So lernen Sie sich selbst und Ihre Talente am besten kennen.

Im Grunde geht es hier um eine Revolution. Denn eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, dass Sie unabhängig sind von jeder Dogmatik. Vergessen Sie die Begründungen, Erwartungen, Beurteilungen, Reglementierungen anderer. Tun Sie das, was Sie tun, aus vollem Herzen, und nur aus vollem Herzen. Nur so können Sie Neues schaffen, nur so können Sie neue Resultate erzielen.

Dieses Buch möchte Sie dabei unterstützen, wenn Sie sich an die Möglichkeiten herantasten wollen, die Ihnen bei der aufregenden Entdeckungsreise zu den eigenen Talenten begegnen. Ihnen werden Methoden und Ideen vorgestellt, die Ihr potenzielles Talent wecken oder ausbauen und es Ihnen ermöglichen, das Leben so zu verändern, dass Sie es in vollen Zügen genießen können. Und das ist für jeden möglich.

Wenn Sie mit der Arbeit beginnen, werden Sie in einen kontinuierlichen Prozess einsteigen. Es gibt keinen Punkt, an dem Sie sagen können: „Jetzt habe ich es, jetzt ist Schluss!“ Vielmehr beginnen Sie etwas und in diesen Beginn werden Sie sich immer weiter hinein bewegen, Sie werden ihn immer weiter verfeinern. Gerade darum ist es so wichtig, ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.

Natürlich können Sie dieses Buch, nachdem Sie es gelesen haben, zur Seite legen mit dem Gefühl, ein wenig dazugelernt zu haben, und dennoch Ihren gewohnten Weg weitergehen. Aber wenn Sie bereit sind, intensive Anstrengungen zu unternehmen, um Ihre Talente zu wecken, Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und es in die Richtung Ihrer Visionen zu steuern, dann versprechen wir Ihnen, dass sich Ihre Anstrengungen lohnen werden.

Denn es gibt so viel Schönes und Wünschenswertes im Leben, aber nichts davon gibt es umsonst. Bei Ihrer Bank bekommen Sie Kredit - im Leben nicht. Hier lautet die Devise: Erst säen, dann ernten.

Konfrontation mit dem Ich

Nehmen Sie jetzt ein aktuelles Porträtfoto von sich und kleben es auf diese Seite. Warum? Nun, nachdem Sie die Prüfungen durchgearbeitet haben, steht Ihnen vielleicht eine kleine Überraschung bevor.

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Schauen Sie sich diesen Menschen an, der Ihnen auf dem Foto entgegenblickt. Führen Sie einen inneren Dialog mit ihm. Wer ist dieser Mensch, und warum ist er so geworden? Hat er sein Leben selbst gewählt oder ist es eben einfach so? Fragen Sie ihn, wie es um seine körperliche Gesundheit und Vitalität bestellt ist. Fragen Sie ihn nach seiner beruflichen Zufriedenheit und nach seinen Beziehungen zu anderen Menschen. Hat er das, was er sich wünscht, oder steht er noch am Anfang seiner Visionen? Lebt er seine wahre Identität in dieser sterblichen Welt? Lebt er sein Talent? Schwimmt er in seinem Talent? Oder erprobt er sich mal hier, mal dort, ohne allerdings den tatsächlichen Kern seines Lebens zu erkennen?

Wenn Sie nicht aus voller Überzeugung sagen können: „Dieser Mensch hat alles, was er erreichen kann, alles, was er braucht, um glücklich und zufrieden zu sein“, dann wagen Sie es doch einfach, sich selbst besser kennen zu lernen, mehr Freude, mehr Motivation, mehr Begeisterung zu entwickeln. Die Vergangenheit bewältigen Sie nur dadurch, dass Sie Ihre Zukunft besser gestalten. Zu verlieren haben Sie schließlich nichts, dafür aber eine ganze Menge zu gewinnen. Denn es gibt keine Lage, die man nicht veredeln könnte.

Natürlich können Sie sofort mit dem ersten Prüfungszyklus beginnen. Aber wenn Sie Zeit und Lust haben, dann beschäftigen Sie sich vorher noch mit den theoretischen Voraussetzungen im ersten Teil dieses Buches. Der dritte Teil baut auf den Prüfungen auf und beschreibt, wie Sie das, was Sie wollen, auch erreichen können.

Finden Sie heraus, was Sie und Ihr Leben ausmacht! Es spielt keine Rolle, wie es im Moment in dem Raum aussieht, in dem Sie leben, wie es um Geld und Reichtum bestellt ist, wie Sie Ihr Selbstwertgefühl entwickelt haben, in welchen reichen oder auch armen Gefühlswelten Sie leben, mit welchen Beziehungspartnern Sie dieses Leben genießen, wie perfekt oder weniger perfekt Sie kommunizieren können, wie vital Ihr Körper ist, wie Sie Projekte angehen. Es ist egal, ob Sie die Dinge, die Sie sich und anderen versprechen, auch erreichen, ob Sie Ihre persönlichen Ziele materialisieren, ob Sie Ihr Zeitmanagement im Griff haben. Es kommt ganz allein darauf an, dass Sie Ihren Lebensraum so gestalten, dass er Ihrem Talent entspricht, dass Ihnen ein Leben in dieser Form Spaß macht. Das zu erreichen, ist der Weg, etwas Einzigartiges zu tun.